III. Reich Feuerwehr Extraseitengewehr.

Ausführung mit langer Klinge, breite Hohlkehlen, sehr seltener Hersteller "H.&P. K", vernickeltes Zinkgefäß mit kleinen Rostnärbchen, vernietete Griffschale, original Stoßleder, die Scheide mit leichten Rostansätzen. Getragenes Stück mit normalen Alterspuren. Zustand 2-
383106
200,00

III. Reich Feuerwehr Extraseitengewehr.

Das Feuerwehr-Extraseitengewehr des Dritten Reichs repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der uniformierten Dienstwaffen in der Zeit von 1933 bis 1945. Diese speziellen Seitengewehre wurden von Angehörigen der deutschen Feuerwehr getragen und dienten sowohl als funktionales Werkzeug als auch als Statusabzeichen innerhalb der paramilitärischen Organisationsstruktur des NS-Staates.

Die Entwicklung der Feuerwehr-Seitengewehre geht auf ältere Traditionen zurück, bei denen Feuerwehrangehörige mit Hieb- und Schneidewerkzeugen ausgestattet wurden, die im Einsatz bei Bränden oder zur Bergung von Personen und Gütern benötigt wurden. Im Dritten Reich wurden diese Seitengewehre jedoch zunehmend standardisiert und in die uniformierte Erscheinung der gleichgeschalteten Feuerwehr integriert.

Das vorliegende Exemplar zeichnet sich durch eine lange Klinge mit breiten Hohlkehlen aus, ein charakteristisches Merkmal dieser Waffengattung. Die Hohlkehlen dienten der Gewichtsreduzierung der Klinge, ohne deren Stabilität zu beeinträchtigen. Die lange Klingenform war typisch für Feuerwehr-Seitengewehre und unterschied sie von anderen zeitgenössischen Seitenwaffen.

Besonders bemerkenswert ist die Herstellermarkierung “H.&P. K”, die auf einen seltenen Produzenten hinweist. Während der NS-Zeit wurden Seitengewehre und Blankwaffen von zahlreichen Herstellern produziert, wobei einige Firmen deutlich häufiger mit Aufträgen bedacht wurden als andere. Seltene Herstellermarkierungen wie diese machen ein Stück für Sammler und Historiker besonders interessant, da sie Aufschluss über die Produktionslandschaft und die Vergabe von Rüstungsaufträgen geben können.

Das vernickelte Zinkgefäß ist charakteristisch für die Materialsituation während des Dritten Reichs. Während frühere Modelle häufig aus Messing oder anderen hochwertigen Materialien gefertigt wurden, musste man in den späteren Kriegsjahren zunehmend auf Ersatzmaterialien zurückgreifen. Zink war verfügbarer und billiger als Buntmetalle, wurde jedoch vernickelt, um ein ansprechendes Aussehen zu erzielen und Korrosion vorzubeugen.

Die vernieteten Griffschalen entsprechen der typischen Konstruktionsweise dieser Epoche. Die Griffschalen wurden meist aus Holz oder Bakelit gefertigt und mittels Nieten am Erl der Klinge befestigt. Diese Konstruktion war robust und kostengünstig in der Herstellung, was bei Massenproduktionen von großer Bedeutung war.

Das beigefügte originale Stoßleder ist ein wichtiges authentisches Detail. Das Stoßleder, eine verstärkte Lederscheibe am Knauf des Griffes, diente dazu, die Hand beim Greifen der Waffe zu schützen und den Übergang zwischen Griff und Parierstange zu verstärken. Originale Stoßleder in gutem Zustand sind bei historischen Seitengewehren heute selten vollständig erhalten.

Die Scheide mit ihren Rostansätzen zeigt die typischen Alterungsspuren eines getragenen Stücks. Die Scheiden von Feuerwehr-Seitengewehren wurden üblicherweise aus lackiertem oder brüniertem Stahlblech gefertigt und wiesen oft einen Haken oder eine Öse zum Befestigen am Koppel auf. Die vorhandenen Rostansätze sind Zeugnisse der jahrzehntelangen Lagerung und sprechen für die Authentizität des Stücks.

Im Kontext der NS-Organisationsstruktur war die Feuerwehr Teil des zivilen Luftschutzes und unterstand ab 1938 zunehmend militärischer Kontrolle. Die Uniformierung und Bewaffnung der Feuerwehr entsprach dem totalitären Charakter des Regimes, das auch zivile Organisationen militarisierte und in seine Hierarchiestrukturen einband.

Aus historischer Sammlerperspektive sind Feuerwehr-Seitengewehre des Dritten Reichs heute gesuchte Objekte, die Einblick in die Militaria-Produktion und die Organisationsgeschichte dieser Zeit geben. Der Erhaltungszustand mit normalen Altersspuren und die Seltenheit des Herstellers machen dieses Exemplar zu einem dokumentarisch wertvollen Zeitzeugnis.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient ausschließlich der historischen Forschung und Dokumentation. Sie ermöglicht es, die Materialkultur, Produktionsweisen und organisatorischen Strukturen einer dunklen Epoche deutscher Geschichte besser zu verstehen und für zukünftige Generationen zu bewahren.

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