Königreich Bayern Feldbindenschloss für Offiziere

Messing vergoldet, Krone aufgeklammert, Zustand 2
408306
175,00

Königreich Bayern Feldbindenschloss für Offiziere

Das Feldbindenschloss für Offiziere des Königreichs Bayern repräsentiert ein bedeutendes Element der militärischen Uniformierung im Deutschen Kaiserreich. Diese Messingschnalle, hier in vergoldeter Ausführung mit aufgeklammerter Krone, diente als funktionales und gleichzeitig repräsentatives Accessoire an der Feldbinde bayerischer Offiziere.

Die Feldbinde selbst war ein charakteristisches Distinktionsmerkmal der Offiziere in den deutschen Armeen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie wurde schräg über der Uniform getragen und mit einem prächtigen Schloss verschlossen, das die Zugehörigkeit zum jeweiligen Königreich oder Bundesstaat anzeigte. Im Falle Bayerns war die königliche Krone das zentrale heraldische Element, das die monarchische Staatsform und die Treue zur Wittelsbacher Dynastie symbolisierte.

Das Königreich Bayern war bis 1918 der flächenmäßig größte und nach Preußen bevölkerungsreichste Staat des Deutschen Reiches. Die bayerische Armee behielt innerhalb des deutschen Heeres eine gewisse Eigenständigkeit, was sich auch in der spezifischen Uniformierung und den Rangabzeichen widerspiegelte. Die Uniformvorschriften wurden in verschiedenen königlichen Verordnungen und Adjustierungsreglements festgelegt, die präzise Angaben über Material, Form und Trageweise der einzelnen Uniformbestandteile machten.

Die vergoldete Messingausführung dieses Feldbindenschlosses weist auf die höheren Offizierränge hin. Während einfachere Versionen möglicherweise aus unvergoldetem Messing gefertigt wurden, war die Vergoldung ein Zeichen von Qualität und entsprechend dem Rang angemessen. Die Herstellung solcher Uniformaccessoires erfolgte durch spezialisierte Manufakturen und Hoflieferanten, die höchsten Qualitätsansprüchen genügen mussten.

Die aufgeklammerte Krone stellt ein besonderes technisches Detail dar. Diese Konstruktionsweise bedeutet, dass die Krone separat gefertigt und dann mechanisch mit dem Hauptkörper des Schlosses verbunden wurde. Dies ermöglichte eine dreidimensionale Gestaltung und verlieh dem Objekt zusätzliche Plastizität und Präsenz. Die bayerische Königskrone mit ihren charakteristischen Merkmalen – Bügelkrone mit Reichsapfel – war ein unmissverständliches Erkennungszeichen.

Im historischen Kontext ist zu beachten, dass solche Feldbindenschlösser während verschiedener Epochen getragen wurden. Die Hochzeit ihrer Verwendung fällt in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918), wobei auch während der vorhergehenden Jahrzehnte ähnliche Formen existierten. Bayerische Offiziere trugen diese Schlösser sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten, einschließlich während des Ersten Weltkriegs.

Die Trageweise der Feldbinde war streng reglementiert. Sie wurde von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen, wo das Schloss sichtbar positioniert war. Bei Paraden, Zeremonien und offiziellen Anlässen gehörte die Feldbinde mit ihrem Schloss zur vorgeschriebenen Adjustierung. Sie war damit Teil der repräsentativen Funktion des Offiziersstandes und symbolisierte Autorität, Rang und Zugehörigkeit.

Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Antiquität hin, die trotz ihres Alters wesentliche Merkmale und Details bewahrt hat. Solche Objekte unterlagen im Laufe der Jahrzehnte natürlicher Alterung, wobei Vergoldungen besonders an Kontaktstellen Abnutzungserscheinungen zeigen können.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Auflösung der königlich-bayerischen Armee verloren solche Uniformteile ihre ursprüngliche Funktion. Sie wurden zu historischen Zeugnissen einer untergegangenen Epoche und sind heute begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die militärische Kultur und Ästhetik des Kaiserreichs geben.

Die Erforschung solcher militärischen Accessoires trägt zum Verständnis der sozialen Strukturen, der symbolischen Kommunikation und der materiellen Kultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bei. Sie dokumentieren nicht nur militärische Organisation, sondern auch Handwerkskunst, heraldische Tradition und die Bedeutung visueller Distinktion in hierarchisch gegliederten Gesellschaften.