NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorbrigade Franken - Fränkische Jura Gelände Fahrt 1936 "
Die NSKK-Teilnehmerplakette der Fränkischen Jura Geländefahrt 1936 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Vorkriegszeit des Dritten Reiches. Diese nichttragbare Plakette, hergestellt aus Feinzink mit einem Durchmesser von 72 mm, wurde von der renommierten Nürnberger Firma C. Balmberger gefertigt und dokumentiert eine bedeutende regionale Motorsportveranstaltung der Motorbrigade Franken.
Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 als motorisierte Unterorganisation der NSDAP gegründet und erhielt nach der Machtübernahme 1933 den Status einer eigenständigen Gliederung der Partei. Unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich die Organisation zu einer bedeutenden Institution, die neben der paramilitärischen Ausbildung auch die Förderung des Motorsports und der allgemeinen Kraftfahrzeugausbildung der deutschen Bevölkerung übernahm. Bis 1945 gehörten dem NSKK etwa 500.000 Mitglieder an.
Die organisatorische Struktur des NSKK gliederte sich in verschiedene regionale Einheiten. Die Motorbrigade Franken war eine dieser territorialen Gliederungen und umfasste den fränkischen Raum mit dem Zentrum Nürnberg, einer Stadt, die als “Stadt der Reichsparteitage” besondere Bedeutung im nationalsozialistischen System innehatte. Die Motorbrigaden waren wiederum in Motorstandarten, Motorstürme und kleinere Einheiten unterteilt.
Die Fränkische Jura Geländefahrt 1936 war eine typische motorsportliche Veranstaltung des NSKK, wie sie in der Mitte der 1930er Jahre häufig organisiert wurden. Solche Geländefahrten dienten mehreren Zwecken: Sie sollten einerseits die fahrerischen Fähigkeiten der Mitglieder schulen und verbessern, andererseits aber auch die Präsenz der nationalsozialistischen Organisationen in der Öffentlichkeit demonstrieren. Die Fränkische Jura, eine charakteristische Mittelgebirgslandschaft zwischen Nürnberg, Bayreuth und Regensburg, bot mit ihren kurvenreichen Straßen und topographischen Herausforderungen ideale Bedingungen für solche Motorsportveranstaltungen.
Das Jahr 1936 war für das nationalsozialistische Deutschland von besonderer Bedeutung. Die Olympischen Spiele in Berlin sollten das Regime international präsentieren, und die Remilitarisierung des Rheinlands markierte einen wichtigen Schritt der aggressiven Außenpolitik. In diesem Kontext spielten Motorsportveranstaltungen eine wichtige propagandistische Rolle, indem sie technische Modernität und organisatorische Kompetenz demonstrierten.
Die Herstellung solcher Plaketten erfolgte durch spezialisierte Firmen wie C. Balmberger aus Nürnberg, die sich auf die Produktion von Abzeichen, Plaketten und anderen Auszeichnungen spezialisiert hatten. Nürnberg war als Zentrum der Metallverarbeitung und als Sitz bedeutender Herstellerfirmen für NS-Insignien prädestiniert für solche Aufträge. Die Verwendung von Feinzink als Material war in der Zeit üblich, da es kostengünstig zu verarbeiten war und dennoch detaillierte Prägungen ermöglichte.
Nichttragbare Teilnehmerplaketten unterschieden sich von tragbaren Abzeichen dadurch, dass sie nicht an der Uniform befestigt werden sollten, sondern als Erinnerungsstücke und Sammelobjekte dienten. Sie wurden üblicherweise in Etuis oder Schachteln aufbewahrt und dokumentierten die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen. Das Sammeln solcher Plaketten war unter NSKK-Mitgliedern verbreitet und diente sowohl der persönlichen Erinnerung als auch dem Nachweis der aktiven Teilnahme an Korpsveranstaltungen.
Die motorsportlichen Aktivitäten des NSKK waren eng mit der allgemeinen Motorisierungspolitik des Dritten Reiches verbunden. Der Ausbau des Autobahnnetzes, die Förderung der Automobilindustrie durch Projekte wie den Volkswagen und die Popularisierung des Motorsports sollten Deutschland zur “automobilen Nation” machen. Das NSKK spielte dabei eine zentrale Rolle in der Ausbildung von Fahrern und Mechanikern, was auch militärische Bedeutung hatte, da gut ausgebildete Kraftfahrer für die Wehrmacht von großem Wert waren.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das NSKK zusammen mit anderen NS-Organisationen als verbrecherische Organisation eingestuft und aufgelöst. Die Mitgliedschaft im NSKK wurde bei den Entnazifizierungsverfahren berücksichtigt, wobei einfache Mitglieder meist als “Mitläufer” eingestuft wurden. Die historischen Objekte wie diese Teilnehmerplakette dienen heute als Sachzeugen einer vergangenen Epoche und sind wichtige Quellen für die Erforschung der Alltagsgeschichte und der Organisationsstruktur des Nationalsozialismus.