Preußen Tschako feldgrau für Mannschaften im Garde-Jäger-Bataillon

Kammerstück 1916. Schwarzer Ledertschako, komplett mit allen Beschlägen in Eisen feldgrau. Vorn der aufgelegte Gardestern, feldgrauer Ledersturmriemen an Knopf 91, rechts die Reichskokarde, preußisches Feldzeichen. Innen mit gelaschtem Lederfutter, gestempelt mit Hersteller «Alexander ...», «1916» und Größenangabe «56». Der Kinnriemen unauffällig repariert. Zustand 2.

Der Tschako könnte so auch im Garde-Schützen-Bataillon, dem Telegraphen-Bataillon Nr. 1, den Luftschiffer-Bataillonen Nr. 1 und 2 sowie den Flieger-Bataillonen getragen worden sein. 



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1.250,00

Preußen Tschako feldgrau für Mannschaften im Garde-Jäger-Bataillon

Der preußische Tschako war eines der charakteristischsten Kopfbedeckungen der deutschen Armee des Ersten Weltkriegs und repräsentierte die militärische Tradition Preußens in ihrer modernisierten Form. Das hier beschriebene Exemplar aus dem Jahr 1916 verkörpert den Übergang von der traditionellen schwarzen Lederausführung zur praktischeren feldgrauen Kampfausrüstung.

Der Tschako entwickelte sich aus der ursprünglich polnischen Kopfbedeckung “czapka” und wurde in der preußischen Armee seit den napoleonischen Kriegen verwendet. Die charakteristische zylindrische Form mit dem nach vorn geneigten Schirm bot sowohl praktischen Schutz als auch repräsentativen Wert. Das Garde-Jäger-Bataillon, für das diese Kopfbedeckung bestimmt war, gehörte zu den Elite-Einheiten der preußischen Garde und zeichnete sich durch besondere Tapferkeit und Disziplin aus.

Die feldgraue Farbgebung, die ab 1910 schrittweise eingeführt wurde, markierte einen revolutionären Wandel in der Militärbekleidung. Diese Entscheidung resultierte aus den Erfahrungen moderner Kriegsführung, wo Tarnung wichtiger wurde als prunkvolle Uniformierung. Der charakteristische Gardestern an der Front kennzeichnete die Zugehörigkeit zu den Garde-Einheiten und unterschied diese von den regulären Linienregimentern.

Die Reichskokarde und das preußische Feldzeichen verdeutlichten die duale Loyalität der Soldaten sowohl zum Deutschen Reich als auch zum preußischen König. Der Ledersturmriemen mit Knopf 91 bezieht sich auf das Reglement von 1891 und zeigt die kontinuierliche Entwicklung der militärischen Ausrüstung. Das gestempelte Herstellerzeichen “Alexander” weist auf einen der zahlreichen Militärausrüster hin, die während des Krieges die massive Nachfrage nach Uniformteilen zu decken hatten.

Besonders bemerkenswert ist die Vielseitigkeit dieser Kopfbedeckung, die nicht nur im Garde-Jäger-Bataillon, sondern auch in anderen Spezialeinheiten wie dem Garde-Schützen-Bataillon, dem Telegraphen-Bataillon Nr. 1 und den modernen Luftschiffer- und Flieger-Bataillonen verwendet wurde. Dies zeigt die Standardisierung der Ausrüstung und die praktische Herangehensweise der deutschen Militärverwaltung während des Krieges.