Reichsbahn Paar Kragenspiegel für Reichsbahn Beamte der Besoldungsgruppe 17a bis 12

Bevo gewebte Ausführung für den geschlossenen Kragen, Zustand 2.
495906
140,00

Reichsbahn Paar Kragenspiegel für Reichsbahn Beamte der Besoldungsgruppe 17a bis 12

Die Reichsbahn-Kragenspiegel für Beamte der Besoldungsgruppen 17a bis 12 stellen ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Eisenbahngeschichte während der Zeit des Dritten Reiches dar. Diese Rangabzeichen waren integraler Bestandteil der Dienstuniform der Deutschen Reichsbahn und spiegelten die straffe hierarchische Organisation dieses für die nationalsozialistische Kriegsführung essentiellen Verkehrsunternehmens wider.

Die Deutsche Reichsbahn entstand 1920 aus der Zusammenlegung der verschiedenen Länderbahnen der Weimarer Republik und entwickelte sich zum größten Eisenbahnunternehmen Europas. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Reichsbahn zunehmend in die Strukturen des NS-Staates eingebunden und spielte eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung im Zweiten Weltkrieg sowie bei den Deportationen während des Holocaust.

Die hier beschriebenen Kragenspiegel wurden in der hochwertigen BeVo-Webtechnik hergestellt. BeVo war die Abkürzung für die Bandfabrik Ewald Vorsteher in Wuppertal-Barmen, die sich auf die Herstellung von gewebten Abzeichen, Emblemen und Uniformeffekten spezialisiert hatte. Die BeVo-Technik zeichnete sich durch besondere Qualität und Haltbarkeit aus, da die Abzeichen nicht gestickt, sondern direkt in das Gewebe eingewoben wurden. Dies ermöglichte feine Details und eine flache, geschmeidige Beschaffenheit, die sich gut in die Uniformgestaltung einfügte.

Die Kragenspiegel waren für den geschlossenen Kragen der Reichsbahn-Uniform konzipiert, wie er bei verschiedenen Dienstkleidungsordnungen vorgeschrieben war. Die Besoldungsgruppen 17a bis 12 umfassten einen breiten Bereich des mittleren und gehobenen Dienstes bei der Reichsbahn. Dabei galt grundsätzlich: Je niedriger die Besoldungsgruppennummer, desto höher war die Position innerhalb der Behördenhierarchie.

In der Besoldungsgruppe 17a befanden sich beispielsweise Betriebsassistenten und vergleichbare Positionen des gehobenen Dienstes, während die Besoldungsgruppe 12 bereits höhere Beamte wie Reichsbahninspektoren und Reichsbahnoberinspektoren umfasste. Diese Beamten trugen erhebliche Verantwortung für den reibungslosen Ablauf des Eisenbahnbetriebs, der besonders während des Krieges von vitaler Bedeutung war.

Die Uniformgestaltung der Reichsbahn folgte strengen Vorschriften, die in den entsprechenden Dienstkleidungsordnungen festgelegt waren. Diese regelten nicht nur die Grundausstattung, sondern auch die genaue Anbringung von Rangabzeichen, Kragenspiegel und anderen Distinktionen. Die Kragenspiegel dienten dabei der unmittelbaren Erkennbarkeit des Ranges und der Zugehörigkeit zu bestimmten Dienstbereichen.

Das Tragen solcher Uniformteile war nicht nur eine Frage der Tradition, sondern hatte praktische Bedeutung für die militärähnliche Organisation der Reichsbahn. Besonders während des Zweiten Weltkrieges wurde die Reichsbahn faktisch zu einem militärischen Logistikunternehmen, das sowohl für Truppentransporte als auch für die Versorgung der Front unverzichtbar war. Die klare Kennzeichnung von Diensträngen und Verantwortlichkeiten war daher von erheblicher Wichtigkeit.

Die erhaltenen Kragenspiegel sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur und das äußere Erscheinungsbild der Deutschen Reichsbahn geben. Sie zeugen von der Detailversessenheit der nationalsozialistischen Bürokratie und der Bedeutung, die Uniformen und Abzeichen in diesem System beigemessen wurde.

Der Zustand 2 deutet auf eine gute Erhaltung hin, was bei Textilien aus dieser Zeit bemerkenswert ist. Viele dieser Uniformteile wurden nach Kriegsende vernichtet oder gingen durch Verschleiß verloren. Erhaltene Exemplare befinden sich heute in musealen Sammlungen und dienen der historischen Forschung sowie der Dokumentation dieser Epoche.

Für Sammler und Historiker sind solche Objekte von Interesse, da sie die alltägliche Realität des NS-Staates dokumentieren, jenseits der oft im Vordergrund stehenden militärischen Aspekte. Die Reichsbahn als zivile, aber hochgradig militarisierte Institution steht exemplarisch für die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die nationalsozialistische Ideologie und Organisation.