Wehrmacht Heer - Schützenschnur alter Art für Gewehrschützen 3. Stufe
Die Schützenschnur alter Art für Gewehrschützen 3. Stufe der Wehrmacht stellt ein bedeutendes Beispiel der militärischen Auszeichnungskultur des Deutschen Reiches während der Zeit von 1936 bis 1945 dar. Diese Auszeichnung gehört zu einem umfassenden System von Leistungsabzeichen, das die Schießfertigkeit der Soldaten im Heer der Wehrmacht würdigte und förderte.
Die Schützenschnüre des Heeres wurden in verschiedenen Ausführungen verliehen, wobei zwischen der “alten Art” und der “neuen Art” unterschieden wurde. Die hier beschriebene alte Art wurde hauptsächlich in den frühen Jahren der Wehrmacht getragen und basierte auf Traditionen der Reichswehr. Die Schnur bestand aus geflochtenen Fäden in den Waffenfarben, wobei für Gewehrschützen typischerweise eine silberfarbene oder grau-weiße Kordel verwendet wurde.
Das System der Schützenschnüre war in zwölf Stufen gegliedert, wobei die 3. Stufe bereits eine beachtliche Schießleistung darstellte. Jede Stufe wurde durch die Anzahl und Anordnung der anhängenden Eicheln sowie durch zusätzliche Auflagen auf der Schnur gekennzeichnet. Die dritte Stufe zeichnete sich durch zwei anhängende Eicheln aus, die am unteren Ende der Schnur befestigt waren. Diese Eicheln waren sorgfältig aus Metall gefertigt und oft mit der entsprechenden Waffenfarbe überzogen oder emailliert.
Die Verleihung der Schützenschnur erfolgte nach strengen Kriterien, die in den entsprechenden Heeresdienstvorschriften festgelegt waren. Soldaten mussten in regelmäßigen Schießübungen bestimmte Punktzahlen erreichen, um die jeweilige Stufe zu erlangen. Die Prüfungen umfassten verschiedene Schießdisziplinen, darunter Schießen auf stehende, liegende und bewegliche Ziele auf unterschiedliche Entfernungen. Die 3. Stufe erforderte bereits überdurchschnittliche Fähigkeiten und regelmäßiges Training.
Die geflochtene Schnur mit Auflage war ein charakteristisches Merkmal dieser Auszeichnung. Die Auflage, auch als Schieber oder Plakette bezeichnet, wurde auf der Schnur angebracht und zeigte häufig militärische Symbole wie den Reichsadler oder Waffenemblemen. Diese Auflagen waren meist aus Metall gefertigt und konnten versilbert, vergoldet oder in der entsprechenden Waffenfarbe emailliert sein.
Die Schützenschnur wurde an der rechten Schulter der Uniform getragen und verlief diagonal über die Brust zur linken Hüfte, wo sie unter der Uniformjacke verschwand oder mit einer Schlaufe befestigt wurde. Diese Trageweise war in der gesamten Wehrmacht einheitlich geregelt und machte die Auszeichnung für alle sichtbar. Die Schützenschnur war eine der wenigen Auszeichnungen, die im Dienstalltag regelmäßig getragen wurde.
Die Unterscheidung zwischen “alter Art” und “neuer Art” ergab sich aus einer Umstellung in den späten 1930er Jahren. Die alte Art folgte noch stärker den Traditionen der Reichswehr und wies oft eine aufwendigere Verarbeitung und detailreichere Gestaltung auf. Mit zunehmender Kriegsdauer und der damit verbundenen Materialknappheit wurden die Schützenschnüre oft vereinfacht produziert.
Die handwerkliche Fertigung dieser Auszeichnungen erfolgte durch spezialisierte Hersteller militärischer Effekten. Die Schnüre wurden aus hochwertigen Materialien gefertigt, wobei die Flechtung besondere Fachkenntnisse erforderte. Die Eicheln wurden gegossen oder geprägt und anschließend mit den Schnüren verbunden. Die Zustandsbezeichnung 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei über 80 Jahre alten militärischen Textilien als sehr positiv zu bewerten ist.
Im historischen Kontext spiegeln die Schützenschnüre die große Bedeutung wider, die die Wehrmacht der Schießausbildung und -fertigkeit ihrer Soldaten beimaß. Die Auszeichnung diente nicht nur der Anerkennung individueller Leistung, sondern auch als Ansporn für andere Soldaten, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Das gestufte System ermöglichte eine kontinuierliche Motivation und Weiterentwicklung.
Heute sind diese Schützenschnüre wichtige militärhistorische Objekte, die Einblick in das Auszeichnungswesen und die militärische Kultur der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren die Bedeutung der Schießausbildung in den Streitkräften und zeigen die handwerkliche Qualität militärischer Ausrüstungsgegenstände dieser Epoche. Als Sammlerobjekte werden sie in ihrem historischen Kontext studiert und tragen zum Verständnis der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts bei.