Wehrmacht : Komplette Bataillonsstandarte des II. Bataillons Infanterie-Regiment Nr. 119

Standort Stuttgart. Vollständig erhaltene Fahne, bestehend aus Fahnenstock (Stange), dem Fahnentuch, der Fahnenspitze, dem Fahnenring und der Fahnenbanderole.
Das Fahnentuch aus einem einzigen Stück weißer Seide mit dreiseitigem silbernem Fransenbehang aus Aluminiumgespinst. Der Saum ringsum laufend als Doppellitze. Beide Seiten zeigen das Eiserne Kreuz aus schwarzer Seide, das mit silbernen Kanten aus
Aluminiumstickerei eingefasst ist. Darauf aufgelegt, der stilisierte
Wehrmachtsadler in feiner schwarz-brauner Handstickerei mit Schattierungen, umgeben von einem gestickten Eichenlaubkranz in feiner, silberfarbiger Aluminiumstickerei. Der Kranz unten von einem goldgestickten Band zusammengehalten. Der Schnabel und die Klauen des Adlers in feiner, vergoldeter, bzw. versilberter Metallstickerei. Das Auge in farbiger Seidenstickerei.
In den vier Ecken auf Vorder- und Rückseite jeweils ein großes Hakenkreuz aus schwarzer Seide mit silbergestickter Aluminiumeinfassung. Die der Stange zugewandte, fransenfreie Seite des Tuches mit Originalbenagelung mit originaler Silberlitze an der Fahnenstange angebracht. Maße des Fahnentuches: 120 x 120 cm. Unter dem Fahnentuch der versilberte Fahnenring mit Gravur: „II. Inf.-Rgt. 119“. Die Fahnenspitze für die Fahnen und Standarten der deutschen Wehrmacht aus Aluminium. Im unteren Rand Herstellerzeichen: „BILDGIESSEREI KRAAS BERLIN S 42“.
Höhe: 27, 5 cm. Dazu die Fahnenbanderole für die Fahnen und Standarten der deutschen Wehrmacht. Die Banderole aus einem 4,6 cm breiten, silberfarbigen Ripsband mit schwarz-roten Seitenstreifen. Gesamtlänge 172 cm. An den beiden Enden jeweils eine 18,2 cm lange Quaste aus Metallfäden. Die Metallspange mit Wehrmachtsadler und dem rückseitigen Datum „16. März 1935“. Die Spange mit Datum „16. März 1936“ fehlt. Der Fahnenstock (Stange) aus geschwärzter Eiche. Am unteren Ende originaler Fahnenschuh. Gesamtlänge mit Spitze: ca. 300 cm. Altersgemäße Trage- und Gebrauchsspuren.
Das Infanterie-Regiment 119 wurde am 6. Oktober 1936 im Wehrkreis V in Stuttgart aufgestellt. Das Regiment wurde mit der Aufstellung der 25. Infanterie-Division unterstellt.
1940 wurde das Regiment motorisiert und danach als Infanterie-Regiment (motorisiert) 119 umbenannt, ab 15. Oktober 1942 dann zum Grenadier-Regiment (mot.) 119 umbenannt. Das Regiment wurde im Juni 1944 bei der Heeresgruppe Mitte vernichtet.

Regimentskommandeure: Oberst Friedrich Zickwolff Aufstellung – 30. April 1939.
Oberst Kurt Hoffmann 1. Mai 1939 – 31. Dezember 1939.
Oberst Anton Grasser 6. Februar 1940 – 1925. Januar 1942.
Prachtexemplar in schöner Erhaltung. Als komplett erhaltene Fahne bedeutendes
Stück von musealem Wert.
Zustand
207906

Wehrmacht : Komplette Bataillonsstandarte des II. Bataillons Infanterie-Regiment Nr. 119

Diese vollständig erhaltene Bataillonsstandarte des II. Bataillons, Infanterie-Regiment Nr. 119 verkörpert ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs. Das Regiment wurde am 6. Oktober 1936 im Wehrkreis V in Stuttgart aufgestellt und der 25. Infanterie-Division unterstellt, die bereits am 1. April 1936 in Ludwigslust formiert worden war. Das II. Bataillon entstand durch Umbenennnung des ehemaligen III. Bataillons des Infanterie-Regiments 13 und war in Schwäbisch Gmünd stationiert.

Die Standarte repräsentiert das standardisierte Design der Wehrmacht-Heeresfahnen, wie sie durch den Erlass vom 16. März 1936 eingeführt wurden. Dieser Erlass folgte dem Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935, das die Hakenkreuzfahne zur alleinigen Nationalflagge erklärt hatte. Die Wiedereinführung der Truppenfahnen markierte eine bewusste Rückbesinnung auf preußisch-deutsche Militärtraditionen, nachdem die Reichswehr keine Truppenfahnen geführt hatte. Das Datum des Erlasses war symbolisch gewählt: Genau ein Jahr zuvor, am 16. März 1935, hatte Hitler die Wehrhoheit der Wehrmacht und die Wiedereinführung der Wehrpflicht verkündet und damit den Versailler Vertrag gebrochen.

Die Fahnenbanderole trägt eine Metallspange mit der Datumsgravur 16. März 1935, die an diesen entscheidenden Schritt der deutschen Wiederaufrüstung erinnert. Eine zweite Spange mit dem Datum 16. März 1936, die an den Fahnenerlasserlass selbst erinnern sollte, fehlt bei diesem Exemplar. Diese Daten auf den Banderolen verweisen auf zwei Schlüsselmomente der nationalsozialistischen Militärpolitik: die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Wiederbelebung militärischer Traditionen des Kaiserreichs.

Das Fahnentuch aus weißer Seide zeigt auf beiden Seiten das Eiserne Kreuz in schwarzer Seide mit silbernen Aluminiumstickerei-Einfassungen. Darauf liegt der stilisierte Wehrmachtsadler in feiner schwarz-brauner Handstickerei mit Schattierungen, umgeben von einem gestickten Eichenlaubkranz. In allen vier Ecken befinden sich Hakenkreuze. Die Fahnenspitze aus Aluminium trägt die Herstellerbezeichnung Bildgießerei Kraas Berlin S 42, ein bedeutender Hersteller militärischer Ausrüstung dieser Zeit. Der versilberte Fahnenring ist mit der Inschrift II. Inf.-Rgt. 119 graviert.

Die militärische Geschichte des Regiments ist eng mit der deutschen Kriegführung im Zweiten Weltkrieg verbunden. Die 25. Infanterie-Division nahm am Polenfeldzug 1939 und am Frankreichfeldzug 1940 teil. Ende 1940 wurde das Regiment motorisiert und am 15. November 1940 in Infanterie-Regiment (motorisiert) 119 umbenannt. Am 15. Oktober 1942 erfolgte die Umbenennung zum Grenadier-Regiment (mot.) 119. Im Juni 1943 wurde die Stammdivision zur 25. Panzergrenadier-Division reorganisiert.

Das Regiment kämpfte ab Juni 1941 im Rahmen des Unternehmens Barbarossa an der Ostfront und war der Heeresgruppe Mitte zugeteilt. Drei Jahre Kampf in der Sowjetunion folgten. Das Schicksal des Regiments endete im Juli 1944 während der sowjetischen Operation Bagration, die zur Vernichtung der gesamten Heeresgruppe Mitte führte. Das Regiment wurde im Kessel östlich von Minsk zerschlagen. Die Überlebenden wurden zur Panzer-Brigade 107 reorganisiert. Die Division wurde im Oktober 1944 neu aufgestellt, die meisten Überlebenden kapitulierten schließlich im Mai 1945 vor den Westalliierten.

Unter den Regimentskommandeuren dienten Oberst Friedrich Zickwolff von der Aufstellung bis zum 30. April 1939, Oberst Kurt Hoffmann vom 1. Mai 1939 bis zum 31. Dezember 1939 und Oberst Anton Grasser vom 6. Februar 1940 bis zum 25. Januar 1942.

Das Überleben dieser Standarte ist bemerkenswert. Viele Wehrmacht-Fahnen wurden von sowjetischen Truppen erbeutet und bei der Moskauer Siegesparade am 24. Juni 1945 zur Schau gestellt, wo etwa 200 deutsche Militärstandarten vor dem Lenin-Mausoleum niedergeworfen wurden. Die Fahne wäre bis zur Vernichtung des Regiments im Juli 1944 in Verwendung gewesen. Ihr Überleben deutet darauf hin, dass sie vor der endgültigen Zerschlagung der Einheit möglicherweise erbeutet, evakuiert oder aus dem Fronteinsatz entfernt wurde. Diese komplett erhaltene Standarte mit allen Bestandteilen stellt ein außergewöhnliches museales Dokument deutscher Militärgeschichte dar.

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