Deutscher Ostbund ( DO ) - Mitgliedsabzeichen 2. Form

an langer Nadel, Hersteller : A.Th.Petersen Reppen GES.GESCH., Zustand 2.
352207
65,00

Deutscher Ostbund ( DO ) - Mitgliedsabzeichen 2. Form

Deutscher Ostbund (DO) - Mitgliedsabzeichen 2. Form

Der Deutsche Ostbund (DO) war eine bedeutende Organisation in der Weimarer Republik und der frühen NS-Zeit, die sich der Pflege deutscher Kultur und Interessen in den östlichen Grenzgebieten widmete. Das vorliegende Mitgliedsabzeichen in der zweiten Form, hergestellt von A.Th. Petersen aus Reppen, repräsentiert ein wichtiges Kapitel deutscher Verbandsgeschichte der Zwischenkriegszeit.

Historischer Hintergrund des Deutschen Ostbundes

Der Deutsche Ostbund wurde 1933 gegründet und entstand aus der Zusammenlegung verschiedener ostdeutscher Heimatvereine und Vertriebenenorganisationen. Die Organisation verfolgte das Ziel, das deutsche Kulturgut in den nach dem Ersten Weltkrieg abgetretenen Ostgebieten zu bewahren und die Verbindung zu den dort verbliebenen deutschen Minderheiten aufrechtzuerhalten. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 hatte das Deutsche Reich erhebliche Gebietsverluste im Osten hinnehmen müssen, darunter Teile Westpreußens, Posens und Oberschlesiens.

Der Ostbund verstand sich als kulturelle und heimatpflegerische Organisation, die durch Publikationen, Veranstaltungen und Gedenkfeiern das Bewusstsein für die östlichen Gebiete wach halten sollte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Organisation in die gleichgeschalteten Strukturen eingegliedert und für propagandistische Zwecke instrumentalisiert.

Das Mitgliedsabzeichen - Zweite Form

Das Mitgliedsabzeichen des Deutschen Ostbundes existierte in mehreren Ausführungen. Die hier beschriebene zweite Form unterscheidet sich von der ersten Variante durch bestimmte gestalterische Details und Herstellungsmerkmale. Typischerweise zeigten diese Abzeichen symbolische Elemente, die auf die Ostgebiete Bezug nahmen, häufig kombiniert mit heraldischen oder geografischen Motiven.

Die Abzeichen wurden an einer langen Nadel getragen, was für Vereins- und Verbandsabzeichen dieser Zeit charakteristisch war. Diese Trageweise ermöglichte das sichere Befestigen an der Zivilkleidung, insbesondere am Revers oder an der Jacke.

Der Hersteller A.Th. Petersen, Reppen

A.Th. Petersen war ein renommierter Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Verbandsabzeichen mit Sitz in Reppen (heute Rzepin in Polen). Die Stadt Reppen lag in der brandenburgischen Neumark, etwa 80 Kilometer östlich von Berlin. Die Firma Petersen gehörte zu den etablierten Herstellern von militärischen und zivilen Auszeichnungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Kennzeichnung “GES.GESCH.” steht für “gesetzlich geschützt” und weist darauf hin, dass das Design und die Herstellung rechtlich geschützt waren. Diese Markierung war bei hochwertigen Abzeichen üblich und sollte Fälschungen verhindern. Petersen produzierte seine Abzeichen in verschiedenen Qualitätsstufen, wobei die geschützten Varianten in der Regel die offiziellen, vom Verband autorisierten Ausführungen darstellten.

Herstellung und Material

Verbandsabzeichen dieser Epoche wurden typischerweise aus Buntmetall, häufig Tombak oder Bronze, hergestellt und teilweise emailliert. Die Herstellung erfolgte meist im Präge- oder Gussverfahren, wobei Details durch Ziselierung nachgearbeitet wurden. Die Qualität der Petersen-Produkte war allgemein hoch anerkannt, was sich in der präzisen Ausführung und Haltbarkeit der Abzeichen niederschlug.

Sammlergeschichtliche Bedeutung

Heute sind Mitgliedsabzeichen des Deutschen Ostbundes gesuchte Sammlerstücke für Interessenten der deutschen Verbandsgeschichte und Phaleristik. Sie dokumentieren einen spezifischen Abschnitt deutscher Geschichte zwischen den Weltkriegen und die komplexe Thematik der Ostgebiete. Der Zustand eines solchen Abzeichen wird üblicherweise nach einer Skala von 1 (exzellent) bis 4-5 (stark beschädigt) bewertet, wobei Zustand 2 eine gut erhaltene Ausführung mit minimalen Gebrauchsspuren bezeichnet.

Historische Einordnung

Das Abzeichen ist als zeithistorisches Dokument zu verstehen, das die Mentalitäts- und Organisationsgeschichte der Zwischenkriegszeit widerspiegelt. Die Heimat- und Ostverbände spielten eine wichtige Rolle im kollektiven Gedächtnis der deutschen Gesellschaft jener Zeit und prägten die Diskussionen um nationale Identität und territoriale Fragen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt heute im Kontext der Erforschung von Erinnerungskultur, Vertriebenengeschichte und der gesellschaftlichen Entwicklungen im Deutschland des 20. Jahrhunderts.