Hamburg Erinnerungsmedaille 100 Jährige Jubiläumsfeier in Hamburg zur Erinnerung an der Befreiung März 1913
Die Hamburger Erinnerungsmedaille zur 100-jährigen Jubiläumsfeier der Befreiung vom März 1913 stellt ein bedeutendes Stück deutscher Erinnerungskultur aus der späten Kaiserzeit dar. Diese Medaille wurde anlässlich des hundertsten Jahrestages der Befreiung Hamburgs von der französischen Besatzung während der Napoleonischen Kriege geprägt.
Historischer Hintergrund der Befreiung 1813
Im März 1813 erlebte die Hansestadt Hamburg ein entscheidendes historisches Ereignis. Nach jahrelanger Besatzung durch französische Truppen unter napoleonischer Herrschaft, die seit 1806 andauerte, wurden die Franzosen zunächst aus der Stadt vertrieben. Hamburg war 1810 sogar offiziell als Hauptstadt des französischen Départements des Bouches-de-l'Elbe dem französischen Kaiserreich einverleibt worden. Die Befreiung im Frühjahr 1813 erfolgte im Kontext der Befreiungskriege, als sich eine Koalition europäischer Mächte gegen Napoleon formierte.
Der russische General Tettenborn zog am 18. März 1813 mit seinen Kosaken in Hamburg ein und wurde von der Bevölkerung enthusiastisch empfangen. Obwohl die Franzosen unter Marschall Davout die Stadt im Mai 1813 zurückeroberten und bis Mai 1814 hielten, blieb der März 1813 im kollektiven Gedächtnis der Hamburger als Symbol der Hoffnung und des Freiheitswillens verankert.
Das Jubiläum von 1913
Ein Jahrhundert später, im Jahr 1913, befand sich das Deutsche Kaiserreich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Befreiungskriege waren Teil einer umfassenden nationalen Gedenkkultur. Überall im Reich wurden Jahrhundertfeiern zur Völkerschlacht bei Leipzig und anderen Ereignissen der Befreiungskriege begangen. Hamburg nutzte den Anlass, um an seine eigene Rolle in dieser geschichtsträchtigen Epoche zu erinnern.
Die Stadt organisierte im März 1913 feierliche Veranstaltungen, Militärparaden und patriotische Zusammenkünfte. In diesem Kontext wurde die Erinnerungsmedaille als offizielles Andenken geprägt. Solche Medaillen dienten nicht nur als persönliche Erinnerungsstücke, sondern auch als Ausdruck städtischen Stolzes und nationaler Identität.
Gestaltung und Bedeutung
Erinnerungsmedaillen dieser Art folgten typischerweise den gestalterischen Konventionen der wilhelminischen Ära. Sie zeigten häufig allegorische Darstellungen, Stadtwappen, historische Szenen oder Portraits bedeutender Persönlichkeiten. Die Medaillen wurden üblicherweise in Bronze, Silber oder anderen Metallen geprägt und waren für das Tragen an einem Band oder zur Aufbewahrung als Sammlerstück konzipiert.
Das Jahr 1913 markierte einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Während die Feierlichkeiten den Sieg über Napoleon und die nationale Einigung zelebrierten, stand Europa nur ein Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die patriotische Begeisterung, die sich in solchen Gedenkfeiern manifestierte, spiegelte auch die zunehmenden nationalistischen Spannungen der Vorkriegszeit wider.
Sammlerwert und historische Bedeutung
Heute sind diese Erinnerungsmedaillen wichtige historische Dokumente. Sie zeugen von der Erinnerungskultur des Kaiserreichs und der Art und Weise, wie historische Ereignisse instrumentalisiert wurden, um nationale Identität zu stärken. Für Sammler militärischer und ziviler Auszeichnungen stellen solche Stücke wertvolle Zeitdokumente dar, die Einblick in die Mentalität und Selbstwahrnehmung der wilhelminischen Gesellschaft geben.
Der Zustand solcher Medaillen variiert erheblich, abhängig von ihrer Aufbewahrung über mehr als ein Jahrhundert. Exemplare ohne das ursprüngliche Band sind häufig anzutreffen, da textile Materialien der Alterung stärker unterliegen als Metall. Die Erhaltungsgrade werden in der Numismatik üblicherweise nach standardisierten Kriterien bewertet.
Hamburg und seine Gedenkkultur
Die Hansestadt Hamburg hat eine lange Tradition der Kommemoration bedeutender historischer Ereignisse. Als stolze Freie und Hansestadt mit jahrhundertelanger Geschichte pflegte Hamburg stets ein besonderes Verhältnis zu seiner Vergangenheit. Die Befreiung von 1813 symbolisierte nicht nur das Ende der französischen Herrschaft, sondern auch die Wiederherstellung der städtischen Autonomie und Freiheit – Werte, die für die Hamburger Identität zentral waren.
Die Jubiläumsfeier von 1913 war somit mehr als eine rückwärtsgewandte Erinnerung; sie war Ausdruck des Selbstverständnisses einer Stadt, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit hochhielt, auch innerhalb des Deutschen Kaiserreichs.