Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere 

vergoldete Ausführung um 1910, ca. 21 mm, leicht getragen, Zustand 2.






469507
20,00

Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere 

Der Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere aus vergoldeter Ausführung repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der maritimen Militärgeschichte des Deutschen Kaiserreichs. Dieser um 1910 gefertigte Uniformknopf mit einem Durchmesser von circa 21 Millimetern verkörpert die Tradition und den Stolz der kaiserlichen Seestreitkräfte während einer der bedeutendsten Expansionsphasen der deutschen Marinegeschichte.

Die Kaiserliche Marine, offiziell 1872 aus der Preußischen Marine hervorgegangen, erlebte unter der Regentschaft Kaiser Wilhelms II. eine beispiellose Expansion. Der Kaiser, der ein besonderes Interesse an maritimen Angelegenheiten hegte, trieb den Aufbau einer Hochseeflotte voran, die mit der britischen Royal Navy konkurrieren sollte. Großadmiral Alfred von Tirpitz, Staatssekretär des Reichsmarineamtes von 1897 bis 1916, war der Architekt dieser ehrgeizigen Flottenrüstung.

Die Uniformordnungen der Kaiserlichen Marine waren streng reglementiert und folgten präzisen Vorschriften, die im Allgemeinen Marineblatt und in speziellen Uniformverordnungen festgelegt waren. Die vergoldete Ausführung der Offiziersknöpfe unterschied sich deutlich von den einfacheren Metallknöpfen der Mannschaften und Unteroffiziere. Diese Differenzierung durch Material und Ausführung war ein wesentliches Element der militärischen Hierarchie und ermöglichte die sofortige Erkennbarkeit des Ranges.

Um 1910, dem Entstehungszeitpunkt dieses Knopfes, befand sich die Kaiserliche Marine auf dem Höhepunkt ihrer Friedensstärke. Die Flottengesetze von 1898 und 1900 hatten den Grundstein für eine massive Aufrüstung gelegt, und weitere Novellen folgten 1906, 1908 und 1912. Die deutsche Flotte wuchs von einer regionalen Küstenverteidigungsmacht zu einer globalen Seemacht heran. Im Jahr 1910 verfügte die Kaiserliche Marine über moderne Schlachtschiffe der Nassau-Klasse und Helgoland-Klasse, die mit revolutionären Dreadnought-Konzepten ausgestattet waren.

Die Herstellung solcher Uniformknöpfe erfolgte durch spezialisierte Manufakturen, die oft über Generationen hinweg für die Marine produzierten. Bekannte Hersteller waren Firmen wie Assmann & Söhne aus Lüdenscheid oder Carl Dillenius aus Berlin. Die Vergoldung wurde mittels Feuervergoldung oder galvanischer Vergoldung aufgebracht, was den Knöpfen ihren charakteristischen Glanz und ihre Langlebigkeit verlieh.

Das Design der Offiziersknöpfe zeigte typischerweise den Reichsadler mit der Kaiserkrone, umgeben von einem Kranz oder maritimen Symbolen wie Ankern. Diese Ikonographie verkörperte die Verbindung zwischen kaiserlicher Autorität und maritimer Macht. Die präzise Ausführung und Qualität dieser Knöpfe spiegelte den hohen Standard wider, den die Kaiserliche Marine an ihre Uniformierung stellte.

Offiziersknöpfe dieser Art wurden an verschiedenen Uniformteilen verwendet: am Waffenrock, am großen Gesellschaftsanzug, am kleinen Dienstanzug und an verschiedenen Mänteln. Die Anzahl und Anordnung der Knöpfe war je nach Uniformart und Rang unterschiedlich geregelt. Höhere Offiziersränge trugen oft aufwendiger gestaltete Knöpfe mit feineren Details.

Der leicht getragene Zustand dieses Exemplars deutet auf tatsächlichen Diensteinsatz hin. Viele Offiziere der Kaiserlichen Marine stammten aus dem preußischen Adel oder dem gehobenen Bürgertum und betrachteten ihre Uniform als Ausdruck persönlicher Ehre und professioneller Identität. Die sorgfältige Pflege der Uniform und ihrer Bestandteile war Ausdruck militärischer Disziplin.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 endete auch die Geschichte der Kaiserlichen Marine. Die Reichsmarine der Weimarer Republik übernahm zwar Personal und einige Traditionen, aber die imperiale Symbolik verschwand aus den Uniformen. Knöpfe wie dieser wurden zu historischen Relikten einer vergangenen Epoche.

Heute sind solche Uniformknöpfe begehrte Sammlerobjekte, die Einblicke in die Materialkultur und die hierarchischen Strukturen des Kaiserreichs bieten. Sie dienen Historikern und Museen als wichtige Quellen für die Rekonstruktion von Uniformen und als Zeugnisse der maritimen Militärgeschichte Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert.