NSF - NS-Frauenschaft / Deutsches Frauenwerk - Weser-Ems 1929-1939

Eisenblechabzeichen teilweise farbig lackiert, an Nadel, Zustand 2.
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75,00

NSF - NS-Frauenschaft / Deutsches Frauenwerk - Weser-Ems 1929-1939

Das vorliegende Abzeichen der NS-Frauenschaft (NSF) und des Deutschen Frauenwerks aus dem Gau Weser-Ems stellt ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument der nationalsozialistischen Frauenorganisationen dar. Die Jahreszahlen 1929-1939 markieren eine zehnjährige Periode, die sowohl die Aufstiegsphase der NSDAP als auch die Konsolidierung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems umfasst.

Die NS-Frauenschaft entstand 1931 aus verschiedenen nationalsozialistischen Frauengruppen und wurde zur parteiinternen Organisation für weibliche Parteimitglieder. Unter der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 amtierte, entwickelte sich die NSF zur zentralen Kontrollinstanz aller nationalsozialistischen Frauenaktivitäten. Das Deutsche Frauenwerk (DFW) wurde 1933 als übergeordnete Dachorganisation gegründet, die sämtliche nicht-konfessionellen Frauenverbände gleichschaltete und unter nationalsozialistischer Kontrolle zusammenfasste.

Der Gau Weser-Ems war einer der 43 Verwaltungsbezirke der NSDAP und umfasste geografisch das Gebiet des heutigen Niedersachsens nordwestlich von Hannover, einschließlich Oldenburg, Osnabrück und der ostfriesischen Gebiete. Der Gau wurde 1925 eingerichtet und stand unter der Führung von Gauleiter Carl Röver (1928-1942). Diese Region hatte eine besondere Bedeutung für die frühe NS-Bewegung, da hier bereits in den 1920er Jahren starke nationalsozialistische Strukturen existierten.

Das Abzeichen selbst besteht aus Eisenblech und ist teilweise farbig lackiert, was der typischen Herstellungsweise von Organisationsabzeichen dieser Periode entspricht. Die Verwendung von Eisenblech anstelle edlerer Metalle war sowohl kostengünstig als auch ideologisch konform mit der nationalsozialistischen Propaganda der Bescheidenheit und Volksverbundenheit. Die farbige Lackierung diente der Kenntlichmachung und repräsentativen Gestaltung, wobei die Farben meist symbolische Bedeutung hatten.

Die zeitliche Einordnung 1929-1939 ist besonders aufschlussreich. Das Jahr 1929 markiert eine Phase, in der die NSDAP noch in der Opposition war, aber bereits erheblich an Einfluss gewann, nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In dieser Zeit begannen die nationalsozialistischen Frauenorganisationen, sich systematischer zu strukturieren. Das Endjahr 1939 bezeichnet den Beginn des Zweiten Weltkriegs, der die Rolle der Frauenorganisationen grundlegend veränderte, da nun vermehrt Aufgaben in der Kriegswirtschaft und sozialen Betreuung übernommen werden mussten.

Die NS-Frauenschaft verfolgte das ideologische Ziel, Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen und zu mobilisieren. Das primäre Frauenbild war das der deutschen Mutter und Hausfrau, die ihre Hauptaufgabe in der Kindererziehung und der Unterstützung ihres Ehemannes sah. Gleichzeitig wurden Frauen aber auch für praktische Aufgaben in der Gemeinschaft mobilisiert, etwa in der Fürsorge, der Hauswirtschaftsausbildung und später in der Kriegsunterstützung.

Abzeichen wie das vorliegende wurden bei offiziellen Anlässen, Versammlungen und Veranstaltungen getragen und dienten mehreren Zwecken: Sie identifizierten die Trägerin als Mitglied oder Funktionärin der Organisation, demonstrierten Zugehörigkeit und Loyalität zum System und schufen ein Gefühl der Gemeinschaft unter den Mitgliedern. Die Nadelkonstruktion ermöglichte das Anbringen an der Kleidung, typischerweise an Blusen oder Jacken.

Die organisatorische Struktur der NS-Frauenschaft war hierarchisch aufgebaut und spiegelte die Gaugliederung der NSDAP wider. Auf Gauebene existierten eigene Führungsstrukturen, die wiederum in Kreise, Ortsgruppen und Zellen untergliedert waren. Diese straffe Organisation ermöglichte eine effektive Kontrolle und Mobilisierung der weiblichen Bevölkerung.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaft und der Rolle von Frauen in diesem System. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie und die Mechanismen sozialer Kontrolle und Integration. Die Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation solcher Objekte ist für die historische Bildungsarbeit von erheblicher Bedeutung, um die Mechanismen totalitärer Systeme nachvollziehbar zu machen und vor deren Wiederholung zu warnen.

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