Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

emaillierte Ausführung, mit RZM-Hersteller M1/34, an Nadel, Zustand 2.
488807
150,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stellt eines der bekanntesten politischen Abzeichen des 20. Jahrhunderts dar. Diese emaillierte Ausführung mit der Herstellermarkierung RZM M1/34 repräsentiert die standardisierte Produktion von Parteiabzeichen während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.

Die NSDAP führte das Parteiabzeichen offiziell im Jahr 1920 ein, kurz nach ihrer Gründung. Das Design zeigte das Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund, umgeben von einem silberfarbenen oder goldenen Ring. Diese Farbkombination – Rot, Weiß und Schwarz – griff die Farben des ehemaligen Deutschen Kaiserreichs auf und wurde zum zentralen visuellen Element der nationalsozialistischen Bewegung.

Ab 1933, nach der Machtübernahme, wurde das Tragen des Parteiabzeichens zunehmend wichtig. Parteimitglieder waren verpflichtet, ihre Zugehörigkeit durch das Abzeichen sichtbar zu machen. Die Produktion und der Vertrieb wurden streng durch die Reichszeugmeisterei (RZM) kontrolliert, die 1929 gegründet wurde, um die Herstellung und Qualität aller Parteiuniformen und -abzeichen zu überwachen.

Die RZM-Markierung M1/34 auf diesem Exemplar liefert wichtige Informationen über seine Herkunft. Das Präfix “M1” bezeichnet eine spezifische Herstellerfirma, die von der RZM lizenziert war. Die Zahl “34” steht für eine weitere Klassifizierung innerhalb des RZM-Systems. Die Reichszeugmeisterei vergab diese Nummern systematisch an autorisierte Hersteller, um Fälschungen zu verhindern und die Qualität zu gewährleisten. Zu den bekannten Herstellern von Parteiabzeichen gehörten Firmen wie Christian Lauer aus Nürnberg, Gustav Brehmer aus Markneukirchen und viele andere spezialisierte Werkstätten.

Die emaillierte Ausführung war eine von mehreren Varianten des Parteiabzeichens. Neben emaillierten Versionen gab es auch geprägte Ausführungen aus verschiedenen Metallen. Die emaillierten Abzeichen galten als hochwertiger und wurden bevorzugt für den langfristigen Gebrauch hergestellt. Der Emaillierungsprozess erforderte handwerkliches Geschick und mehrere Brennvorgänge, um die charakteristischen leuchtenden Farben zu erzeugen.

Die Nadelkonstruktion auf der Rückseite ermöglichte das Befestigen des Abzeichens an der Zivilkleidung, typischerweise am linken Revers. Die Nadel war meist horizontal angebracht und verfügte über eine einfache Schließmechanik. Parteimitglieder trugen das Abzeichen bei öffentlichen Anlässen, Parteiveranstaltungen und im Alltag als sichtbares Zeichen ihrer politischen Zugehörigkeit.

Das RZM-System entwickelte sich kontinuierlich weiter. In den frühen 1930er Jahren wurden die Kontrollmechanismen verschärft, und die Markierungen wurden präziser. Nach 1935 führte die RZM zusätzliche Kennzeichnungen ein, darunter auch spezifische Nummern für einzelne Produktionschargen. Dies sollte nicht nur die Qualität sichern, sondern auch den illegalen Handel mit Parteiabzeichen unterbinden.

Die Mitgliedschaft in der NSDAP war mit einer einmaligen Aufnahmegebühr und monatlichen Beiträgen verbunden. Das Parteiabzeichen erhielt jedes Mitglied nach der offiziellen Aufnahme. Die Mitgliedsnummern wurden chronologisch vergeben, wobei besonders niedrige Nummern als Zeichen früher Parteizugehörigkeit galten und hohes Prestige vermittelten. Die sogenannten “Alten Kämpfer” mit Mitgliedsnummern unter 100.000 genossen innerhalb der Partei besondere Anerkennung.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Produktion von Parteiabzeichen unter RZM-Aufsicht bestehen, obwohl Materialknappheit zu Qualitätseinbußen führte. Spätere Produktionen verwendeten zunehmend Ersatzmaterialien und vereinfachte Herstellungsprozesse. Die emaillierten Ausführungen aus der Vorkriegszeit, wie das hier beschriebene Exemplar, gelten daher als qualitativ hochwertiger.

Nach 1945 wurde die NSDAP durch die Alliierten verboten, und das Tragen ihrer Symbole wurde in Deutschland illegal. Das Strafgesetzbuch (StGB) § 86a verbietet bis heute das öffentliche Zeigen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, einschließlich des Hakenkreuzes und der Parteiabzeichen. Ausnahmen gelten für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke.

Heute befinden sich solche Objekte in Museen, historischen Sammlungen und bei Militaria-Sammlern. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und sind wichtige Studienobjekte für Historiker, die die Mechanismen totalitärer Systeme erforschen. Der Zustand 2 (sehr gut) dieses Exemplars deutet darauf hin, dass es gut erhalten ist, mit nur minimalen Gebrauchsspuren, was seinen historischen und dokumentarischen Wert erhöht.