XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Teilnehmerabzeichen für einen Sportler und Mannschaftsführer in der Sportdisziplin Hockey
Alle Abzeichen aus der Sammlung stammten von deutschen Teilnehmern der Olympischen Spiele.
Das offizielle Teilnehmerabzeichen der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin für Hockey-Mannschaftsführer repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der olympischen Geschichte. Diese von L. Chr. Lauer aus Nürnberg-Berlin hergestellten Abzeichen waren essentieller Bestandteil der umfangreichen organisatorischen Struktur der nationalsozialistischen Olympischen Spiele.
Die Olympischen Spiele 1936 standen unter der direkten Kontrolle des NS-Regimes, das diese Veranstaltung als Propagandainstrument zur Darstellung des “neuen Deutschland” nutzte. Das Organisationskomitee unter Leitung von Carl Diem und Hans von Tschammer und Osten entwickelte ein komplexes System von Identifikationsabzeichen für verschiedene Teilnehmergruppen.
Hockey gehörte seit den Olympischen Spielen 1908 in London zum olympischen Programm und war 1936 eine etablierte Disziplin. Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Herren erreichte das Halbfinale und gewann die Bronzemedaille. Das hier beschriebene Abzeichen mit der Matrikelnummer 990 identifizierte einen Mannschaftsführer, eine Position von erheblicher Verantwortung innerhalb der Teamstruktur.
Die Firma L. Chr. Lauer war einer der führenden deutschen Hersteller von militärischen und zivilen Abzeichen. Das Unternehmen, mit Standorten in Nürnberg und Berlin, fertigte sowohl für staatliche als auch für private Auftraggeber. Die Verwendung von Tombak, einer Kupfer-Zink-Legierung, war charakteristisch für hochwertige Abzeichen dieser Zeit.
Das hellblaue Band mit der Aufschrift “Hockey Mannschaftsführer” folgte den offiziellen Farbcodes des Organisationskomitees. Jede Sportart und Funktionsgruppe hatte spezifische Farbkennzeichnungen, die eine schnelle Identifikation ermöglichten. Diese systematische Herangehensweise spiegelte die deutsche Gründlichkeit in der Olympia-Organisation wider.
Die Provenienz aus dem Besitz eines ehemaligen NOK-Mitglieds verleiht diesem Stück besondere historische Authentizität. Das Nationale Olympische Komitee Deutschland war die offizielle Körperschaft für die deutsche Olympiateilnahme und arbeitete eng mit den NS-Sportbehörden zusammen.
Nach 1945 wurden viele olympische Erinnerungsstücke aus der NS-Zeit als problematisch betrachtet. Heute werden sie als wichtige historische Dokumente einer komplexen Epoche der Sportgeschichte verstanden, die sowohl sportliche Leistungen als auch politische Instrumentalisierung widerspiegeln.