Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
479208
€ 35,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze

Die Schießauszeichnung in Bronze des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Traditionsorganisationen der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung wurde in verschiedenen Formen verliehen und dokumentiert die Schießfertigkeit der Mitglieder dieser einflussreichen Veteranenorganisation.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand 1921 durch den Zusammenschluss mehrerer regionaler Kriegervereine und Veteranenverbände, die ihre Wurzeln im Kaiserreich hatten. Der Name bezog sich auf das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, ein monumentales Nationaldenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. Die Organisation vereinte Veteranen des Ersten Weltkrieges und älterer Konflikte und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation der Weimarer Republik mit zeitweise über vier Millionen Mitgliedern.

Die Schießauszeichnungen wurden in drei Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Sie dienten nicht nur als Leistungsnachweis, sondern auch als Mittel zur Aufrechterhaltung militärischer Fertigkeiten und Disziplin unter den ehemaligen Soldaten. Das vorliegende Exemplar in der 2. Form deutet auf die Herstellung nach einer Neugestaltung hin, die wahrscheinlich Anfang der 1930er Jahre erfolgte, möglicherweise im Zusammenhang mit der zunehmenden Gleichschaltung durch das NS-Regime.

Die Auszeichnung wurde an einer langen Nadel getragen, was die typische Trageweise auf der linken Brustseite der Uniform oder Zivilkleidung ermöglichte. Diese Form der Befestigung war charakteristisch für Schießabzeichen und unterschied sie von anderen Auszeichnungen, die an Bändern getragen wurden.

Nach der Machtübernahme 1933 wurde der DRKB schrittweise in die nationalsozialistische Organisationsstruktur eingegliedert. 1938 erfolgte die formelle Auflösung und Eingliederung in den Nationalsozialistischen Reichskriegerbund (NSRKB) unter der Führung von Wilhelm Reinhard. Die Schießauszeichnungen behielten jedoch ihre Bedeutung und wurden weiterhin getragen, da sie die vormilitärische Ausbildung und Wehrhaftigkeit symbolisierten, die dem NS-Regime wichtig waren.

Die Bronze-Auszeichnung stellte die Einstiegsstufe dar und wurde nach Erfüllung bestimmter Schießleistungen verliehen. Die genauen Anforderungen variierten im Laufe der Zeit, umfassten aber typischerweise das Erreichen einer Mindestpunktzahl bei Schießübungen mit Kleinkalibergewehren auf festgelegte Entfernungen. Diese Übungen fanden in den lokalen Vereinen und auf Schießständen statt, die oft von den Gemeinden oder den Vereinen selbst unterhalten wurden.

Die Herstellung solcher Auszeichnungen erfolgte durch verschiedene private Hersteller und Juweliere, die von der Organisation zugelassen waren. Die Qualität konnte daher variieren, wobei die Zustandsbewertung 2 auf ein gut erhaltenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren hinweist. Das Material bestand aus bronziertem Metall oder tatsächlicher Bronze, wobei das Design typischerweise Elemente wie gekreuzte Gewehre, Eichenlaub oder das Kyffhäuser-Monument beinhaltete.

Nach 1945 wurden alle Auszeichnungen und Abzeichen des DRKB und NSRKB in Deutschland verboten. Sie dürfen heute nur noch zu Sammlungs- und Dokumentationszwecken aufbewahrt und gezeigt werden. Die historische Forschung betrachtet diese Objekte als wichtige Quellen zum Verständnis der paramilitärischen Kultur der Zwischenkriegszeit und der Militarisierung der deutschen Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Schießauszeichnungen des DRKB dokumentieren die Kontinuität militärischer Traditionen von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik bis in das Dritte Reich. Sie zeigen, wie Veteranenorganisationen zur Aufrechterhaltung militärischer Werte und Fähigkeiten in Friedenszeiten beitrugen und wie diese Strukturen später vom NS-Regime für seine Zwecke instrumentalisiert wurden.