1. Weltkrieg Foto: Zerstörtes Artilleriegeschütz

Postkartengröße, Zustand 2-
183409
€ 8,00

1. Weltkrieg Foto: Zerstörtes Artilleriegeschütz

Zerstörte Artilleriegeschütze im Ersten Weltkrieg: Dokumentation der Materialschlacht

Die vorliegende Fotografie in Postkartengröße dokumentiert ein zerstörtes Artilleriegeschütz aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918). Solche fotografischen Aufnahmen waren während des Krieges weit verbreitet und dienten verschiedenen Zwecken – von der militärischen Aufklärung über Propagandamaterial bis hin zu persönlichen Erinnerungsstücken der Soldaten.

Artillerie im Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg gilt als der erste industrialisierte Massenkrieg der Geschichte, in dem die Artillerie eine völlig neue, dominante Rolle einnahm. Schätzungen zufolge verursachte Artilleriefeuer zwischen 60 und 70 Prozent aller Kriegsverluste an der Westfront. Die Geschütze reichten von leichten Feldkanonen mit einem Kaliber von 77mm (Deutschland) oder 75mm (Frankreich) über mittelschwere Haubitzen bis hin zu schweren Belagerungsgeschützen und Eisenbahnkanonen.

Die wichtigsten Artillerietypen umfassten die deutsche 7,7-cm-Feldkanone 96 n.A., die französische Canon de 75 modèle 1897, die als technisch revolutionär galt, sowie verschiedene Haubitzen wie die deutsche 15-cm-schwere Feldhaubitze 13. Diese Waffen prägten das Schlachtfeld und verwandelten weite Landstriche in Mondlandschaften.

Zerstörung von Artilleriegeschützen

Artilleriegeschütze wurden auf verschiedene Weise zerstört oder kampfunfähig gemacht. Gegenfeuer feindlicher Artillerie stellte die häufigste Ursache dar, wobei die Entwicklung der Schallmessung und Blitzmessung ab 1915/16 die Ortung feindlicher Batterien erheblich verbesserte. Direkttreffer auf Munitionslager neben Geschützstellungen führten oft zu verheerenden Explosionen.

Weitere Ursachen für die Zerstörung waren Luftangriffe, die ab 1917 zunehmend gegen Artilleriestellungen geflogen wurden, sowie Rohrkrepierer – Explosionen im Geschützrohr durch fehlerhafte Munition oder Materialermüdung. Bei Rückzügen wurden Geschütze häufig von den eigenen Truppen unbrauchbar gemacht, indem man Sprengladungen im Rohr zündete oder wichtige Verschlussteile entfernte.

Fotografische Dokumentation

Fotografien zerstörter feindlicher Ausrüstung waren ein beliebtes Motiv für mehrere Zwecke. Propagandafotografien sollten die eigene militärische Überlegenheit demonstrieren und die Moral an der Heimatfront stärken. Offizielle Kriegsberichterstatter der verschiedenen Armeen dokumentierten systematisch Kampfhandlungen und deren Ergebnisse.

Gleichzeitig fertigten Soldaten private Aufnahmen an, die als Feldpostkarten oder persönliche Erinnerungsstücke dienten. Die Produktion und Verbreitung solcher Fotografien unterlag militärischer Zensur, wobei die Regelungen zwischen den kriegführenden Nationen variierten. Das deutsche Militär richtete bereits 1914 das Bild- und Filmamt (BUFA) ein, das ab 1917 die gesamte fotografische Kriegsdokumentation koordinierte.

Das Postkartenformat

Das Postkartenformat (typischerweise 9 x 14 cm oder 10,5 x 14,8 cm) war im Ersten Weltkrieg das Standardformat für fotografische Korrespondenz. Millionen von Feldpostkarten wurden während des Krieges verschickt, wobei Fotografien beliebter waren als reine Textkarten. Kommerzielle Fotografen in frontnahen Gebieten boten Soldaten die Möglichkeit, Aufnahmen anfertigen und als Postkarten vervielfältigen zu lassen.

Erhaltungszustand und Sammleraspekte

Der angegebene Zustand 2- entspricht in der üblichen militärhistorischen Sammlerbewertung einem guten bis sehr guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren. Für über hundert Jahre alte Fotografien ist dies bemerkenswert, da zeitgenössische Entwicklungs- und Fixierprozesse nicht immer optimal waren und viele Aufnahmen im Laufe der Jahrzehnte verblassten oder beschädigt wurden.

Historischer Wert

Fotografien wie diese sind wichtige historische Primärquellen. Sie dokumentieren nicht nur militärische Ausrüstung und Zerstörung, sondern auch die Realität des industrialisierten Krieges. Für die moderne Geschichtsforschung liefern sie visuelle Belege für Waffentypen, taktische Situationen und die Auswirkungen der Materialschlacht. Archive wie das Bundesarchiv in Koblenz, das Imperial War Museum in London oder die Bibliothèque nationale de France bewahren Millionen solcher Aufnahmen als Teil des kollektiven Gedächtnisses des Ersten Weltkrieges.

Solche Dokumente erinnern an die verheerenden Auswirkungen des ersten totalen Krieges der Moderne und dienen als mahnendes Zeugnis einer Epoche, die Europa grundlegend veränderte.