Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Silber - Miniatur 

21 mm, an Bandschleife mit Nadel, Zustand 2-
517409
75,00

Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Silber – Miniatur

Das vorliegende Sammlerstück ist eine Miniaturausführung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter in Silber, mit einer Größe von 21 mm, befestigt an einer Bandschleife mit Nadel. Diese Miniatur repräsentiert eines der bemerkenswertesten zivilen Ehrenzeichen des nationalsozialistischen Deutschlands – eine Auszeichnung, die an der Schnittstelle von Bevölkerungspolitik, Ideologie und staatlicher Anerkennung stand.

Stiftung und historischer Hintergrund

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter wurde durch Erlass vom 16. Dezember 1938 von Reichskanzler Adolf Hitler als sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter gestiftet. Die Einführung erfolgte in der Vorbereitungsphase des Zweiten Weltkriegs und verfolgte ein doppeltes Ziel: Einerseits sollte die Benachteiligung von Frauen verringert werden, andererseits sollten die Geburtenraten gesteigert und den Müttern gezeigt werden, “wie wichtig ihr Beitrag, den sie in Form von Kindern leisteten, für das Reich war.”

Die ersten öffentlichen Verleihungszeremonien fanden am Muttertag, dem 21. Mai 1939, in ganz Deutschland statt. Fortan wurden die Kreuze jährlich am zweiten Sonntag im Mai durch den Ortsgruppenleiter der NSDAP in einer feierlichen Zeremonie verliehen. Diesem waren zuvor die Ehrenkreuze und Besitzurkunden von der unteren Verwaltungsbehörde übermittelt worden. Die Verleihung war im gesamten Deutschen Reich einheitlich geregelt. Die letzten Verleihungen erfolgten im Jahr 1944.

Klassen und Verleihungskriterien

Die Auszeichnung wurde in drei Klassen verliehen: Die 1. Klasse (Gold) erhielten Mütter mit acht und mehr Kindern, die 2. Klasse (Silber) wurde an Mütter von sechs und sieben Kindern verliehen, und die 3. Klasse (Bronze) ging an Mütter von vier und fünf Kindern. Voraussetzung für die Verleihung war, dass die Mutter “deutschblütig und erbtüchtig” war und die Kinder lebend geboren wurden. Die Auszeichnung wurde von 1939 bis 1945 an reichsdeutsche Mütter verliehen, die Unbescholtenheit, vorbildliche Mutterschaft und die Erziehung von mindestens vier Kindern nachweisen konnten. Gemäß den Nürnberger Gesetzen galten deutsche Juden und Personen mit teilweise jüdischer Abstammung nicht als vollwertige Reichsbürger und waren von der Verleihung des Ehrenkreuzes ausgeschlossen. Mitglieder der Hitlerjugend wurden zudem angewiesen, einer Trägerin des Mutterkreuzes bei Begegnung ehrerbietig zu grüßen (salutieren).

Physische Beschreibung

Das Ehrenkreuz hat die Form eines langgestreckten Kreuzes aus versilberter Bronze. Die Kreuzarme sind silbern eingefasst und an den Enden nach innen gebogen. Die Vollgröße misst 42 x 35 mm. Das Kreuzdesign ist eine schlanke, langgestreckte Form des Eisernen Kreuzes oder Tatzenkreuzes, transluzent-blau emailliert mit einem schmalen opak-weißen Rand. Auf dem silbernen Zentralmedaillon (15 mm) mit breitem Rand befindet sich die Inschrift: oben – DER – DEUTSCHEN – unten – MUTTER –. Im eingeschlossenen weiß emaillierten Feld zeigt sich das silbern eingefasste, schwarze Hakenkreuz. Die Rückseite ist glatt und versilbert, gestempelt mit der dreizeiligen Inschrift: 16. – / – Dezember – / – 1938 – darunter die Signatur Adolf Hitlers.

Ein Herstellerzeichen wurde auf den Kreuzen selbst nie angebracht, obwohl jede offizielle Fertigungsstätte ihren Namen auf der dunkelblauen Präsentationsschatulle (Innendeckel) für das goldene Kreuz 1. Klasse bzw. auf den Verpackungsbeuteln (Rückseite) für das Kreuz 2. und 3. Klasse anbrachte. Die Herstellung oblag mehreren etablierten, von der Präsidialkanzlei zugelassenen Ordensmachern aus dem gesamten Deutschen Reich. Die Leistungsgemeinschaft der Deutschen Ordenshersteller (LDO), 1941 gegründet, übernahm die Qualitätskontrolle bei der Produktion von Orden und Auszeichnungen.

Die Miniaturausführung

Die hier vorliegende Miniatur mit einer Größe von etwa 2 cm war eine halboffizielle, optionale Ergänzung, die in allen drei Klassen hergestellt wurde. Sie war an einer blau-weißen Bandschleife befestigt und ausschließlich zum allgemeinen täglichen Tragen zugelassen. Auch das alleinige Tragen der blau-weißen Bandschleife ohne angehängte Miniatur war für denselben Zweck genehmigt. Die Miniaturen konnten privat bei autorisierten Bezugsquellen wie Juweliergeschäften oder direkt bei den LDO-zugelassenen Ordensherstellern erworben werden. Das Band misst 10 mm in der Breite (blau) mit Randstreifen weiß/blau/weiß von je 1 mm.

Verleihungszahlen

Aufgrund der unerwartet hohen Anzahl von 5,5 Millionen Ehrenkreuzen in der ersten Planung wurden bei der Erstverleihung zunächst nur Mütter geehrt, die bereits über 60 Jahre alt waren. Bis September 1941 hatten 4,7 Millionen Frauen das Mutterkreuz erhalten. Diese Zahl stieg in den folgenden Jahren nur noch moderat an.

Erste Empfängerin

Die erste Frau, die das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter erhielt, war Magda Goebbels, die Ehefrau des nationalsozialistischen Propagandaministers Joseph Goebbels.

Nachkriegsgeschichte

Mit der alliierten Besetzung des ehemaligen Reiches 1945 wurde das Tragen des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter wegen seiner nationalsozialistischen Assoziation untersagt. Die Auszeichnung wurde durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 offiziell abgeschafft. Das Ehrenkreuz gehört zu den nationalsozialistischen Auszeichnungen, deren Tragen in der Bundesrepublik Deutschland gemäß dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in keiner Form gestattet ist. Das Mutterkreuz gehörte nicht zu den NS-zeitlichen Auszeichnungen, die für ein nachträgliches Tragen durch Empfängerinnen in neugestalteter Form zugelassen wurden. Da das Design ein Hakenkreuz enthält, ist die öffentliche Zurschaustellung nationalsozialistischer Symbole in Deutschland und anderen Ländern strafbar.