Japan, Erinnerungsmedaille für das 2600. Jahr des Bestehens Japans

Bronze, am original Band. Verleihungsetui mit Aufschrift. Zustand 2-.
407009
45,00

Japan, Erinnerungsmedaille für das 2600. Jahr des Bestehens Japans

Die Erinnerungsmedaille für das 2600. Jahr des Bestehens Japans (japanisch: Kigen Nisen Roppyaku-nen Kinen-shō) stellt ein bedeutendes Kapitel in der japanischen Medaillengeschichte des 20. Jahrhunderts dar. Diese aus Bronze gefertigte Auszeichnung wurde im Jahr 1940 anlässlich eines der wichtigsten nationalen Jubiläen des modernen Japan geschaffen.

Nach der traditionellen japanischen Zeitrechnung wurde das Jahr 1940 als das 2600. Jahr seit der Gründung des japanischen Kaiserreichs durch Kaiser Jimmu im Jahr 660 v. Chr. betrachtet. Dieses mythologische Datum, das tief in der japanischen Staatsideologie und dem Shintō-Glauben verwurzelt war, bildete die Grundlage für ausgedehnte Feierlichkeiten im gesamten Reich. Die Regierung unter Premierminister Fumimaro Konoe nutzte dieses Jubiläum zur Stärkung des nationalen Zusammenhalts in einer Zeit zunehmender militärischer Expansion.

Die Medaille wurde durch einen kaiserlichen Erlass geschaffen und an eine breite Palette von Empfängern verliehen. Dies umfasste nicht nur Militärangehörige, sondern auch Zivilbeamte, verdiente Bürger und ausländische Würdenträger, die zur Stärkung Japans beigetragen hatten. Die Bronze-Ausführung stellte dabei die am weitesten verbreitete Variante dar, während es auch Versionen in Silber für höherrangige Empfänger gab.

Das Design der Medaille spiegelt die traditionelle japanische Symbolik wider. Typischerweise zeigt die Vorderseite das Chrysanthemen-Wappen (Kikumon) der kaiserlichen Familie, umgeben von Inschriften, die auf das Jubiläum verweisen. Die Rückseite trägt oft weitere Symbole der kaiserlichen Macht und des Staates. Das originale Band, an dem die Medaille getragen wurde, folgte den strengen Vorschriften des japanischen Ordenswesens und wies charakteristische Farben auf, die die Bedeutung der Auszeichnung unterstrichen.

Das Verleihungsetui mit Aufschrift ist ein wesentlicher Bestandteil der Authentizität und des historischen Wertes dieser Medaillen. Diese Etuis wurden aus lackiertem Holz oder Pappe gefertigt und trugen sowohl auf dem Deckel als auch innen Inschriften, die den Anlass und oft auch den Namen des Empfängers dokumentierten. Die sorgfältige Aufbewahrung in diesen Original-Etuis war für japanische Ordensträger eine Selbstverständlichkeit und spiegelt den hohen Stellenwert wider, den derartige staatliche Ehrungen in der japanischen Gesellschaft besaßen.

Die historische Bedeutung dieser Medaille muss im Kontext der japanischen Politik der späten 1930er und frühen 1940er Jahre verstanden werden. Japan befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Zweiten Sino-Japanischen Krieg (seit 1937) und hatte den Antikominternpakt mit Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien unterzeichnet. Die Feierlichkeiten zum 2600-jährigen Jubiläum dienten nicht nur der Glorifizierung der kaiserlichen Vergangenheit, sondern auch der Mobilisierung der Bevölkerung für die militärischen Unternehmungen des Reiches.

Zu den groß angelegten Feierlichkeiten des Jahres 1940 gehörten Massenveranstaltungen, militärische Paraden und kulturelle Darbietungen im ganzen Land. Es wurden monumentale Bauwerke errichtet, und bekannte Komponisten wie Richard Strauss wurden beauftragt, Jubiläumswerke zu komponieren. Die Verleihung der Gedenkmedaille war Teil dieser umfassenden Propagandakampagne, die die göttliche Abstammung des Kaisers und die Überlegenheit der japanischen Nation betonen sollte.

Aus numismatischer und militärhistorischer Perspektive sind diese Medaillen heute wichtige Zeitzeugen der japanischen Geschichte. Der Erhaltungszustand “2-” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das geringe Gebrauchsspuren aufweist, aber weitgehend im Originalzustand verblieben ist. Solche Stücke mit vollständigem Original-Band und Verleihungsetui sind bei Sammlern besonders begehrt, da sie die Gesamtheit der militärischen Auszeichnungspraxis dokumentieren.

Die Produktion dieser Medaillen erfolgte in staatlichen Münzprägeanstalten unter strengen Qualitätskontrollen. Die Verwendung von Bronze als Material war sowohl aus praktischen als auch aus traditionellen Gründen gewählt worden. Bronze hatte in der japanischen Kultur eine lange Geschichte und war mit Beständigkeit und Würde assoziiert. Gleichzeitig erlaubte das Material eine kostengünstige Massenproduktion für die große Anzahl vorgesehener Empfänger.

Heute dienen diese Medaillen als wichtige Studienobjekte für Historiker, die sich mit der japanischen Militärgeschichte, der Propagandapolitik der Shōwa-Zeit und dem Ordenswesen des japanischen Kaiserreichs befassen. Sie dokumentieren einen Höhepunkt des japanischen Nationalismus unmittelbar vor dem Eintritt Japans in den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 und sind somit unschätzbare Zeugnisse einer historischen Epochenwende.

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