Prinz Heinrich von Preußen: silberne "Einladungskarte" der Deutsch-Amerikanischen Bürgerunion der Stadt Kansas City anlässlich seines Staatsbesuchs 1902

Große massiv silberne rechteckige Platte mit sehr schöner Gravur: amerikanischer Hoheitsadler und Stadtwappen Kansas City, Mo January 21 - 1902", darunter der fein gravierte Text.: "To His Royal Highness Prince Henry of Prussia - The German-American Citizens Union of this City together with The Commercial Club extend you a most cordial invitation to become our guest at Kansas City upon the occasion of your visit to the United States of America. Yours very respectully" mit den 4 Faksimile Unterschriften der Vorsitzenden der beiden Vereinigungen. Fertigung aus 925er Silber, Gewicht 935 Gramm, 13 x 20 x 0,5 cm. Rückseitig "Jaccard Jewelry, Co. Kansas City Mo. U.S.A.". Komplett im original Präsentationsetui, mit dunklem Leder bezogen und Goldaufdruck "Invitation to H.R.H. Price Henry of Prussia to Visit Kansas City, Mo. 1902". Innen gefüttert mit dunkelblauem Samt und Seide. 
Die Einladungskarte und das Etui mit leichten Altersspuren, Kratzer, Gesamtzustand 2. Dazu eine original Postkarte in Kaiserlicher Marineuniform.

Heinrich von Preußen (* 14. August 1862 in Potsdam; † 20. April 1929 in Hemmelmark).
Albert Wilhelm Heinrich von Preußen war ein Sohn des späteren Kaisers Friedrich III. und Enkel Kaiser Wilhelms I. Seine Mutter, Kaiserin Victoria, war die älteste Tochter der britischen Queen Victoria. Heinrich war der jüngere Bruder Kaiser Wilhelms II.
Kaiser Wilhelm II. sandte seinen Bruder, Prinz Heinrich, vom 22. Februar bis 11. März 1902 auf eine diplomatische Goodwill-Tour durch die USA, auf der er in 18 Tagen in einem Sonderzug 4000 Meilen zurücklegte, dabei 25 Städte der Ostküste und des mittleren Westens besuchte und in zahlreichen Paraden und Empfängen die amerikanische Bevölkerung als liberaler und demokratischer Aristokrat begeisterte. Aufgrund des gedrängten Programms konnte er sich nur in wenigen Städten länger als vier Stunden aufhalten, darunter in New York, wo er der Schiffstaufe der neuen Yacht Meteor III seines Bruders am 25. Februar durch Alice Roosevelt beiwohnte, in Cambridge zur Übergabe zahlreicher deutscher Skulpturen und Statuen als Geschenk Kaiser Wilhelms II. an das Germanic Museum (heute im Busch-Reisinger-Museum) und um in der Harvard University die Ehrendoktorwürde in Empfang zu nehmen, außerdem verweilte er länger in Washington, Chicago, St. Louis, Milwaukee, Cincinnati und Philadelphia. Hochbedeutendes amerikanisches Geschenk aus dem preußischen Herrscherhaus.
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Prinz Heinrich von Preußen: silberne "Einladungskarte" der Deutsch-Amerikanischen Bürgerunion der Stadt Kansas City anlässlich seines Staatsbesuchs 1902

Die silberne Einladungsplakette, die Prinz Heinrich von Preußen im Januar 1902 von der Deutsch-Amerikanischen Bürgerunion und dem Commercial Club von Kansas City überreicht wurde, stellt ein außergewöhnliches Zeugnis der deutsch-amerikanischen Beziehungen an der Wende zum 20. Jahrhundert dar. Diese aufwendig gearbeitete Silberplatte dokumentiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte der diplomatischen Bemühungen des Deutschen Kaiserreichs, seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken.

Prinz Albert Wilhelm Heinrich von Preußen (1862-1929) war der jüngere Bruder Kaiser Wilhelms II. und ein hochrangiger Marineoffizier, der sich besonders durch seine Verdienste beim Aufbau der kaiserlichen Kriegsflotte auszeichnete. Als Sohn des späteren Kaisers Friedrich III. und Enkel Kaiser Wilhelms I. sowie mütterlicherseits Enkel der britischen Königin Victoria, verkörperte er die dynastischen Verbindungen zwischen den europäischen Herrscherhäusern. Seine Persönlichkeit galt als wesentlich liberaler und zugänglicher als die seines älteren Bruders, was ihn zum idealen Repräsentanten für eine diplomatische Mission in die demokratischen Vereinigten Staaten machte.

Die Goodwill-Tour von 1902 war eine sorgfältig orchestrierte diplomatische Initiative Kaiser Wilhelms II., die vom 22. Februar bis zum 11. März andauerte. In nur 18 Tagen legte Prinz Heinrich mit einem Sonderzug 4000 Meilen zurück und besuchte 25 Städte an der Ostküste und im mittleren Westen der USA. Diese Reise fand in einer Zeit statt, als das Deutsche Kaiserreich bestrebt war, seine internationale Position zu festigen und insbesondere die Beziehungen zu Amerika zu intensivieren. Die zahlreichen deutschen Einwanderer in den USA bildeten eine wichtige Brücke zwischen beiden Nationen.

Kansas City gehörte zu den bedeutenden Stationen dieser Reise, obwohl der straffe Zeitplan meist nur Aufenthalte von wenigen Stunden erlaubte. Die Stadt am Missouri River hatte sich zu einem wichtigen Zentrum des Handels und der Industrie entwickelt und beherbergte eine beträchtliche deutschstämmige Bevölkerung. Die Deutsch-Amerikanische Bürgerunion war eine von vielen Organisationen, die in amerikanischen Städten von deutschen Einwanderern gegründet wurden, um ihre kulturelle Identität zu bewahren und gleichzeitig ihre Integration in die amerikanische Gesellschaft zu fördern.

Die Einladungsplakette selbst ist ein Meisterwerk der amerikanischen Silberschmiedekunst. Gefertigt aus 925er Sterling-Silber mit einem Gewicht von 935 Gramm und Abmessungen von 13 x 20 cm, zeigt sie die charakteristischen Merkmale hochwertiger amerikanischer Juweliersarbeit der Jahrhundertwende. Die Gravur zeigt den amerikanischen Hoheitsadler und das Stadtwappen von Kansas City, ergänzt durch den förmlichen Einladungstext und die Faksimile-Unterschriften der Vorsitzenden beider einladender Organisationen. Die Rückseitige Markierung “Jaccard Jewelry Co. Kansas City Mo. U.S.A.” identifiziert den Hersteller, ein renommiertes Juweliergeschäft der Stadt.

Das dazugehörige Präsentationsetui, mit dunklem Leder bezogen und mit Goldaufdruck versehen, innen mit dunkelblauem Samt und Seide gefüttert, entspricht den höchsten Standards für offizielle Geschenke dieser Epoche. Solche aufwendigen Präsentationen waren charakteristisch für die diplomatischen Gepflogenheiten der wilhelminischen Ära, in der repräsentative Gesten und materielle Symbole der Ehrerbietung eine zentrale Rolle spielten.

Die Reise des Prinzen war von großem öffentlichen Interesse begleitet. Zeitgenössische Berichte beschreiben enthusiastische Empfänge, Paraden und Festbankette. Zu den Höhepunkten gehörten die Schiffstaufe der kaiserlichen Yacht Meteor III durch Alice Roosevelt, die Tochter des Präsidenten, in New York am 25. Februar, sowie die Überreichung zahlreicher deutscher Kunstwerke an das Germanic Museum in Cambridge (heute Busch-Reisinger-Museum) als Geschenk Kaiser Wilhelms II. In Harvard erhielt Prinz Heinrich die Ehrendoktorwürde, eine Anerkennung, die die wissenschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Amerika unterstrich.

Solche silbernen Einladungsplaketten und Erinnerungsstücke waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein verbreitetes Medium für offizielle Anlässe in den Vereinigten Staaten. Sie dienten nicht nur als formelle Einladungen, sondern auch als bleibende Erinnerungen an bedeutende historische Ereignisse. Für die deutschen Organisationen in amerikanischen Städten bot der Besuch des Prinzen eine Gelegenheit, ihre Loyalität sowohl zur alten als auch zur neuen Heimat zu demonstrieren.

Im historischen Kontext markiert diese Goodwill-Tour einen Moment relativer Harmonie in den deutsch-amerikanischen Beziehungen, nur zwölf Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der diese Beziehungen grundlegend verändern sollte. Die deutschstämmige Bevölkerung in den USA, die 1902 noch stolz ihre Herkunft zelebrierte, sah sich während des Krieges zunehmender Diskriminierung ausgesetzt. Objekte wie diese Einladungsplakette erinnern an eine Epoche, als die kulturellen und diplomatischen Verbindungen zwischen beiden Nationen noch gepflegt wurden und als Symbol der Hoffnung auf dauerhafte Freundschaft dienten.