Reichsluftschutzbund ( RLB )

Amtsträgerabzeichen in Gold 2. Form, an langer Nadel mit Sicherung, Hersteller : F.H.B. ( Ferdinand Hoffstätter Bonn ) GES.GESCH.. Die Vergoldung ist nur noch teilweise vorhanden sonst Zustand 2.
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€ 250,00

Reichsluftschutzbund ( RLB )

Das Amtsträgerabzeichen des Reichsluftschutzbundes (RLB) in Gold der zweiten Form repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Zivilschutzgeschichte während der nationalsozialistischen Ära. Der Reichsluftschutzbund wurde am 29. April 1933 als zentrale Organisation für den zivilen Luftschutz im Deutschen Reich gegründet und unterstand direkt dem Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring.

Die Gründung des RLB erfolgte vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Luftwaffe in modernen Kriegsszenarien. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, in dem erstmals Luftangriffe auf Zivilbevölkerung durchgeführt wurden, erkannte die nationalsozialistische Führung die Notwendigkeit einer umfassenden Zivilschutzorganisation. Der RLB hatte die Aufgabe, die deutsche Bevölkerung auf mögliche Luftangriffe vorzubereiten und im Ernstfall zu schützen.

Das hier beschriebene Amtsträgerabzeichen in Gold, zweite Form, wurde an verdiente Funktionäre des RLB verliehen. Die Abzeichen waren hierarchisch gegliedert und existierten in verschiedenen Ausführungen: Bronze für einfache Amtsträger, Silber für mittlere Funktionsträger und Gold für höhere Amtsträger und besonders verdiente Mitglieder. Die zweite Form des Abzeichens wurde etwa ab 1938 eingeführt und unterschied sich in Details von der ersten Form, die von 1933 bis etwa 1938 verwendet wurde.

Der Hersteller Ferdinand Hoffstätter aus Bonn, gekennzeichnet durch die Herstellermarke F.H.B., war einer der offiziell autorisierten Produzenten von NS-Abzeichen und Auszeichnungen. Die Firma gehörte zu den etablierten Herstellern militärischer und paramilitärischer Insignien in der Zeit des Dritten Reiches. Die Markierung GES.GESCH. (Gesetzlich Geschützt) weist auf den rechtlichen Schutz des Designs hin und war typisch für offizielle Auszeichnungen dieser Periode.

Die technische Ausführung des Abzeichens mit langer Nadel und Sicherung entsprach den damaligen Standards für Ansteckabzeichen, die an der Uniform oder Zivilkleidung getragen wurden. Die Vergoldung erfolgte in der Regel durch Feuervergoldung oder galvanische Verfahren, wobei die Qualität je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt variieren konnte. Der Umstand, dass die Vergoldung nur noch teilweise vorhanden ist, spiegelt die typische Alterung solcher Objekte wider und deutet auf häufiges Tragen oder Lagerung unter nicht optimalen Bedingungen hin.

Der Reichsluftschutzbund erreichte auf seinem Höhepunkt eine Mitgliederzahl von über 22 Millionen Menschen und war damit eine der größten Massenorganisationen des NS-Staates. Die Organisation gliederte sich in Orts-, Kreis- und Gaugruppen und unterhielt ein weitverzweigtes Netz von Ausbildungsstätten. Zu den Aufgaben gehörten die Ausbildung in Luftschutzmaßnahmen, die Organisation von Verdunkelungsübungen, die Einrichtung von Luftschutzkellern und die Schulung von Luftschutzwarten.

Die Amtsträger des RLB, die berechtigt waren, dieses goldene Abzeichen zu tragen, hatten in der Regel mehrjährige Dienstzeit und besondere Verdienste in der Organisation vorzuweisen. Sie waren verantwortlich für die Koordination lokaler Luftschutzmaßnahmen, die Ausbildung der Bevölkerung und die Durchführung von Übungen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 gewann die Arbeit des RLB erheblich an Bedeutung, da die alliierten Luftangriffe auf deutsche Städte zunahmen.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945 wurde der Reichsluftschutzbund zusammen mit allen anderen NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Die Abzeichen und Auszeichnungen des RLB wurden Teil der militärhistorischen Sammlungen und dokumentieren heute ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte von erheblichem historischem und sammlertechnischem Interesse. Sie dokumentieren die umfassende Organisation und Mobilisierung der Zivilbevölkerung im nationalsozialistischen Staat und erinnern an die Auswirkungen des totalen Krieges auf die Zivilbevölkerung. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient der historischen Aufarbeitung und dem Verständnis dieser Epoche.