SA - Sturmabteilungen der NSDAP - Reserve II ( SAR ) - Mitgliedsabzeichen

Hersteller : GES.GESCH., an langer Nadel, Zustand 2.
510109
25,00

SA - Sturmabteilungen der NSDAP - Reserve II ( SAR ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen der SA-Reserve II (SAR) stellt ein wichtiges Zeugnis der organisatorischen Struktur der Sturmabteilungen der NSDAP in der Zeit des Nationalsozialismus dar. Dieses Abzeichen dokumentiert die Existenz einer speziellen Reserveeinheit innerhalb der SA-Organisation, die eine bedeutende Rolle in der Mobilisierung und Kontrolle ehemaliger SA-Mitglieder spielte.

Die Sturmabteilungen (SA) wurden 1920/21 als paramilitärische Kampforganisation der NSDAP gegründet und entwickelten sich in den 1920er und frühen 1930er Jahren zu einer Massenorganisation. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 zählte die SA mehrere Millionen Mitglieder. Die Organisation bestand aus aktiven Einheiten sowie verschiedenen Reserve- und Hilfsformationen, zu denen auch die SA-Reserve II gehörte.

Die SA-Reserve wurde in mehrere Kategorien unterteilt. Die SA-Reserve I umfasste ältere, aber noch dienstfähige Mitglieder, während die SA-Reserve II (SAR) für Mitglieder vorgesehen war, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr im aktiven Dienst stehen konnten oder wollten, aber ihre formale Verbindung zur Organisation aufrechterhalten sollten. Diese Regelung ermöglichte es der SA-Führung, einen großen Pool ehemaliger Mitglieder organisatorisch zu erfassen und bei Bedarf zu mobilisieren.

Das vorliegende Abzeichen trägt die Herstellermarkierung “GES.GESCH.”, eine Abkürzung für “Gesetzlich Geschützt”. Diese Kennzeichnung war in der Zeit des Dritten Reiches üblich und sollte die autorisierten Hersteller von offiziellen Partei- und Organisationsabzeichen kennzeichnen. Die Produktion solcher Abzeichen unterlag strengen Kontrollen, um Fälschungen zu verhindern und die Exklusivität der offiziellen Auszeichnungen zu gewährleisten.

Die technische Ausführung mit langer Nadel entspricht der typischen Trageweise der SA-Abzeichen jener Zeit. Diese wurden üblicherweise an der Uniform oder Zivilkleidung auf der linken Brustseite befestigt. Die Nadelbefestigung war die gängigste Methode zur Anbringung von Mitgliedsabzeichen und ermöglichte ein einfaches An- und Ablegen.

Nach den SA-Dienstvorschriften mussten Angehörige der verschiedenen SA-Einheiten, einschließlich der Reserveformationen, ihre Zugehörigkeit durch entsprechende Abzeichen sichtbar machen. Dies diente der klaren Identifikation und der Demonstration der organisatorischen Hierarchie innerhalb der SA-Struktur. Die Abzeichen waren nicht nur Erkennungszeichen, sondern auch Symbole der Loyalität zur nationalsozialistischen Bewegung.

Die Bedeutung der SA-Reserve II wuchs besonders in den späteren Jahren des NS-Regimes, als durch Einberufungen zur Wehrmacht, berufliche Verpflichtungen oder andere Umstände viele SA-Männer nicht mehr regelmäßig am aktiven Dienstbetrieb teilnehmen konnten. Die Einordnung in die Reserve II ermöglichte es diesen Personen, ihre formale Mitgliedschaft aufrechtzuerhalten, ohne die vollständigen Dienstpflichten erfüllen zu müssen.

Nach dem Röhm-Putsch vom 30. Juni 1934, auch als “Nacht der langen Messer” bekannt, verlor die SA erheblich an politischer Macht. Die Organisation wurde der SS unterstellt und ihre Rolle beschränkte sich zunehmend auf vormilitärische Ausbildung und propagandistische Aufgaben. Dennoch blieb die SA bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges formal bestehen, und ihre Reserveeinheiten hatten weiterhin administrative Funktionen.

Das Sammeln und Studieren solcher Abzeichen ist heute von historischer Bedeutung für das Verständnis der komplexen Organisationsstruktur des NS-Regimes. Sie dokumentieren die systematische Erfassung und Kontrolle der Bevölkerung durch verschiedene Parteiorganisationen und deren Untereinheiten.

Nach 1945 wurden durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 die NSDAP und alle ihre Gliederungen, einschließlich der SA, aufgelöst und für illegal erklärt. Der Besitz von SA-Abzeichen und anderen NS-Devotionalien wurde reguliert. Heute unterliegt der Handel mit solchen Objekten in Deutschland und anderen Ländern besonderen gesetzlichen Bestimmungen, wobei der wissenschaftliche, historische und aufklärerische Kontext berücksichtigt wird.

Das vorliegende Abzeichen ist ein authentisches Zeitzeugnis, das Einblick in die organisatorische Differenzierung innerhalb der SA gewährt und die Systematik dokumentiert, mit der das NS-Regime seine Anhängerschaft strukturierte und kontrollierte. Es erinnert an eine dunkle Epoche deutscher Geschichte und mahnt zur kritischen Auseinandersetzung mit totalitären Strukturen.