Deutsches Rotes Kreuz ( DRK ) - Brosche für " Helferin "

emailliert, rückseitig ELM, GES.GESCH., an Nadel, Zustand 2.
497810
50,00

Deutsches Rotes Kreuz ( DRK ) - Brosche für " Helferin "

Die Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Helferinnen-Brosche stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Sanitäts- und Wohlfahrtsgeschichte während des Dritten Reiches dar. Diese emaillierten Abzeichen wurden an weibliche Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes verliehen und symbolisierten deren Dienst in einer der wichtigsten Hilfsorganisationen des nationalsozialistischen Deutschlands.

Das Deutsche Rote Kreuz wurde 1921 als Dachorganisation verschiedener deutscher Rotkreuzvereine gegründet. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 erfolgte eine schrittweise Gleichschaltung der Organisation. Im Dezember 1937 wurde das DRK durch das Gesetz über das Deutsche Rote Kreuz vollständig in den nationalsozialistischen Staat eingegliedert und dem Reichsinnenministerium unterstellt. Der Präsident des DRK wurde fortan vom Führer und Reichskanzler ernannt.

Die Helferinnen des DRK bildeten das Rückgrat der zivilen Sanitätsversorgung. Sie waren in verschiedenen Bereichen tätig: in Krankenhäusern, bei der häuslichen Krankenpflege, im Sanitätsdienst bei Veranstaltungen, in der Ausbildung von Ersthelfern und später besonders in der Kriegsversorgung. Während des Zweiten Weltkrieges wuchs die Bedeutung der DRK-Helferinnen dramatisch an, da sie in der Verwundetenversorgung, bei der Betreuung von Flüchtlingen und in der zivilen Luftschutzversorgung unverzichtbar wurden.

Die vorliegende Brosche trägt auf der Rückseite die Herstellermarke ELM sowie den Vermerk GES.GESCH. (Gesetzlich Geschützt). Die Firma ELM gehörte zu den anerkannten Herstellern von Auszeichnungen und Abzeichen während der NS-Zeit. Der Vermerk “Gesetzlich Geschützt” weist darauf hin, dass das Design urheberrechtlich geschützt war und nur von autorisierten Herstellern produziert werden durfte. Dies sollte die Herstellung von Fälschungen verhindern und die Integrität der Auszeichnung gewährleisten.

Die Emaillierung dieser Broschen erfolgte in aufwendiger Handarbeit. Das charakteristische rote Kreuz auf weißem Grund entsprach den internationalen Symbolen des Roten Kreuzes, wie sie in der Genfer Konvention festgelegt waren. Die technische Ausführung mit Emailletechnik sorgte für Langlebigkeit und Farbbeständigkeit des Abzeichens. Die Nadel auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an der Uniform oder zivilen Kleidung.

Das Tragen solcher Abzeichen war streng reglementiert. Sie durften nur von offiziell registrierten und ausgebildeten Helferinnen getragen werden. Die Verleihung erfolgte nach Absolvierung entsprechender Ausbildungskurse und einer Dienstzeit. Die Abzeichen dienten der Identifikation im Einsatz und verliehen den Trägerinnen eine offizielle Autorität in Notfallsituationen.

Während des Krieges expandierte das DRK erheblich. 1939 hatte die Organisation etwa 2,3 Millionen Mitglieder, bis 1945 stieg diese Zahl auf über 3,5 Millionen an. Die überwiegende Mehrheit waren Frauen, die als Helferinnen in verschiedenen Kapazitäten dienten. Sie leisteten oft unter schwierigsten Bedingungen ihren Dienst, insbesondere in den letzten Kriegsjahren bei Bombenangriffen und während der Flüchtlingsbewegungen.

Nach 1945 wurde das DRK in den westlichen Besatzungszonen reorganisiert und von nationalsozialistischen Einflüssen bereinigt. In der sowjetischen Besatzungszone wurde es 1945 zunächst verboten und später durch das Deutsche Rote Kreuz der DDR ersetzt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde das DRK als unabhängige Hilfsorganisation neu gegründet und besteht bis heute als wichtiger Teil des deutschen Rettungs- und Sanitätswesens.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren diese Broschen die Organisation der zivilen Verteidigung und Gesundheitsversorgung im Dritten Reich. Sie sind materielle Zeugnisse des Alltags von Millionen Frauen, die im humanitären Dienst standen, auch wenn dieser Dienst in einen verbrecherischen Staat eingebunden war. Der Erhaltungszustand solcher Objekte variiert erheblich, wobei gut erhaltene Exemplare mit intakter Emaillierung heute gesuchte Sammlerstücke der Militaria- und Zeitgeschichte sind.