Allgemeine-SS - Abend Gesellschaftsjackett aus dem Besitz eines SS-Obersturmbannführers im Stab Reichsführung-SS

um 1938. Elegantes Abend Gesellschaftsjackett, komplett mit allen Effekten. Das Jackett aus feinstem Kammgarn, der Kragenaufschlag aus schwarzer Seide. Komplett mit allen Effekten. Auf dem offenen Kragen mit Kragenspiegeln maschinell vernäht, eingenähte Schulterstücke. Auf der rechten Brustseite das besondere Totenkopf-Brustabzeichen mit Devise "Meine Ehre heißt Treue", Fertigung aus Aluminium, die Augen mit roter Tuchunterlage. Auf dem rechten Arm mit der Armbinde in der Extra-Ausführung für den Gesellschaftsanzug mit Silberpaspelierung. Auf dem Ärmelaufschlag das Ärmelband "Reichsführung-SS" in Metallfaden-handgestickter Ausführung, maschinell vernäht. Dazu die Parade-Fangschnur in Aluminiumgespinst. Die Knöpfe in Aluminiumausführung, rückseitig mit Hersteller "RZM M 5/8 Extra Fein". Auf der Brust Schlaufen für eine Ordenschnalle und 1 Steckabzeichen. Innen mit Schneideretikett "C.A. Meyer & Braun Berlin S.W. 61 Blücherstrasse 19", schwarzes Seidenfutter. In der Innentasche mit den Resten des Trägeretiketts, der Name wurde leider von der Familie entfernt. Das Stück ist getragen, die schwarze Seide mit leichten Altersspuren, in wunderschönem Originalzustand !
Extrem selten, eines der ganz wenigen Originale.
287011
38.000,00

Allgemeine-SS - Abend Gesellschaftsjackett aus dem Besitz eines SS-Obersturmbannführers im Stab Reichsführung-SS

Das vorliegende Abend-Gesellschaftsjackett der Allgemeinen SS stellt ein außerordentlich seltenes Beispiel der höheren Uniformierung innerhalb der SS-Hierarchie dar. Diese elegante Abendgarderobe wurde ausschließlich von Offizieren der SS zu gesellschaftlichen Anlässen getragen und unterschied sich deutlich von den regulären Dienst- und Felduniformen.

Die Allgemeine SS, im Gegensatz zur Waffen-SS, bildete die politische Organisation der Schutzstaffel. Gegründet 1925 als Leibwache Adolf Hitlers, entwickelte sie sich unter Heinrich Himmler ab 1929 zur mächtigsten Organisation des NS-Regimes. Die Uniformen der Allgemeinen SS spiegelten die strikte Hierarchie und das elitäre Selbstverständnis dieser Organisation wider.

Das Gesellschaftsjackett entsprach den Bekleidungsvorschriften der SS, die minutiös in den Uniformbestimmungen festgelegt waren. Die schwarze Farbgebung, die bereits in den frühen 1930er Jahren eingeführt wurde, sollte Autorität und Exklusivität vermitteln. Anders als die feldgrauen Uniformen der Wehrmacht oder später der Waffen-SS behielt die Allgemeine SS ihre charakteristische schwarze Uniform bei.

Besonders bemerkenswert an diesem Exemplar ist die Anfertigung aus feinstem Kammgarn mit schwarzem Seidenkragenaufschlag, was auf die hohe Qualität und den Status des Trägers hinweist. Die Verarbeitung durch das Berliner Schneideratelier C.A. Meyer & Braun in der Blücherstraße 19 dokumentiert die Herkunft aus einem etablierten Uniformlieferanten. Viele hochrangige SS-Offiziere ließen ihre Gesellschaftsuniformen bei renommierten Schneidern anfertigen, die auf Militäruniformen spezialisiert waren.

Die Effekten des Jacketts sind vollständig erhalten und folgen den exakten Vorschriften: Die maschinell vernähten Kragenspiegel kennzeichneten Rang und Zugehörigkeit. Die eingenähten Schulterstücke eines Obersturmbannführers (entsprechend einem Oberstleutnant) zeigten die Position innerhalb der SS-Hierarchie. Der Rang des Obersturmbannführers wurde 1932 in die SS-Rangstruktur eingeführt und war ein höherer Führerdienstgrad.

Das Totenkopf-Brustabzeichen mit der Devise “Meine Ehre heißt Treue” war ein besonderes Kennzeichen der SS. Der Totenkopf, ursprünglich von preußischen Husarenregimenten verwendet, wurde von der SS als Symbol übernommen. Die Aluminiumfertigung mit rot unterlegten Augen war charakteristisch für die höherwertige Ausführung von Gesellschaftsuniformen. Die Devise selbst geht auf einen Ausspruch Himmlers zurück und wurde ab 1932 offizielles SS-Motto.

Die Armbinde in Extra-Ausführung mit Silberpaspelierung war speziell für Gesellschaftsanzüge vorgesehen. Das maschinell vernähte Ärmelband “Reichsführung-SS” in metallfadenhandgestickter Ausführung identifiziert den Träger als Angehörigen des Stabes der Reichsführung-SS, also des unmittelbaren Führungsapparates unter Heinrich Himmler. Diese Position war nur wenigen Offizieren vorbehalten und bedeutete direkten Zugang zur höchsten SS-Führungsebene.

Die Parade-Fangschnur aus Aluminiumgespinst war ein Distinktionsmerkmal für Offiziere und wurde bei Gesellschaftsanlässen zur linken Schulter getragen. Die Knöpfe tragen die RZM-Markierung M 5/8 Extra Fein, was sie als von der Reichszeugmeisterei der NSDAP zugelassene Produkte ausweist. Das RZM-System wurde 1929 etabliert, um die Qualität und Einheitlichkeit von Partei- und SS-Uniformen zu gewährleisten.

Die Schlaufen für Ordenschnalle und Steckabzeichen auf der Brust zeigen, dass der Träger für besondere Anlässe dekoriert erscheinen konnte. Das schwarze Seidenfutter unterstreicht die luxuriöse Verarbeitung dieser Gesellschaftsuniform.

Die Datierung um 1938 fällt in eine Zeit der Expansion der SS und ihrer Machtkonsolidierung im NS-Staat. In diesem Jahr wurde die SS bereits als Staat im Staate begriffen, mit eigenen Verwaltungsstrukturen, Wirtschaftsunternehmen und zunehmendem Einfluss auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

Solche Gesellschaftsjacketts wurden bei offiziellen Empfängen, Bällen und repräsentativen Veranstaltungen getragen. Sie dienten der Demonstration von Status und Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Elite. Die Seltenheit derartiger Stücke heute erklärt sich durch mehrere Faktoren: Nur wenige wurden angefertigt, viele wurden nach 1945 vernichtet, und die schwarzen SS-Uniformen wurden besonders häufig zerstört.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentiert dieses Jackett die ausgeprägte Uniformkultur des NS-Regimes und die besondere Rolle der SS als selbsternannte Elite. Es repräsentiert einen dunklen Abschnitt deutscher Geschichte und dient heute ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung.

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