Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Feldzeichen für den Polizeitschako

um 1957, Aluminium, Zustand 2.
421411
25,00

Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Feldzeichen für den Polizeitschako

Das Feldzeichen für den Polizeitschako der Bundesrepublik Deutschland aus der Zeit um 1957 repräsentiert eine bedeutende Übergangsphase in der Geschichte der westdeutschen Polizeiuniformen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses aus Aluminium gefertigte Emblem war ein wesentlicher Bestandteil der traditionellen Polizeikopfbedeckung und symbolisierte die neu etablierte demokratische Ordnung der jungen Bundesrepublik.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 stand das Land vor der Herausforderung, neue staatliche Strukturen aufzubauen, die sich deutlich von der nationalsozialistischen Vergangenheit distanzierten. Dies betraf auch die Uniformierung und Kennzeichnung der Polizeikräfte. In den ersten Jahren nach Kriegsende trugen Polizisten oft improvisierte oder von den Besatzungsmächten vorgegebene Uniformen. Erst in den 1950er Jahren begann eine systematische Neugestaltung der Polizeiuniformen in den verschiedenen Bundesländern.

Der Tschako selbst ist eine traditionelle militärische und polizeiliche Kopfbedeckung mit zylindrischer Form, die ihren Ursprung im frühen 19. Jahrhundert hat. In Deutschland hatte der Polizeitschako eine lange Tradition, die bis ins Kaiserreich zurückreichte. Die Wiedereinführung dieser Kopfbedeckung in den 1950er Jahren war Teil einer bewussten Anknüpfung an demokratische Traditionen der Weimarer Republik und des 19. Jahrhunderts, während gleichzeitig eine klare Abgrenzung zur NS-Zeit erfolgte.

Das Feldzeichen, auch als Kokarde oder Emblem bezeichnet, wurde prominent an der Vorderseite des Tschakos angebracht. Die Verwendung von Aluminium als Material war typisch für die Nachkriegszeit und die 1950er Jahre. Aluminium bot mehrere Vorteile: Es war leicht, korrosionsbeständig, kostengünstig in der Herstellung und ließ sich gut formen und prägen. In einer Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus waren diese praktischen Erwägungen von großer Bedeutung.

Die zeitliche Einordnung um 1957 fällt in eine Phase der Konsolidierung der westdeutschen Staatlichkeit. In diesem Jahr wurde die Wehrpflicht in der Bundesrepublik eingeführt und die Bundeswehr aufgebaut. Parallel dazu wurden auch die Polizeistrukturen weiter professionalisiert und vereinheitlicht, wobei die Polizeihoheit bei den Ländern verblieb. Jedes Bundesland entwickelte eigene Uniformvorschriften, die jedoch gewisse Gemeinsamkeiten aufwiesen.

Das Design solcher Feldzeichen orientierte sich typischerweise an den Hoheitszeichen der Bundesrepublik. Der Bundesadler war das zentrale Motiv, oft kombiniert mit Landes- oder Stadtwappen, je nach Zuständigkeit der jeweiligen Polizeieinheit. Die Gestaltung folgte den Prinzipien der Heraldik und sollte Autorität, aber auch demokratische Legitimität ausstrahlen. Im Gegensatz zu den aggressiven Symbolen der NS-Zeit wurde bewusst auf eine zurückhaltende, würdevolle Gestaltung geachtet.

Der Tschako mit seinem Feldzeichen wurde in den 1950er und frühen 1960er Jahren von verschiedenen Polizeieinheiten getragen, vor allem bei Schutzpolizei und bei zeremoniellen Anlässen. Die genaue Trageverpflichtung variierte zwischen den Bundesländern. Mit dem fortschreitenden Modernisierungsprozess der Polizei und dem Wandel zur praktischeren Einsatzkleidung wurde der Tschako jedoch zunehmend durch funktionalere Kopfbedeckungen wie die Schirmmütze ersetzt.

Gegen Ende der 1960er und in den 1970er Jahren verschwand der Tschako weitgehend aus dem aktiven Polizeidienst. Er blieb teilweise bei Musikzügen und bei repräsentativen Anlässen erhalten, wurde aber nicht mehr zur regulären Dienstkleidung gezählt. Diese Entwicklung spiegelte den allgemeinen Trend zur Modernisierung und Funktionalisierung der Polizeiausrüstung wider.

Heute sind solche Feldzeichen begehrte Sammlerstücke, die ein wichtiges Zeugnis der frühen Geschichte der Bundesrepublik darstellen. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch den Prozess der demokratischen Neuorientierung Westdeutschlands nach 1945. Für Sammler und Historiker bieten sie Einblicke in die materiellen Aspekte staatlicher Repräsentation und die visuelle Kultur der jungen Bundesrepublik.