Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold
Die Schießauszeichnung in Gold des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Veteranenorganisationen in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des Kyffhäuserbundes verliehen, die außergewöhnliche Schießfertigkeiten nachweisen konnten.
Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand 1921 durch die Zusammenlegung verschiedener Veteranenverbände des Ersten Weltkrieges. Der Name leitet sich vom Kyffhäusergebirge in Thüringen ab, wo seit 1896 das monumentale Kyffhäuserdenkmal stand, ein Symbol deutscher Militärtradition. Der Bund entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation der Weimarer Republik und zählte in den 1930er Jahren über vier Millionen Mitglieder.
Die Schießauszeichnungen des DRKB existierten in mehreren Stufen, wobei die goldene Ausführung die höchste Leistungsstufe darstellte. Diese Auszeichnungen wurden üblicherweise in Bronze, Silber und Gold vergeben, entsprechend der erzielten Schießleistungen bei den regelmäßig durchgeführten Schießübungen und Wettkämpfen. Die hier beschriebene zweite Form deutet auf eine spätere Variante hin, die nach einer ersten Ausgabe eingeführt wurde, vermutlich in den späten 1920er oder frühen 1930er Jahren.
Das technische Merkmal der langen Nadel war charakteristisch für die Trageweise dieser Auszeichnung. Anders als moderne Anstecknadeln mit Sicherheitsverschluss verfügten diese Abzeichen über eine lange, gerade Nadelkonstruktion, die durch die Uniform gestochen und auf der Rückseite befestigt wurde. Diese Bauweise war typisch für die Zeit und gewährleistete einen sicheren Halt an der Uniform.
Der Kyffhäuserbund pflegte bewusst die militärischen Traditionen des Kaiserreiches und betonte die Kameradschaft der Frontsoldaten. Die Organisation unterhielt eigene Schießstände und förderte aktiv die Schießausbildung ihrer Mitglieder. Dies geschah unter dem offiziellen Deckmantel des Sports, diente aber auch der Aufrechterhaltung militärischer Fertigkeiten in einer Zeit, in der Deutschland durch den Versailler Vertrag strenge Rüstungsbeschränkungen auferlegt worden waren.
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde der Kyffhäuserbund zunehmend in die Strukturen des NS-Staates eingebunden und 1934 dem SA-Führer unterstellt. Die Organisation diente nun explizit der wehrsportlichen Ertüchtigung und der Vorbereitung auf eine mögliche Remilitarisierung. Die Schießausbildung und entsprechende Auszeichnungen erhielten in diesem Kontext eine noch größere Bedeutung.
Die Verleihung der Goldauszeichnung erforderte den Nachweis herausragender Schießleistungen über einen längeren Zeitraum. Die Träger dieser Auszeichnung genossen innerhalb ihrer Kameradschaften hohes Ansehen. Die Abzeichen wurden bei offiziellen Veranstaltungen, Gedenkfeiern und Treffen des Bundes an der Uniform getragen, meist an der linken Brustseite.
Aus sammlerischer Sicht sind diese Auszeichnungen heute interessante Zeitdokumente. Der angegebene Zustand 2 entspricht nach gängiger numismatischer und militaria-sammlerischer Konvention einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Stück entweder sorgfältig aufbewahrt wurde oder nur zu besonderen Anlässen getragen wurde.
Die Gestaltung solcher Schießauszeichnungen folgte üblicherweise einem standardisierten Muster: Im Zentrum befand sich häufig das Kyffhäuser-Symbol oder gekreuzte Gewehre, umgeben von einem Kranz oder Schriftzug. Die goldene Ausführung konnte vergoldet oder aus Messing gefertigt sein, wobei die genaue Materialzusammensetzung je nach Herstellungszeitraum variierte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser wie alle anderen NS-Organisationen aufgelöst. Seine Symbole und Auszeichnungen wurden zu historischen Relikten einer vergangenen Epoche. Heute dienen solche Objekte der historischen Forschung und Dokumentation und ermöglichen Einblicke in die Veteranenkultur und paramilitärischen Strukturen der Zwischenkriegszeit.