Erinnerungsabzeichen in Bronze der Einsatzstaffel der DM in Kroatien

um 1943. Steckabzeichen aus Feinzink hohlgeprägt und getönt, rückseitig an ergänzter Tragenadel. Getragen, Zustand 2-.
Dazu die Fotokopie einer Verleihungsurkunde zu dem Abzeichen.
Das Erinnerungsabzeichens der Einsatzstaffel in Bronze wurde an alle alle Angehörigen der ES verliehen, die einen ununterbrochenen 6-monatigen Dienst in der ES versehen hatten.


Die Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft war eine paramilitärische nationalsozialistische Miliz im Unabhängigen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkrieges. Für Personalfragen und politische Erziehung war formell der deutsche „Volksgruppenführer“ Branimir Altgayer zuständig, faktisch aber kommandierte der spätere Hauptsturmführer der Waffen-SS Jakob Lichtenberger die Mannschaft. In der DM sollten „erbgesunde, rassisch und weltanschaulich einwandfreie Männer über 21 (in Ausnahmefällen über 18) Jahre zwecks mannschaftlicher Erziehung und körperlicher Ertüchtigung“ zusammengefasst werden. Die Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft wurde vom kroatischen Staatsführer Ante Pavelić durch das „Gesetzesdekret über die Errichtung einer Miliz der Deutschen Volksgruppe im Rahmen der Kroatischen Ustascha-Miliz im Unabhängigen Staate Kroatien“ vom 31. Juli 1941 gebildet.  Der Einsatz der ES erfolgte im Rahmen der Ustascha-Milizen, wobei die Hauptaufgabe der Schutz der von Deutschen bewohnten Ortschaften war. Zunächst war die Stärke der ES auf ein Bataillon begrenzt, doch aufgrund der wachsenden Bedrohung durch Partisanen wurden bald zusätzliche Einheiten gebildet. Bis zum 1. Juni 1942 erreichte die ES eine Stärke von 1.500 Mann, während zwei Reserve-Bataillone weitere 1.200 Mann umfassten. Entsprechend der Vereinbarung zwischen der kroatischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht vom 16. September 1941 sollten die Volksdeutschen in eigenen Verbänden innerhalb der kroatischen Armee dienen. 10 Prozent der Wehrpflichtigen eines Jahrganges sollten jedoch in der Waffen-SS, dienen. Ab Juni 1942 sollten die deutschen Wehrpflichtigen zwischen 17 und 30 Jahren auf Beschluss Heinrich Himmlers in der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ Dienst tun. Bis Ende April 1943 wurde die ES aufgelöst und die Mannschaften in Einheiten der Waffen-SS und der Polizei überführt.
Soldaten der Einsatzstaffel trugen ab 1941 anfänglich Uniformen der Kroatischen Heimwehr (Hrvatsko Domobranstvo), ab Anfang 1942 dann Uniformen im Stil der Waffen-SS. Auf dem rechten schwarzen Kragenspiegel trugen sie zwei einfache, senkrecht stehende weiße / silberne Wolfsangeln, auf dem linken schwarzen Kragenspiegel die den linken Kragenspiegeln der Waffen-SS nachempfundenen weißen / silbernen Dienstgradabzeichen mit sechszackigen Sternen (die aus der k.u.k.- und kroatischen Tradition übernommen wurden).


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Erinnerungsabzeichen in Bronze der Einsatzstaffel der DM in Kroatien

Das Erinnerungsabzeichen in Bronze der Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft in Kroatien stellt ein bedeutendes Zeugnis der komplexen Geschichte der deutschen Volksgruppe im Unabhängigen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses paramilitärische Ehrenzeichen wurde an Angehörige der Einsatzstaffel (ES) verliehen, die einen ununterbrochenen sechsmonatigen Dienst geleistet hatten.

Die Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft wurde durch das Gesetzesdekret des kroatischen Staatführers Ante Pavelić vom 31. Juli 1941 ins Leben gerufen. Dieses Dekret trug den offiziellen Titel “Gesetzesdekret über die Errichtung einer Miliz der Deutschen Volksgruppe im Rahmen der Kroatischen Ustascha-Miliz im Unabhängigen Staate Kroatien” und bildete die rechtliche Grundlage für diese Formation.

Die Organisationsstruktur der ES war durch eine duale Führung gekennzeichnet. Formell war der deutsche Volksgruppenführer Branimir Altgayer für Personalfragen und politische Erziehung zuständig. Die faktische militärische Führung lag jedoch bei Jakob Lichtenberger, der später zum Hauptsturmführer der Waffen-SS aufstieg. Die Rekrutierungskriterien waren streng definiert: Die ES sollte “erbgesunde, rassisch und weltanschaulich einwandfreie Männer über 21 (in Ausnahmefällen über 18) Jahre zwecks mannschaftlicher Erziehung und körperlicher Ertüchtigung” zusammenfassen.

Die primäre Aufgabe der Einsatzstaffel bestand im Schutz der von Deutschen bewohnten Ortschaften im Rahmen der Ustascha-Milizen. Ursprünglich war die Stärke auf ein Bataillon begrenzt, doch die wachsende Bedrohung durch Partisanenverbände machte eine Aufstockung notwendig. Bis zum 1. Juni 1942 erreichte die ES eine beachtliche Stärke von 1.500 Mann in aktiven Einheiten, während zwei Reserve-Bataillone weitere 1.200 Mann umfassten.

Die Uniformierung der ES durchlief verschiedene Phasen. Ab 1941 trugen die Angehörigen zunächst Uniformen der Kroatischen Heimwehr (Hrvatsko Domobranstvo). Ab Anfang 1942 erfolgte eine Umstellung auf Uniformen im Stil der Waffen-SS. Charakteristisch war die Kragenspiegel-Gestaltung: Auf dem rechten schwarzen Kragenspiegel trugen sie zwei einfache, senkrecht stehende weiße oder silberne Wolfsangeln, während der linke schwarze Kragenspiegel die Dienstgradabzeichen mit sechszackigen Sternen zeigte, die aus der k.u.k.- und kroatischen Tradition übernommen wurden.

Ein wichtiges Abkommen zwischen der kroatischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht vom 16. September 1941 regelte den Dienst der Volksdeutschen. Demnach sollten sie in eigenen Verbänden innerhalb der kroatischen Armee dienen, wobei zehn Prozent der Wehrpflichtigen eines Jahrganges in der Waffen-SS eingesetzt werden sollten.

Im Juni 1942 kam es zu einer entscheidenden Wende. Auf Beschluss Heinrich Himmlers sollten deutsche Wehrpflichtige zwischen 17 und 30 Jahren in der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” Dienst tun. Diese Division wurde speziell aus Volksdeutschen aus Südosteuropa formiert und im Kampf gegen Partisanen auf dem Balkan eingesetzt.

Die Auflösung der Einsatzstaffel erfolgte bis Ende April 1943. Die Mannschaften wurden in Einheiten der Waffen-SS und der Polizei überführt, was das Ende dieser spezifischen Formation markierte. Diese Entwicklung fügte sich in die allgemeine Tendenz ein, volksdeutsche Verbände zunehmend in die Strukturen der SS zu integrieren.

Das Erinnerungsabzeichen selbst wurde typischerweise aus Feinzink hohlgeprägt und getönt gefertigt. Die Bronze-Version, wie sie hier beschrieben wird, war die grundlegende Ausführung für alle Angehörigen, die die sechsmonatige Dienstzeit erfüllt hatten. Solche Abzeichen wurden an der Uniform mittels einer Tragenadel befestigt und stellten eine sichtbare Anerkennung der geleisteten Dienste dar.

Die historische Bedeutung solcher Auszeichnungen liegt nicht nur in ihrer militärischen Funktion, sondern auch in ihrem Zeugniswert für die komplexe Geschichte der deutschen Minderheiten in Südosteuropa während des Zweiten Weltkrieges. Sie dokumentieren die Integration dieser Volksgruppen in nationalsozialistische Machtstrukturen und ihre Rolle in den Konflikten auf dem Balkan. Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung dieser dunklen Periode der europäischen Geschichte und dienen als materielle Beweise für die Verstrickung lokaler deutscher Gemeinschaften in die Verbrechen des NS-Regimes.

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