III. Reich - Bronzene Erinnerungsmedaille - " Hindenburg - Grosser Feldherr ziehe ein in Walhall - Zu voller Erfuellung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes "

35 mm, mit Randstempelung " Bayer. Hauptmünzamt ", Zustand 2/2-.
392611
130,00

III. Reich - Bronzene Erinnerungsmedaille - " Hindenburg - Grosser Feldherr ziehe ein in Walhall - Zu voller Erfuellung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes "

Die bronzene Erinnerungsmedaille an Paul von Hindenburg mit der Inschrift “Großer Feldherr ziehe ein in Walhall - Zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes” stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Gedenkkultur des Jahres 1934 dar. Diese Medaille wurde anlässlich des Todes von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 2. August 1934 geschaffen.

Paul von Hindenburg (1847-1934) war eine der prägendsten militärischen und politischen Figuren der deutschen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Als Generalfeldmarschall erlangte er während des Ersten Weltkrieges legendären Ruhm durch die Schlacht bei Tannenberg im August 1914, wo deutsche Truppen unter seinem Kommando die russische 2. Armee vernichtend schlugen. Diese militärische Leistung machte ihn zur Symbolfigur des deutschen Durchhaltewillens während des Krieges.

Nach dem Krieg wurde Hindenburg 1925 zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt und 1932 wiedergewählt. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler, eine Entscheidung, die weitreichende historische Konsequenzen hatte. Sein Tod am 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen ermöglichte Hitler die Verschmelzung der Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers zum “Führer und Reichskanzler”.

Die vorliegende Medaille mit einem Durchmesser von 35 mm trägt die Randstempelung des Bayerischen Hauptmünzamtes in München, einer der bedeutendsten staatlichen Prägestätten Deutschlands. Das Hauptmünzamt München, gegründet 1158, war während der NS-Zeit für die Herstellung zahlreicher offizieller und inoffizieller Medaillen zuständig.

Die Inschrift der Medaille verbindet mehrere ideologische Elemente: Der Verweis auf Walhall, die Halle der gefallenen Helden in der nordischen Mythologie, knüpft an die intensive Nutzung germanischer Mythologie durch die nationalsozialistische Propaganda an. Die Phrase “geschichtliche Sendung unseres Volkes” reflektiert die nationalsozialistische Ideologie einer besonderen historischen Bestimmung des deutschen Volkes.

Derartige Erinnerungsmedaillen wurden in verschiedenen Ausführungen und von verschiedenen Herstellern produziert. Sie waren nicht als offizielle staatliche Auszeichnungen konzipiert, sondern als kommemorative Objekte für die Bevölkerung. Solche Medaillen konnten frei erworben werden und dienten der Verehrung Hindenburgs sowie der Legitimierung des NS-Regimes durch die Verbindung mit der populären Figur des verstorbenen Reichspräsidenten.

Der Erhaltungszustand 2/2- (sehr gut bis vorzüglich minus) dieser Medaille deutet auf eine sorgfältige Aufbewahrung hin, wobei nur minimale Gebrauchsspuren vorhanden sind. Bronze als Material war für solche Gedenkprägungen üblich, da es haltbar, relativ kostengünstig und für detaillierte Prägungen geeignet war.

Historisch ist diese Medaille im Kontext der Instrumentalisierung Hindenburgs durch das NS-Regime zu verstehen. Während Hindenburg selbst ein konservativer Monarchist war und der NSDAP gegenüber zunächst reserviert stand, nutzte das Regime nach seinem Tod seine Popularität zur eigenen Legitimierung. Sein Tod wurde zu einem staatsoffiziellen Trauerakt inszeniert, und Hitler ließ sich als rechtmäßiger Nachfolger inszenieren.

Sammler und Historiker betrachten solche Medaillen heute als wichtige Quellen zur Erforschung der NS-Propaganda und Gedenkkultur. Sie dokumentieren die Versuche des Regimes, sich durch die Verbindung mit traditionellen deutschen Autoritätsfiguren zu legitimieren und nationale sowie mythologische Symbolik für politische Zwecke zu instrumentalisieren.