III. Reich Polizei Paradefeldbinde für Offiziere ab 1939
Die vorliegende Polizei-Paradefeldbinde für Offiziere aus der Zeit des Dritten Reiches stellt ein charakteristisches Beispiel der uniformtechnischen Ausstattung höherer Polizeiränge nach 1939 dar. Solche Feldbinden waren wesentliche Bestandteile der Paradeuniformen und dienten als Rangabzeichen sowie zur Repräsentation bei offiziellen Anlässen.
Nach der Machtübernahme 1933 und insbesondere nach der Übernahme der Polizei durch Heinrich Himmler als Reichsführer-SS erfuhr die deutsche Polizei eine grundlegende Umstrukturierung. Die Polizei wurde schrittweise in den Machtapparat der SS integriert, was sich auch in den Uniformvorschriften und Ausrüstungsgegenständen widerspiegelte. Die Verordnung über die einheitliche Ausrüstung der Polizei von 1936 und nachfolgende Änderungen standardisierten die Uniformteile reichsweit.
Die hier beschriebene Feldbinde wurde vom renommierten Hersteller C.T. Dicke aus Lüdenscheid gefertigt, einem der bedeutendsten Produzenten militärischer Effekten und Ausrüstungsgegenstände jener Zeit. Die Firma Dicke war als RZM-Lieferant (Reichszeugmeisterei) unter der Nummer 257/40 SS registriert. Die Reichszeugmeisterei war die zentrale Beschaffungs- und Prüfstelle für Uniformen und Ausrüstung der NSDAP und ihrer Gliederungen, einschließlich der SS und später auch der Polizei.
Das Aluminiumschloss mit polierten Kanten zeigt die typische Verarbeitungsqualität der späten 1930er und frühen 1940er Jahre. Die Markierung D.R.G.M. (Deutsches Reichsgebrauchsmuster) weist auf einen geschützten Entwurf hin, was bei hochwertigen Militaria üblich war. Das Schloss diente nicht nur als funktionales Element zum Verschließen der Feldbinde, sondern auch als dekoratives Zentrum des Ausrüstungsstücks.
Die Feldbinde selbst besteht aus Aluminiumgespinst, einem silberfarbenen Material, das durch seine metallische Optik besonders repräsentativ wirkte. Die eingewebten SS-Runen und Eichenlaub-Motive verdeutlichen die enge Verbindung zwischen Polizei und SS in dieser Periode. Das Eichenlaub war ein traditionelles deutsches Symbol für Treue, Stärke und Ehre und wurde in verschiedenen militärischen Kontexten verwendet. Die rückseitige Unterlegung mit grünem Samt erhöhte den Tragekomfort und entsprach der Polizeifarbe Grün, die traditionell mit den Ordnungskräften assoziiert wurde.
Mit einer Länge von etwa 120 Zentimetern konnte die Feldbinde diagonal über der Uniform von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen werden, wo sie am Koppelschloss befestigt wurde. Diese Trageweise war für Offiziere bei Paraden, Appellen und anderen zeremoniellen Anlässen vorgeschrieben.
Das erhaltene RZM-Etikett ist von besonderer Bedeutung für Sammler und Historiker, da es die Authentizität und Herkunft des Stückes dokumentiert. Solche Etiketten wurden oft entfernt oder gingen im Laufe der Zeit verloren, weshalb ihr Vorhandensein den historischen und dokumentarischen Wert erheblich steigert.
Die Verwendung solcher Paradefeldbinden war Teil eines umfassenden Systems zur visuellen Darstellung von Rang, Zugehörigkeit und Autorität. Während einfache Polizeibeamte schlichtere Ausrüstung trugen, durften nur Offiziere diese aufwendig gestalteten Feldbinden bei Paradeanlässen tragen. Dies unterstrich die hierarchische Struktur der nationalsozialistischen Polizei.
Die Produktion solcher Ausrüstungsgegenstände endete mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945. Nach Kriegsende wurden viele dieser Objekte vernichtet oder gingen verloren. Erhaltene Exemplare befinden sich heute in Museen, Privatsammlungen und dienen der historischen Forschung als wichtige Sachzeugen einer dunklen Epoche deutscher Geschichte.
Aus heutiger wissenschaftlicher Perspektive sind solche Objekte bedeutsame Quellen für die Erforschung der Uniformkunde, der Organisationsgeschichte der NS-Polizei und der materiellen Kultur des Dritten Reiches. Sie dokumentieren die Ästhetisierung von Macht und die symbolische Aufladung alltäglicher Dienstgegenstände im totalitären System.