Königreich Hannover Fahne des Königin Husaren Regiments

Um 1830. Ca. 53 x 53 cm große Fahne aus gelbem („goldenen“) Stoff mit goldenen Metall-Fransen, beidseitig reich mit Silberfaden bestickt, teils erhaben ausgeführt, im Zentrum das britisch-hannoversche Wappen mit dem Wahlspruch «nec aspera terrent» (der Devise des 1815 gestifteten Guelphenordens), seitlich gehalten von dem englischen Löwen und dem schottischen Einhorn, darüber die britische Krone auf welcher der gekrönte Löwe steht (royal crest), der Löwe und das Einhorn stehen auf einem blau hinterlegten Spruchband mit der Devise «Dieu et mon droit», über dem Wappen aufgestickt der Ehrenname «Peninsula», unter dem Wappen der Regimentsname «Königin Husaren Regiment. », darunter aufgestickt der Ehrenname «Barossa». Auf der linken Seite der Fahne von oben nach unten der „Hosenbandorden“, der „Distelorden“ und der „Guelphenorden“, auf der rechten Seite (der Flugseite) der „Bathorden“, der Patricksorden und der Michaelsorden. Die Fahne dem alter nach gut erhalten, der Stoff mit Rissen, einiger der Fransen an den Seiten fehlen.

Ein Objekt von musealer Bedeutung! Ein unwiederbringliches Artefakt der Geschichte des Königreichs Hannover!

Das Objekt stammt nach Auskunft aus dem Welfen-Schloss Marienburg, der königlichen hannoverschen Sammlung, die 2005 auf der Sotheby's Auktion größtenteils versteigert wurde.

An hannoverschen Fahnen sind einige wenige Stücke in Museen und Sammlungen erhalten geblieben und stehen so der historischen Forschung zur Verfügung. Die Historie der ab 1821 unter Georg IV. an bestimmte Infanterie-Regimenter verliehene Stücke ist dabei gut nachzuvollziehen. Bei der Kavallerie erschwerten die häufigen Umstrukturierungen und Umbenennungen jedoch die Forschung.

Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt ab 1821 zunächst jede Schwadron eine Fahne. Von den Fahnen der Infanterie unterschieden sich die Fahnen der Kavallerie durch die wesentlich aufwendigere Machart sowie das Führen eines „zweiten Schlachtennamens“. Gemeinsam waren den Fahnen die Ausführung des Wappens, der Orden und die Größe. Die Fahnen kosteten dabei aber das Vierfache der Fahnen für die Infanterie. Überliefert ist ein Preis von 300 Talern (!!), was zu dieser Zeit einen erheblichen Betrag darstellte. Dies war auch so teuer, dass 1837 bestimmt wurde, dass jedes Regiment nur noch eine Fahne zu führen hatte. Mit dem Regierungsantritt König Ernst August I. 1837 und dem damit einhergehenden Ende der Personalunion wurden die Fahnen für die Infanterie dann teils geändert und teils neue eingeführt. Bei der Kavallerie wurden die sehr teuren Fahnen aber wohl auch eine Zeitlang unverändert weitergeführt und kamen später in das königliche Arsenal bzw. in die königliche Sammlung.

Die vorliegende Fahne entspricht in Machart und Abmaßen ganz den bekannten Stücken. Das Wappen ist in seiner Ausführung in die Zeit von 1816-37 zu setzen. Es ist davon auszugehen, dass die Fahne wie andere bekannte Stücke noch unter König Georg IV. bzw. Wilhelm IV. verliehen wurde. Die Bezeichnung „Königin Husaren-Regiment“ ist vor 1833 belegt. Danach erfolgte die Umbenennung „Königin-Dragoner“. Damit ist eine Entstehung vor 1833 anzunehmen.

Das Königin-Husaren-Regiment steht in der Tradition des 2. Kavallerie-Regiments (auch Osnabrücker Husaren genannt). Für die Osnabrücker Husaren wird in der "Beschreibung des Königreichs Hannover" (1829) als zugeschriebenes Motto "Peninsula - Barossa" genannt. (Das 2. Husaren-Regiment hatte an der Schlacht von Barossa 1811 teilgenommen). Um 1833 wurde das Regiment in „Königin-Dragoner“ umbenannt, um 1838 erfolgte die Rückbenennung in „Königin-Husaren-Regiment“.

Bei Interesse können wir zu der Fahne noch eine Fahnenspitze bzw. eine Fahnenspitze der der original Stange anbieten, die sich zur Zeit noch in einer privaten Sammlung befinden.


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Königreich Hannover Fahne des Königin Husaren Regiments

Diese prächtige Kavalleriefahne des Königin Husaren-Regiments des Königreichs Hannover repräsentiert ein außergewöhnliches Zeugnis der militärischen Geschichte des frühen 19. Jahrhunderts. Die um 1830 datierte Standarte verkörpert die komplexe politische Situation der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover (1714-1837) und dokumentiert die militärischen Traditionen eines Regiments, das in den napoleonischen Kriegen auf der Iberischen Halbinsel kämpfte.

Die Fahne zeigt das charakteristische britisch-hannoversche Wappen mit dem Wahlspruch “Nec aspera terrent” (Schwierigkeiten schrecken nicht), der Devise des 1815 gestifteten Guelphenordens. Die heraldische Darstellung mit dem englischen Löwen und dem schottischen Einhorn, bekrönt von der britischen Krone mit dem royal crest, verdeutlicht die staatsrechtliche Verbindung zwischen den beiden Herrschaftsgebieten unter den hannoverschen Königen Georg IV. (reg. 1820-1830) und Wilhelm IV. (reg. 1830-1837).

Besonders bedeutsam sind die aufgestickten Ehrennamen “Peninsula” und “Barosse”. Diese verweisen auf die Teilnahme des Regiments am Peninsular War (1808-1814) und speziell auf die Schlacht von Barrosa am 5. März 1811, bei der hannoversche Truppen in britischen Diensten gegen napoleonische Streitkräfte kämpften. Das Regiment, das in der Tradition des 2. Kavallerie-Regiments (auch Osnabrücker Husaren genannt) stand, erwarb sich durch diese Kampfhandlungen besonderen Ruhm.

Die aufwendige Gestaltung der Fahne entspricht den Kavallerie-Standarten, die ab 1821 unter König Georg IV. eingeführt wurden. Historische Quellen belegen, dass diese Fahnen mit einem Preis von 300 Talern das Vierfache der Infanteriefahnen kosteten - ein beträchtlicher Betrag für die damalige Zeit. Die reiche Stickerei mit Silberfaden, teils erhaben ausgeführt, und die goldenen Metallfransen unterstreichen den repräsentativen Charakter dieser militärischen Insignien.

Auf der Fahne sind sechs bedeutende Ritterorden dargestellt: der Hosenbandorden, der Distelorden, der Guelphenorden, der Bathorden, der Patricksorden und der Michaelsorden. Diese Orden repräsentierten die verschiedenen Teile des Vereinigten Königreichs und die hannoversche Monarchie, was die enge Verflechtung der beiden Herrschaftsgebiete symbolisiert.

Die Regimentsgeschichte ist durch häufige Umstrukturierungen und Umbenennungen gekennzeichnet. Die Bezeichnung “Königin Husaren-Regiment” ist vor 1833 belegt und bezieht sich auf Königin Adelaide, die Gemahlin Wilhelms IV. Um 1833 erfolgte die Umbenennung in “Königin-Dragoner”, um 1838 die Rückbenennung in “Königin-Husaren-Regiment”. Diese Namenswechsel erschweren die historische Forschung erheblich.

Nach der Auflösung der Personalunion 1837, als Ernst August I. die hannoversche Krone übernahm, wurden die militärischen Symbole teilweise geändert. Bei der Infanterie führte dies zu neuen Fahnendesigns, während die sehr teuren Kavalleriefahnen zunächst weitergeführt wurden. Ab 1837 wurde zudem bestimmt, dass jedes Regiment nur noch eine Fahne statt zuvor eine pro Schwadron führen sollte - eine Maßnahme zur Kosteneinsparung.

Die vorliegende Fahne stammt nach Überlieferung aus der königlichen hannoverschen Sammlung im Welfen-Schloss Marienburg. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 gingen viele militärische Relikte in königlichen Besitz über oder wurden in Arsenalen aufbewahrt. Die Marienburg wurde erst 1858-1867 als Geschenk König Georgs V. an seine Gemahlin Königin Marie erbaut und diente später als Aufbewahrungsort für welfische Erinnerungsstücke.

Von hannoverschen Kavalleriefahnen sind nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben, was dieses Stück zu einem Objekt von musealer Bedeutung macht. Die aufwendige Handarbeit, die historische Authentizität und die Verbindung zu konkreten militärischen Ereignissen machen solche Fahnen zu unverzichtbaren Quellen für die Militär- und Textilgeschichte des 19. Jahrhunderts.

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