Luftwaffe Flakkampfabzeichen - Miniatur
Das Luftwaffe Flakkampfabzeichen stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs dar. Am 10. Januar 1941 von Hermann Göring in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Luftwaffe gestiftet, dokumentiert dieses Abzeichen die zentrale Rolle der Flakartillerie in der deutschen Luftverteidigung. Der Entwurf stammt von Wilhelm Ernst Peekhaus, der sein Design am 19. Juli 1940 eingereicht hatte.
Die vorliegende Miniaturversion mit einem Durchmesser von nur 9 mm wurde speziell für das Tragen an Zivilkleidung oder zu festlichen Anlässen gefertigt. Diese kleinere Ausführung ermöglichte es den Trägern, ihre militärische Auszeichnung auch außerhalb des aktiven Dienstes diskret zur Schau zu stellen. Die Miniatur ist an einer langen Nadel befestigt, was die praktische Anwendung an verschiedenen Kleidungsstücken erleichterte.
Das Flakkampfabzeichen wurde in nur einer Stufe verliehen - es existierten keine verschiedenen Klassen oder Grade. Die Vollgröße des Abzeichens maß zwischen 55 und 63 mm in der Höhe und 43 bis 45 mm in der Breite, während die Miniaturversion auf 9 mm reduziert wurde. Die Herstellung erfolgte durch verschiedene renommierte Firmen, darunter C.E. Juncker in Berlin, F.W. Assmann & Sons in Lüdenscheid, Gustav Brehmer in Markneukirchen, E. Ferdinand Wiedmann in Frankfurt, Gebrüder Wegerhoff in Lüdenscheid, Wilhelm Deumer in Lüdenscheid, W. Hobacher in Wien und Walter & Henlein in Gablonz.
Die Verleihungskriterien waren zunächst streng geregelt. Das ursprüngliche System basierte auf einem 16-Punkte-System: Eine Batterie erhielt vier Punkte für das alleinige Abschießen eines feindlichen Flugzeugs, zwei Punkte wenn zwei Batterien beteiligt waren, und ein Punkt für Scheinwerfer- oder Horchgeräte-Besatzungen bei der Aufklärung. Ab Anfang 1942 wurden die Kriterien gelockert: Das Abzeichen konnte für drei Luftverteidigungsaktionen mit bestätigtem Abschuss, für fünf Luftverteidigungsaktionen unabhängig vom Erfolg oder für eine einzelne Tat außergewöhnlicher Tapferkeit verliehen werden.
Eine bedeutende Änderung trat am 31. März 1942 ein, als das separate Erdkampfabzeichen der Luftwaffe eingeführt wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Flakkampfabzeichen ausschließlich für Luftverteidigungsaktionen verliehen, während zuvor auch Bodenkampfeinsätze berücksichtigungsberechtig waren. Diese Unterscheidung spiegelte die zunehmend differenzierten Einsatzrollen der Flak-Einheiten wider, deren berühmte 88-mm-Geschütze sowohl gegen Luftziele als auch gegen Bodenziele, insbesondere Panzer, äußerst wirksam waren.
Das Abzeichen wurde an ein breites Spektrum von Luftwaffe-Personal verliehen, darunter Flak-Artillerie-Besatzungen, Scheinwerfer-Bedienungen, Horchgeräte-Besatzungen und Batterie-Kommandeure. Später wurde die Verleihung auf Hitler-Jugend-Flakhelfer-Einheiten, Heimat-Flak-Batterien und Personal des Reichsarbeitsdienstes in Flak-Rollen ausgeweitet. Batteriekommandeure waren berechtigt, wenn die Hälfte ihrer Einheit qualifiziert war. Einzigartig unter den Kriegsabzeichen waren theoretisch auch Frauen und Kinder ab 1943 verleihungsberechtigt, wobei keine bestätigten weiblichen Empfängerinnen dokumentiert sind.
Während des Krieges von 1941 bis 1945 wurden schätzungsweise mehrere hunderttausend dieser Abzeichen verliehen. Es war eines von nur zwei Kriegsabzeichen, die jemals von der Luftwaffe verliehen wurden - das andere war das bereits erwähnte Erdkampfabzeichen. Die große Anzahl der Verleihungen unterstreicht die zentrale Bedeutung der Flak-Verteidigung gegen die zunehmenden alliierten Bombenangriffe.
Die Miniaturversionen wurden typischerweise aus Zink oder Tombak gefertigt, während die Vollgrößen-Abzeichen aus verschiedenen Materialien hergestellt wurden: frühe Kriegsexemplare aus hochwertigem Neusilber oder Tombak, spätere Produktionen aus Zink oder Zinklegierungen. Nach Kriegsende 1945 wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Orden und Abzeichen in Deutschland verboten. Das deutsche Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 erlaubte das Tragen von Auszeichnungen aus der Zeit vor 1945 nur in entnazifizierter Form ohne Hakenkreuze und NS-Symbole. Heute sind originale Abzeichen bedeutende Sammlerstücke und historische Dokumente, die in Museen und Privatsammlungen als Zeugnisse der militärischen Kultur des Dritten Reiches und des Luftverteidigungssystems bewahrt werden.