Luftwaffe Offiziersdolch mit Elfenbeingriff und Klingenätzung "Emil Voos"

Es handelt sich hierbei um eine sehr schöne Fertigung, um 1939. Die Griffbeschläge in Aluminium getönt, das Griffstück aus Elfenbein mit feiner Drahtwicklung, seitlich ein paar leichte Spannungsrisse, typisch für Elfenbein, vernickelte Klinge ohne Herstellerbezeichnung, diese beidseitig mit Klingenätzung, Luftwaffe Hoheitsadler und floralen Motiven, die Scheide getönt und beulenfrei. Der Dolch getragen mit Alterspuren. Zustand 2.

Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 2024.
474811
4.550,00

Luftwaffe Offiziersdolch mit Elfenbeingriff und Klingenätzung "Emil Voos"

Der Luftwaffe Offiziersdolch stellt eines der bedeutendsten Ausrüstungsstücke der deutschen Luftstreitkräfte während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Als Bestandteil der Galauniform verkörperte dieser Dolch nicht nur militärische Tradition, sondern auch den Korpsgeist und die Standesehre des deutschen Offizierkorps.

Die Einführung des Luftwaffe Offiziersdolches erfolgte offiziell am 8. November 1934 durch eine Verordnung des Reichsluftfahrtministeriums unter Hermann Göring. Dieses Datum markierte einen wichtigen Schritt in der Etablierung der noch jungen Luftwaffe als eigenständige Waffengattung. Der Dolch sollte die jahrhundertealte Tradition militärischer Blankwaffen fortführen und gleichzeitig die Moderne der Luftstreitkräfte symbolisieren.

Das vorliegende Exemplar mit Elfenbeingriff repräsentiert eine besonders hochwertige Ausführung dieses Typs. Die Verwendung von Elfenbein anstelle der standardmäßigen weißen Zelluloidgriffe war eine Option für Offiziere, die bereit waren, für eine qualitativ bessere und prestigeträchtigere Ausführung mehr zu investieren. Solche Dolche wurden häufig von spezialisierten Herstellern wie Carl Eickhorn, WKC Weyersberg, Alexander Coppel oder Emil Voos in Solingen gefertigt, dem traditionellen Zentrum deutscher Klingenherstellung.

Die Konstruktion des Luftwaffe Offiziersdolches folgte einem standardisierten Design: Die Klinge war üblicherweise zweischneidig mit einer Länge von etwa 25 Zentimetern. Die Griffbeschläge bestanden aus Aluminium, das in einem charakteristischen goldenen oder silbernen Ton getönt wurde. Der typische Griff war mit feiner Drahtwicklung versehen, die sowohl dekorativen als auch praktischen Zwecken diente, indem sie einen sicheren Halt gewährleistete. Der Knauf zeigte in der Regel das Hakenkreuz als politisches Symbol des Regimes, während der Parierstab häufig mit einem geflügelten Emblem der Luftwaffe verziert war.

Die Klingenätzungen stellten ein besonderes Merkmal dieser Dolche dar. Die hier beschriebene beidseitige Ätzung mit dem Luftwaffe Hoheitsadler und floralen Motiven entspricht den typischen Gestaltungselementen der Epoche. Der Hoheitsadler, der einen Eichenkranz mit Hakenkreuz in seinen Fängen hielt, war das offizielle Emblem der Luftwaffe und wurde auf nahezu allen Ausrüstungsgegenständen angebracht. Die floralen Motive, oft in Form von Eichenlaub oder anderen traditionellen deutschen Symbolen, verliehen dem Dolch zusätzliche ästhetische Qualität.

Die Scheide dieser Dolche bestand typischerweise aus Metall, oft Aluminium, das in einem passenden Ton getönt wurde. Sie war mit Beschlägen und Aufhängeringen versehen, die das Tragen am Wehrgehänge ermöglichten. Die hochwertige Verarbeitung zeigt sich auch darin, dass die hier beschriebene Scheide beulenfrei erhalten ist, was bei Objekten dieses Alters nicht selbstverständlich ist.

Die Datierung um 1939 platziert diesen Dolch in eine besonders bedeutsame Phase der deutschen Geschichte. Zu diesem Zeitpunkt stand die Luftwaffe auf dem Höhepunkt ihrer Expansion und hatte sich bereits im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) bewährt. Das Jahr 1939 markierte den Beginn des Zweiten Weltkrieges, in dem die Luftwaffe eine zentrale Rolle spielen sollte.

Die Verwendung von Elfenbein als Material wirft heute wichtige Fragen des Artenschutzes auf. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) von 1973 reguliert streng den Handel mit Elfenbein und Produkten daraus. Historische Objekte wie dieser Dolch fallen unter besondere Regelungen, die den Handel unter bestimmten Bedingungen erlauben, wenn entsprechende Genehmigungen vorliegen. Die erwähnte CITES-Genehmigung von 2024 dokumentiert die legale Handelbarkeit dieses historischen Objekts unter Beachtung moderner Artenschutzbestimmungen.

Die charakteristischen Spannungsrisse im Elfenbeingriff sind typisch für dieses organische Material, das auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagiert. Solche Risse beeinträchtigen nicht die strukturelle Integrität des Griffs, sind jedoch ein deutlicher Hinweis auf das authentische Alter und die Materialität des Objekts. Sammler und Experten betrachten solche Altersmerkmale als Zeichen der Authentizität.

Die militärhistorische Bedeutung solcher Dolche liegt nicht in ihrer Funktion als Waffe, sondern in ihrer Rolle als Statussymbol und Traditionsträger. Sie wurden zu zeremoniellen Anlässen, bei Paraden und zu besonderen Dienstveranstaltungen getragen. Nach 1945 wurden viele dieser Dolche als Souvenirs von alliierten Soldaten mitgenommen oder von deutschen Soldaten versteckt und vergraben.

Heute sind Luftwaffe Offiziersdolche bedeutende militärhistorische Sammlerobjekte, die sowohl die handwerkliche Qualität deutscher Klingenherstellung als auch einen dunklen Abschnitt der deutschen Geschichte repräsentieren. Ihr Studium ermöglicht Einblicke in Materialkultur, Symbolik und soziale Strukturen des militärischen Establishments jener Zeit.