Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Frauenorganisation dar, die zwischen 1931 und 1945 existierte. Dieses Abzeichen mit einem Durchmesser von 44 mm und einer Nadelkonstruktion repräsentiert die formale Zugehörigkeit zur NSF, einer Organisation, die als weibliches Pendant zur NSDAP konzipiert wurde.
Die Nationalsozialistische Frauenschaft wurde im Oktober 1931 gegründet und von Gertrud Scholtz-Klink ab 1934 als Reichsfrauenführerin geleitet. Die Organisation diente dazu, nationalsozialistische Ideologie unter deutschen Frauen zu verbreiten und sie in die Strukturen des NS-Staates zu integrieren. Die NSF war hierarchisch aufgebaut und folgte dem Führerprinzip, das in allen NS-Organisationen vorherrschte.
Das vorliegende Abzeichen wurde aus Metall gefertigt und zeigt typischerweise das charakteristische Design der NSF: ein Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von einem Kranz oder anderen NS-Symbolen. Die Kennzeichnung “Ges. Gesch.” (Gesetzlich Geschützt) weist auf die offizielle Autorisierung und den rechtlichen Schutz des Designs hin, was bei allen offiziellen NS-Abzeichen üblich war. Die Nadelkonstruktion auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an der Kleidung, üblicherweise an der linken Brustseite.
Die Mitgliedschaft in der NSF war für bestimmte Berufsgruppen und Funktionen im NS-Staat faktisch verpflichtend. Bis 1938 hatte die Organisation bereits über zwei Millionen Mitglieder. Die NSF war in das Deutsche Frauenwerk (DFW) eingebettet, eine Dachorganisation, die alle gleichgeschalteten Frauenverbände umfasste und bis zu sechs Millionen Mitglieder zählte.
Die Hauptaufgaben der NSF umfassten die weltanschauliche Schulung im Sinne der NS-Ideologie, die Förderung des nationalsozialistischen Frauenbildes, das Frauen primär als Mütter und Ehefrauen definierte, sowie die Organisation von Schulungskursen in Hauswirtschaft und Kindererziehung. Während des Zweiten Weltkrieges weitete sich das Tätigkeitsfeld auf Kriegshilfsmaßnahmen aus.
Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch lizenzierte Hersteller, die strenge Qualitätsstandards einhalten mussten. Die Verleihung und das Tragen des Abzeichens waren in den Organisationsrichtlinien der NSF genau geregelt. Das Abzeichen durfte nur von offiziellen Mitgliedern getragen werden und symbolisierte die Treue zum nationalsozialistischen Regime.
Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Abzeichen die umfassende Durchdringung der deutschen Gesellschaft durch NS-Organisationen. Die NSF spielte eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung von Frauen für die Ziele des Regimes und bei der Verbreitung der rassistischen und totalitären Ideologie des Nationalsozialismus in den privaten Bereich.
Nach 1945 wurden die NSF und alle ihre Symbole durch die Alliierten verboten. Das Tragen und Zeigen solcher Abzeichen ist in Deutschland heute gemäß §86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) strafbar, außer zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre sowie der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte.
Heute befinden sich solche Abzeichen in musealen Sammlungen und bei privaten Sammlern militärhistorischer Objekte. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und als Mahnmal gegen totalitäre Systeme. Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei über 75 Jahre alten Objekten bemerkenswert ist.