Bayern 1. Weltkrieg feldgraue Feldrock M 1908 und Hose für einen Gefreiten im 11. Infanterie-Regiment von der Tann

Friedensstandort Regensburg, um 1914. Fertigung aus dem frühen feldgrauem Tuch in feiner Vorkriegsqualität. Der hohe Stehkragen, die Knopfleiste und die Ärmelaufschläge rot paspeliert, die Knöpfe der Knopfleiste in Eisen feldgrau getönt, die Knöpfe der Ärmelaufschläge in Bronze bronziert mit bayerischem Löwen. Auf dem Kragen die vergoldeten Gefreitenknöpfe. Eingenähte feldgraue Schulterklappen mit weißer Paspelierung. Innen mit braunem Futter, ohne Verbandspäckchentasche. Dazu die passende lange feldgraue Hose vom gleichen Schneider, im gleichen Tuch gefertigt, seitlich mit roten Biesen.
Die Feldbluse und Hose sind nahezu ungetragen, in neuwertigem Zustand - "in mint condition".
Die typische Feldbluse eines bayerischen Gefreiten zu Beginn des 1. Weltkrieg.
In dieser Qualität fast unmöglich zu finden.
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6.000,00

Bayern 1. Weltkrieg feldgraue Feldrock M 1908 und Hose für einen Gefreiten im 11. Infanterie-Regiment von der Tann

Diese feldgraue Uniform aus dem frühen 20. Jahrhundert repräsentiert eine bedeutende Übergangsperiode in der Geschichte der bayerischen Militärbekleidung. Das 11. Infanterie-Regiment „von der Tann" hatte seinen Friedensstandort in Regensburg und wurde am 2. August 1914 gemäß Mobilmachungsplan mobilisiert. Das Regiment erhielt seinen ehrenvollen Namen am 28. April 1867, als König Ludwig II. Generalleutnant Ludwig von der Tann-Rathsamhausen zum Regimentsinhaber ernannte, eine Bezeichnung, die es bis zu seiner Auflösung am 15. Dezember 1918 behielt.

Die Geschichte des Regiments reichte weit zurück. Es wurde am 27. September 1805 gemäß Kronratsbeschluss als 13. Linien-Infanterie-Regiment in Würzburg aufgestellt und erhielt am 29. April 1811 die Nummer 11. Bei seiner ersten Aufstellung 1805 hatte das Regiment eine Stärke von 49 Offizieren und 1345 Unteroffizieren und Mannschaften. Der Erste Weltkrieg forderte einen hohen Tribut: Das Regiment erlitt Verluste von 83 Offizieren sowie 2120 Unteroffizieren und Mannschaften.

Die Einführung der feldgrauen Uniform markierte einen entscheidenden Wandel in der deutschen Militärgeschichte. Ein Befehl der Obersten Heeresleitung vom 19. April 1907 kündigte die Einführung der neuen deutschen Feldgrau-Uniform an. Diese neue Uniform war ausschließlich für den Feldeinsatz vorgesehen, während die älteren Dunkelblauen Uniformen für alle anderen Gelegenheiten beibehalten wurden. Der M1907/10 Feldrock wurde 1910 als Standardfelduniform für die kaiserlich-deutsche Armee eingeführt und war aus schwerem Wollstoff in Feldgrau gefertigt.

Als die feldgrauen Uniformen eingeführt wurden, unterschieden nur die Kokarde und eine blau-weiße rautenförmige Einfassung am Kragen die bayerischen Einheiten von anderen deutschen Truppen. Die Uniform zeichnete sich durch rote Paspelierung am hohen Stehkragen, an der Knopfleiste und an den Ärmelaufschlägen aus. Die Knöpfe der Knopfleiste waren aus Eisen und feldgrau getönt, während die Knöpfe der Ärmelaufschläge in Bronze gefertigt und mit dem bayerischen Löwen verziert waren.

Der Rang eines Gefreiten hatte im kaiserlichen Heer eine besondere Bedeutung. Der Gefreite diente als Stellvertreter des Unteroffiziers (Korporal) und wurde durch das Tragen von Rangabzeichen-Knöpfen, den sogenannten Gefreitenknöpfen, auf beiden Seiten des Uniformkragens ausgezeichnet. Bemerkenswert ist, dass der Gefreite bis 1918 der einzige Rang war (mit Ausnahme des Obergefreiten in der Fußartillerie), zu dem ein eingezogener Soldat befördert werden konnte.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs hatte die Bayerische Armee eine effektive Stärke von 87.214 Mann, darunter 4.089 Offiziere, Ärzte, Veterinäre und Beamte sowie 83.125 Unteroffiziere und Mannschaften. Dies war dies die typische Feldbluse eines bayerischen Gefreiten zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

Die Seltenheit solcher Uniformen aus der kaiserlichen Zeit ist bemerkenswert. Abgesehen von den Verlusten in den Schützengräben wurde vieles aufgrund der Spanischen Grippe-Pandemie und Lausbefalls verbrannt oder von Veteranen wiederverwendet oder für die Verwendung in der Reichswehr umgearbeitet. Nach der Heimkehr des Regiments, das am 14. Dezember 1918 in Regensburg eintraf, wurde es demobilisiert und aufgelöst. Die Tradition wurde in der Reichswehr durch Dekret von General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 von der 1. und 2. Kompanie des 20. (Bayerischen) Infanterie-Regiments in Regensburg übernommen. In der Wehrmacht führten der Regimentsstab, die I. und II. Bataillone sowie die 13. und 14. Kompanie des Infanterie-Regiments 20 in Regensburg die Tradition fort.