Bund Deutscher Mädel JM-BDM 10 Knöpfe aus Bakelit 

rückseitig mit RZM Hersteller MA9-3, ca. 19 mm, ungetragen.

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50,00

Bund Deutscher Mädel JM-BDM 10 Knöpfe aus Bakelit 

Die vorliegenden Bund Deutscher Mädel (BDM) Knöpfe aus Bakelit repräsentieren ein authentisches Beispiel der Uniformausstattung der nationalsozialistischen Mädchenorganisation während des Dritten Reiches. Diese zehn Knöpfe tragen auf ihrer Rückseite die Markierung RZM MA9-3, was auf ihre Herstellung unter der Aufsicht des Reichszeugmeisterei-Systems hinweist.

Der Bund Deutscher Mädel wurde 1930 als weiblicher Zweig der Hitler-Jugend gegründet und entwickelte sich zur größten weiblichen Jugendorganisation im nationalsozialistischen Deutschland. Nach der Machtübernahme 1933 wurde die Mitgliedschaft zunehmend verpflichtend, und bis 1939 umfasste der BDM etwa 3,5 Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Die jüngeren Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren gehörten dem Jungmädelbund (JM) an, bevor sie in den eigentlichen BDM wechselten.

Die Reichszeugmeisterei (RZM) war die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die 1929 gegründet wurde und die Kontrolle über die Herstellung und den Vertrieb aller Partei- und Organisationsuniformen sowie deren Zubehör ausübte. Jeder autorisierte Hersteller erhielt eine eindeutige Kennzeichnung, die aus Buchstaben und Zahlen bestand. Die Markierung MA9-3 identifiziert einen spezifischen, von der RZM lizenzierten Hersteller. Das Präfix “MA” stand für verschiedene Herstellerkategorien, und die nachfolgenden Nummern identifizierten den einzelnen Produzenten.

Diese Knöpfe wurden aus Bakelit hergestellt, dem ersten vollsynthetischen Kunststoff, der 1907 von dem belgisch-amerikanischen Chemiker Leo Baekeland entwickelt wurde. Bakelit war ein Phenolharz, das für seine Haltbarkeit, Hitzebeständigkeit und einfache Formbarkeit geschätzt wurde. In den 1930er und 1940er Jahren war Bakelit ein weit verbreitetes Material für verschiedenste Anwendungen, von Telefongehäusen bis zu Uniformknöpfen. Für militärische und paramilitärische Zwecke bot Bakelit mehrere Vorteile: Es war kostengünstig in der Massenproduktion, benötigte keine knappen Metallressourcen, die für die Rüstungsindustrie reserviert waren, und war robust genug für den täglichen Gebrauch.

Die BDM-Uniform bestand typischerweise aus einem dunkelblauen Rock, einer weißen Bluse und einem schwarzen Halstuch, das mit einem Lederknoten gehalten wurde. Die Knöpfe waren ein wesentlicher Bestandteil dieser Uniform und wurden an Blusen und Röcken verwendet. Mit einem Durchmesser von etwa 19 mm entsprachen diese Knöpfe den standardisierten Maßen, die für BDM-Uniformen vorgeschrieben waren. Die Tatsache, dass diese Knöpfe als “ungetragen” beschrieben werden, deutet darauf hin, dass sie entweder niemals an einer Uniform befestigt wurden oder Teil eines Lagerbestandes waren, der nie ausgegeben wurde.

Die Uniformierung im BDM diente mehreren ideologischen Zwecken. Sie sollte ein Gefühl der Gleichheit und Kameradschaft unter den Mädchen fördern, soziale Unterschiede nivellieren und die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen “Volksgemeinschaft” symbolisieren. Gleichzeitig war die Uniform ein sichtbares Zeichen der Unterwerfung unter die Autorität der Organisation und des Staates.

Die Herstellung von Uniformteilen und Abzeichen unterlag strengen RZM-Richtlinien, die in verschiedenen Verordnungen und Dienstvorschriften festgelegt waren. Hersteller mussten sich einem Zulassungsverfahren unterziehen und durften nur nach genehmigten Mustern und Spezifikationen produzieren. Diese Kontrolle sollte Einheitlichkeit gewährleisten und den unregulierten Verkauf von Partei- und Organisationssymbolen verhindern.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige materielle Zeugnisse der nationalsozialistischen Herrschaft und der Indoktrinierung der Jugend. Sie dokumentieren die umfassende Organisation und Kontrolle, die das NS-Regime über alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens ausübte, einschließlich der kleinsten Details wie Uniformknöpfe. Für die historische Forschung bieten solche Artefakte Einblicke in die Produktionsmethoden, die wirtschaftliche Organisation und die Alltagskultur des Dritten Reiches.

Die Sammlung und Dokumentation solcher Objekte erfolgt heute ausschließlich zu wissenschaftlichen und pädagogischen Zwecken, um die Geschichte dieser dunklen Periode zu bewahren und künftige Generationen über die Gefahren totalitärer Ideologien aufzuklären. Sie erinnern an ein System, das Millionen junger Menschen in eine verbrecherische Ideologie einband und für seine Zwecke missbrauchte.