Deutsches Expeditionskorps in China kleines Kabinettfoto eines Soldaten im 2. Ostasiatischen Infanterie Regiment

sehr schöne Aufnahme, Zustand 2
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€ 30,00

Deutsches Expeditionskorps in China kleines Kabinettfoto eines Soldaten im 2. Ostasiatischen Infanterie Regiment

Das 2. Ostasiatische Infanterie-Regiment war Teil des Deutschen Expeditionskorps, das zwischen 1900 und 1901 nach China entsandt wurde, um an der internationalen militärischen Intervention während des Boxeraufstands teilzunehmen. Dieses kleine Kabinettfoto dokumentiert einen Soldaten dieser bedeutenden militärischen Formation und stellt ein wertvolles Zeugnis dieser turbulenten Periode der deutschen Kolonialgeschichte dar.

Der Boxeraufstand (1899-1901), in China als Yihetuan-Bewegung bekannt, war eine antiimperialistische und antichristliche Erhebung, die sich gegen die zunehmende ausländische Einflussnahme im spätkaiserlichen China richtete. Die Boxer, Mitglieder einer geheimen Gesellschaft, belagerten im Sommer 1900 die ausländischen Gesandtschaften in Peking. Als Reaktion auf diese Krise bildete sich eine Allianz aus acht Nationen: Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Russland und die Vereinigten Staaten.

Das Deutsche Expeditionskorps umfasste etwa 15.000 Mann und wurde als Ostasiatisches Expeditionskorps bezeichnet. Feldmarschall Alfred Graf von Waldersee wurde zum Oberkommandierenden der internationalen Truppen ernannt, eine Ernennung, die das deutsche Prestige auf der Weltbühne erhöhen sollte. Kaiser Wilhelm II. hielt am 27. Juli 1900 in Bremerhaven seine berüchtigte “Hunnenrede”, in der er die deutschen Truppen aufforderte, keine Gefangenen zu machen und sich einen Namen zu machen wie die Hunnen unter Attila.

Das 2. Ostasiatische Infanterie-Regiment wurde speziell für diese Expedition aufgestellt und setzte sich aus Freiwilligen und Angehörigen verschiedener deutscher Truppenteile zusammen. Die Soldaten trugen spezielle Tropenuniformen, die für das chinesische Klima angepasst waren. Diese bestanden typischerweise aus khakifarbenen oder hellgrauen Stoffen, einem Tropenhut oder Tropenhelm, und waren mit den entsprechenden Regimentsabzeichen versehen.

Kabinettfotos dieser Art waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert das Standardformat für militärische Porträtaufnahmen. Das Format maß üblicherweise etwa 11 x 16,5 cm und wurde auf festem Karton montiert. Soldaten ließen sich häufig in professionellen Fotostudios oder bei Regimentsfotografen ablichten, bevor sie in den Einsatz gingen oder während ihres Aufenthalts in China. Diese Fotografien dienten als Erinnerungsstücke für die Familien und als persönliche Dokumentation des Militärdienstes.

Die fotografische Darstellung zeigt typischerweise den Soldaten in voller Uniform, oft mit Waffen und Ausrüstung. Die Aufnahmen wurden in professionellen Studios mit gemalten Hintergründen und typischen Requisiten der Zeit angefertigt. Die Qualität und Erhaltung solcher Fotografien variiert erheblich, wobei ein Zustand 2 in der militärhistorischen Sammlerbewertung als sehr gut gilt, mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren.

Die deutschen Truppen erreichten China zwischen August und November 1900, wobei die Hauptkämpfe bereits beendet waren, als die Hauptkontingente eintrafen. Die Gesandtschaften waren am 14. August 1900 von einer internationalen Streitmacht befreit worden. Die deutschen Truppen nahmen jedoch an den sogenannten Strafexpeditionen teil, die in die chinesische Provinz führten, um vermeintliche Boxer-Hochburgen zu zerstören. Diese Aktionen waren von erheblicher Brutalität gekennzeichnet und trugen zum negativen Image der deutschen Militärpräsenz in China bei.

Das Leben der deutschen Soldaten in China war durch extreme klimatische Bedingungen, Krankheiten und kulturelle Fremdheit geprägt. Viele Soldaten starben nicht im Kampf, sondern an Cholera, Typhus und anderen Infektionskrankheiten. Die medizinische Versorgung war trotz der Bemühungen des Sanitätskorps oft unzureichend.

Nach dem Boxerprotokoll vom 7. September 1901 wurde die Krise formal beigelegt. China musste erhebliche Reparationen zahlen und weitere territoriale Konzessionen machen. Die deutschen Truppen begannen mit dem Rückzug, wobei das Expeditionskorps bis 1901 weitgehend aufgelöst wurde. Ein kleinerer Teil der Truppen blieb als Besatzungstruppen zurück.

Kabinettfotos wie dieses sind heute wichtige historische Quellen. Sie dokumentieren nicht nur die individuellen Soldaten, sondern auch Uniformdetails, Ausrüstung und die fotografischen Praktiken der Zeit. Für Militärhistoriker und Sammler bieten sie unschätzbare Einblicke in die Sozial- und Militärgeschichte des Kaiserreichs und seiner imperialistischen Bestrebungen in Ostasien. Die Expedition nach China war ein bedeutendes Ereignis in der deutschen Militärgeschichte und markierte einen Höhepunkt der deutschen Weltpolitik unter Wilhelm II.