Luftwaffe Schiffchen für Mannschaften

Graublaues Tuch mit Adler und Kokarde für Mannschaften per Hand vernäht. Innen mit Seidenfutter, Größe ca. 55, Loch unterhalb der Kokarde, Zustand 3.
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370,00

Luftwaffe Schiffchen für Mannschaften

Die Luftwaffe Schiffchen für Mannschaften, auch als Fliegermütze oder umgangssprachlich Schiffchen (kleines Boot) aufgrund ihrer charakteristischen Form bezeichnet, stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Luftstreitkräfte während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Feldmütze in ihrer unverwechselbaren, zusammenlegbaren Konstruktion mit bootsähnlicher Silhouette war von März 1935 bis Ende 1943 Standardkopfbedeckung für alle Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere der Luftwaffe.

Die Luftwaffe wurde durch Adolf Hitlers Erlass am 26. Februar 1935 offiziell gegründet und am 1. März 1935 öffentlich bekannt gegeben – ein bewusster Verstoß gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrags. Die neu geschaffene Luftwaffe benötigte eine eigene, unverwechselbare Uniform, die sich sowohl vom Heer als auch von der Kriegsmarine abheben sollte. Das gewählte graublaue Farbschema diente nicht nur der Unterscheidung des Luftwaffenpersonals, sondern sollte symbolisch den Himmel evozieren und die besondere Rolle dieser Waffengattung unterstreichen.

Die Schiffchen wurde neben der Schirmmütze mit Schild und dem Stahlhelm zur Standard-Kopfbedeckung. Ihre Gestaltung als flache, zusammenfaltbare Garnisonskappe machte sie außerordentlich praktisch: Sie konnte problemlos in den Gürtel oder Tornister gesteckt werden und erwies sich als leicht, tragbar und komfortabel. Diese praktischen Eigenschaften führten zu ihrer großen Beliebtheit bei den Soldaten. Besonders für Flugzeugbesatzungen war von Vorteil, dass sie unter der Fliegerkopfbedeckung getragen werden konnte.

Die hier beschriebene Version für Mannschaften bestand aus grauem bis graublauem Wolltuch. Im Gegensatz zu Offiziersversionen, die mit silberner Paspelierung entlang der Scheitelkante und teilweise hochwertigeren Materialien gefertigt waren, kam diese Ausführung ohne zusätzliche Verzierungen aus. Das Innere war mit Seide ausgekleidet, und zur Formerhaltung wurden Versteifungen eingearbeitet. Auf der rechten Vorderseite war der maschinell gestickte Luftwaffe-Adler (Hoheitsadler) mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz per Hand aufgenäht. In der Mitte der Front befand sich die handgenähte rot-weiß-schwarze Kokarde mit konzentrischen Kreisen in den deutschen Nationalfarben.

Die Schiffchen wurde in allen Zweigen der Luftwaffe getragen: von Flugzeugbesatzungen über Bodenpersonal, Flak-Einheiten und Fallschirmjägern bis hin zu Unterstützungspersonal. Sie kam bei alltäglichen Dienstverrichtungen, nicht-zeremoniellen Anlässen und im Feldeinsatz zum Einsatz und ersetzte die unpraktischeren Schirmmützen für den täglichen Gebrauch. Neben der standardmäßigen blaugrauen Wollversion existierten Varianten in schwarzer Wolle für Panzerbesatzungen sowie in tropischem Beige oder Olivgrün aus Baumwolle für den Einsatz in Nordafrika. Die Schiffchen war deutlich von der späteren M43-Feldmütze (Einheitsfliegermütze) zu unterscheiden, die im September 1943 eingeführt wurde.

Die Produktion erfolgte durch verschiedene deutsche Hersteller von 1935 bis Ende 1943, darunter zivile Mützenfabriken, die Verträge mit der Luftwaffe hatten, wie etwa Carl Bangert Uniform Mützenfabrik in Koblenz. Die Herstellung kombinierte maschinelle Fertigung der Abzeichen mit handwerklicher Näharbeit bei der Montage. Die Mützen wurden nach Kopfumfang gefertigt, wobei die Größen typischerweise von etwa 53 bis über 58 Zentimeter reichten.

Die Luftwaffe dominierte die frühen Kriegsoperationen von 1939 bis 1941, erlitt jedoch ab 1942 zunehmende Verluste. Ab Ende 1943 begann die vereinfachte M43-Feldmütze die traditionelle Schiffchen zu ersetzen, um Materialien zu sparen und die Produktion während der kriegsbedingten Engpässe zu rationalisieren. Nach ihrer Einführung wurde die Schiffchen schrittweise aus der Neuausgabe genommen, blieb jedoch bei Soldaten, die sie bereits besaßen, bis zum Verschleiß oder Ersatz im Gebrauch.

Nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 und der offiziellen Auflösung der Luftwaffe durch die Alliierte Kontrollkommission im August 1946 wurden erhaltene Exemplare zu gesuchten militärhistorischen Sammlerstücken. Heute befinden sich Originale in Museumssammlungen und Privatsammlungen weltweit, während moderne Reproduktionen für historische Reenactments und Sammler hergestellt werden.