USA World War 2 Era: Ike Jacket and Trousers for a Lieutenant and Glider Pilot in the Army Air Corps, 9th Air Force  

private purchased, without collar discs on both lapels, on the left upper arm the "9th air Force SSI, on his lower left sleeve with 2 overseas bars, on the chest with a cloth flight clasp. Inside on the lining, with label " custom made uniforms Sol Frank & Co San Antonio Texas "  . Arm length 62 cm, chest circumference 70 cm, lenght 49 cm, moth hole on he back, condition 2-3.
Trousers, waist circumference 74 cm, length 107 cm, few minor mothnips, condition 2-3.
481212
350,00

USA World War 2 Era: Ike Jacket and Trousers for a Lieutenant and Glider Pilot in the Army Air Corps, 9th Air Force  

Die Eisenhower-Jacke, im amerikanischen Militärjargon als “Ike Jacket” bekannt, stellt eines der ikonischsten Uniformstücke des Zweiten Weltkriegs dar. Benannt nach General Dwight D. Eisenhower, wurde diese taillierte Jacke im Jahr 1944 offiziell als Jacket, Field, Wool, M-1944 in die Uniformvorschriften der US-Streitkräfte aufgenommen. Die vorliegende Uniform gehörte einem Offizier im Rang eines Lieutenants, der als Segelflieger-Pilot in der Army Air Corps der 9th Air Force diente.

Die 9th Air Force wurde im April 1942 aktiviert und spielte eine entscheidende Rolle im europäischen Kriegsschauplatz. Zunächst im nordafrikanischen Feldzug eingesetzt, verlegte die 9th Air Force 1943 nach England, um sich auf die Invasion der Normandie vorzubereiten. Die Einheit spezialisierte sich auf taktische Luftunterstützung und war maßgeblich an der Operation Overlord am 6. Juni 1944 beteiligt. Das charakteristische Schulterabzeichen der 9th Air Force auf dem linken Oberarm dieser Jacke zeigt die Zugehörigkeit zu dieser bedeutenden Formation.

Besonders bemerkenswert ist die Rolle als Glider Pilot (Segelflieger-Pilot). Die Segelflieger der US Army Air Forces gehörten zu den mutigsten Soldaten des Krieges. Sie flogen motorlose Lastensegler, meist vom Typ Waco CG-4A oder CG-13A, die von Transportflugzeugen wie der C-47 geschleppt wurden. Diese Piloten transportierten Truppen, Ausrüstung und sogar leichte Fahrzeuge direkt in feindliches Gebiet. Die Segelflieger der 9th Air Force waren an allen großen Luftlandeoperationen in Europa beteiligt, einschließlich der Invasion der Normandie, der Operation Market Garden in den Niederlanden im September 1944 und der Operation Varsity beim Rheinübergang im März 1945.

Die Tatsache, dass diese Uniform privat beschafft wurde, ist historisch bedeutsam. Das Etikett “Sol Frank & Co, San Antonio, Texas” weist auf einen bekannten Militärausstatter hin. Obwohl die US-Armee Standarduniformen ausgab, bevorzugten viele Offiziere maßgeschneiderte Uniformen von privaten Schneidern, die bessere Passformen und höherwertige Materialien boten. Sol Frank & Company war einer der renommiertesten Uniformhersteller in Texas und belieferte zahlreiche Militärbasen in der Region, insbesondere die vielen Flugausbildungsstätten.

Die zwei Overseas Bars am linken Unterärmel zeigen, dass der Träger mindestens ein Jahr im Auslandseinsatz verbracht hatte. Jeder Balken repräsentierte sechs Monate Dienst außerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten. Das Stoffabzeichen für Flugzeugbesatzungen auf der Brust identifiziert den Träger als qualifizierten Flieger. Die Abwesenheit von Kragendisketten (collar discs) ist ungewöhnlich, könnte aber darauf hindeuten, dass die Uniform im informelleren Dienst oder nach Kriegsende getragen wurde.

Die Ike Jacket revolutionierte die amerikanische Militärmode. Im Gegensatz zur längeren, lockereren Class A Uniform bot die Eisenhower-Jacke eine moderne, europäisch inspirierte Silhouette. General Eisenhower hatte während seines Dienstes in England eine ähnliche britische Battle Dress-Jacke gesehen und eine amerikanische Variante entwickeln lassen. Die Jacke endete in Taillenhöhe, was sie praktischer für das Tragen mit Ausrüstungsgürteln machte und gleichzeitig ein schärferes militärisches Erscheinungsbild bot.

Die verwendeten Materialien und die Konstruktion folgen den Spezifikationen der Kriegszeit. Die Wolljacke in olivgrüner Farbe (oft als “OD 51” bezeichnet) wurde mit passender Hose getragen. Die erwähnten Mottenlöcher sind typisch für Uniformen aus Naturwolle, die über Jahrzehnte gelagert wurden, und beeinträchtigen nicht die historische Bedeutung des Stücks.

Das Army Air Corps wurde 1941 zur Army Air Forces umorganisiert und nach dem Krieg 1947 als eigenständige US Air Force etabliert. Die Segelflieger-Programme wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst, da Hubschrauber und verbesserte Fallschirmtechnologien die taktischen Anforderungen erfüllten, für die zuvor Lastensegler eingesetzt worden waren.

Diese Uniform repräsentiert nicht nur ein individuelles militärisches Dienstkleidungsstück, sondern erzählt die Geschichte einer entscheidenden Phase des Zweiten Weltkriegs, der Evolution der Luftkriegsführung und des Mutes der Männer, die motorlose Flugzeuge in die Schlacht flogen. Sie ist ein materielles Zeugnis der amerikanischen Militärgeschichte und der enormen Opfer, die für den Sieg in Europa gebracht wurden.