Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Feldzeichen für den Polizeitschako
Das Feldzeichen für den Polizeitschako der Bundesrepublik Deutschland aus der Zeit um 1957 stellt ein faszinierendes Zeugnis der frühen Phase westdeutscher Polizeigeschichte dar. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 mussten die staatlichen Strukturen in den Westzonen vollständig neu aufgebaut werden, einschließlich der Polizeikräfte.
Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 begann ein systematischer Neuaufbau staatlicher Sicherheitsorgane unter demokratischen Vorzeichen. Die Polizeihoheit lag dabei gemäß dem föderalen Prinzip bei den einzelnen Bundesländern. Dennoch strebte man nach einer gewissen Vereinheitlichung in Ausrüstung und Erscheinungsbild, um eine professionelle und moderne Polizei zu etablieren, die sich deutlich von der NS-Vergangenheit abgrenzte.
Der Tschako als militärische Kopfbedeckung hat eine lange Tradition, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich aus Ungarn stammend, wurde diese zylindrische Kopfbedeckung in vielen europäischen Armeen und Polizeieinheiten übernommen. In Deutschland fand der Tschako besonders bei Gendarmerieeinheiten und später bei verschiedenen Polizeiverbänden Verwendung.
Das hier beschriebene Feldzeichen aus Aluminium verkörpert den Geist der 1950er Jahre, in denen die junge Bundesrepublik ihre staatliche Identität entwickelte. Die Wahl von Aluminium als Material war praktisch begründet: Es war leicht, korrosionsbeständig und kostengünstig in der Herstellung – wichtige Faktoren in der wirtschaftlich noch schwierigen Nachkriegszeit, auch wenn das Wirtschaftswunder bereits begonnen hatte.
Die Datierung um 1957 fällt in eine Zeit bedeutender Reformen im deutschen Polizeiwesen. In diesen Jahren wurden die Uniformvorschriften überarbeitet und modernisiert. Die Bundesländer entwickelten eigene Regelungen, wobei jedoch ein Bestreben nach gewisser Einheitlichkeit erkennbar war. Der Tschako wurde in den späten 1950er Jahren bei verschiedenen Polizeieinheiten getragen, insbesondere bei Bereitschaftspolizeien und bei zeremoniellen Anlässen.
Das Feldzeichen selbst – also das am Tschako befestigte Abzeichen – diente der Identifikation und repräsentierte die staatliche Autorität. Es zeigte typischerweise Hoheitszeichen wie den Bundesadler oder Landeswappen, die die demokratische Legitimation der neuen Ordnung symbolisierten. Diese Symbole waren bewusst gewählt, um einen klaren Bruch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu markieren.
Die handwerkliche Ausführung solcher Feldzeichen erfolgte meist durch spezialisierte Hersteller militärischer und polizeilicher Effekten. Unternehmen, die bereits vor 1945 existiert hatten, mussten ihre Produktion vollständig umstellen und den neuen demokratischen Anforderungen anpassen. Die Qualität dieser Stücke variierte je nach Hersteller und Verwendungszweck.
Im Laufe der 1960er Jahre wurde der Tschako zunehmend durch modernere Kopfbedeckungen ersetzt. Die Polizeireformen dieser Dekade führten zu einer weitgehenden Vereinheitlichung der Uniformen und zur Einführung praktischerer Ausrüstung. Der Tschako blieb nur noch bei wenigen zeremoniellen Einheiten und Musikkorps in Verwendung.
Heute sind solche Feldzeichen begehrte Sammlerstücke, die ein wichtiges Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte dokumentieren. Sie erinnern an die Bemühungen, einen demokratischen Rechtsstaat aufzubauen und dabei auch in den äußeren Erscheinungsformen der Staatsmacht neue, von der NS-Zeit abgegrenzte Wege zu gehen. Der gute Erhaltungszustand vieler dieser Stücke – wie der hier beschriebene Zustand 2 – ist bemerkenswert und zeugt von der soliden Verarbeitung sowie der sorgfältigen Aufbewahrung durch ihre Träger oder Sammler.