Luftwaffe Soldbuch mit Wehrpaß und Verleihungsurkunde für einen späteren Feldwebel der Lw.-Bau-Komp.1/5/XII und Lapplandkämpfer

Wehrpaß ist ausgestellt in St.Wendel am 26.2.1940, Foto wurde entfernt, als Dienstpflichtiger k.v. zur Ers.-Res.I gemustert, eingestellt am 21.6.1940 bei der Lw.-Bau-Komp.3/6/2/XII, keine weitere Einheit mehr, er hat viele Lehrgänge und Ausbildungen absolviert, als Auszeichnung ist das Lapplandschild eingetragen, er hat an vielen Kampfhandlungen teilgenommen ( Frankreich, Kampf gegen England, Finnland, Norwegen, Nord-Norwegen ), eingeklebtes Blatt über den Besitz dieses Wehrpasses vom 14.7.1945.
- Soldbuch ist ausgestellt am 26.6.1940 durch die Lw.-Bau-Komp.3/6/2/XII, mit Foto, Eintragungen über Einheit und Auszeichnung sind identisch, wie auch das eingeklebte Besitzblatt vom 14.7.1945, dazu noch eine Bescheinigung über empfangene Dienstbekleidung als Angehöriger der 5.Komp./Lw.-Lagerbereich Oysand vom 22.8.1945.
- Verleihungsurkunde zum Lapplandschild, als Feldwebel der 1./Lw.-Bau-Batl.(v) 5/XII, ausgestellt in Solberg am 13.8.1945 durch den Lagerbereichskommandanten.
- anbei sind noch : Stammblatt des Mannes mit alles Eintragungen bis zum 1.7.1945, Erkennungskartenausweis und Bescheinigung seinen Wehrsoldes vom 16.8.1945.
Alle Hakenkreuze wurden offiziell übermalt oder weggeritzt da er nach Kriegsende noch weiterhin Dienst getan hat.
306713
700,00

Luftwaffe Soldbuch mit Wehrpaß und Verleihungsurkunde für einen späteren Feldwebel der Lw.-Bau-Komp.1/5/XII und Lapplandkämpfer

Dieser außergewöhnliche Dokumentenkonvolut gewährt einen seltenen Einblick in das Leben eines Luftwaffen-Bausoldaten, der während des Zweiten Weltkriegs in den nördlichsten Kriegsschauplätzen Europas diente. Die Sammlung umfasst einen Wehrpass, ein Soldbuch sowie eine Verleihungsurkunde für das Lapplandschild – Dokumente, die zusammen die militärische Laufbahn eines Mannes dokumentieren, der vom einfachen Soldaten zum Feldwebel aufstieg.

Der Wehrpass, ausgestellt am 26. Februar 1940 in St. Wendel, diente als grundlegendes militärisches Identifikationsdokument im Deutschen Reich. Jeder wehrpflichtige Mann musste einen solchen Pass führen, der seine Musterung, militärische Ausbildung und Dienstzeit dokumentierte. Die Einberufung erfolgte am 21. Juni 1940 zur Luftwaffen-Bau-Kompanie 3/6/2/XII, einer Einheit, die dem Bau und der Instandhaltung militärischer Infrastruktur diente. Die römische Ziffer XII verweist auf den Luftgau XII (Wiesbaden), der für die administrative Verwaltung zuständig war.

Die Luftwaffen-Bau-Kompanien spielten eine entscheidende Rolle in der deutschen Kriegsführung. Diese spezialisierten Einheiten waren verantwortlich für den Bau von Flugplätzen, Hangars, Befestigungen und anderen militärischen Anlagen. Ihre Arbeit war besonders in den besetzten Gebieten und unter extremen klimatischen Bedingungen von großer Bedeutung. Die Soldaten dieser Einheiten waren oft technisch ausgebildete Fachkräfte, die neben militärischen auch handwerkliche Fähigkeiten besaßen.

Die Kampfeinsätze, die im Soldbuch vermerkt sind, zeichnen den typischen Weg vieler Luftwaffensoldaten nach: Frankreich 1940, der Kampf gegen England (Luftschlacht um England), sowie Einsätze in Finnland, Norwegen und Nord-Norwegen. Der Schwerpunkt der späteren Dienstzeit lag eindeutig im hohen Norden, was durch die Verleihung des Lapplandschildes dokumentiert wird.

Das Lapplandschild wurde durch Erlass vom 1. September 1944 gestiftet und konnte an Soldaten verliehen werden, die mindestens sechs Monate nördlich des Polarkreises im Kampfeinsatz standen. Diese Auszeichnung würdigte die extremen Bedingungen, unter denen die Truppen in dieser Region operierten: arktische Kälte, Polarnacht, schwieriges Gelände und die Isolation der nördlichsten Kriegsschauplätze. Die Region Lappland war strategisch wichtig für den Schutz der Nickel-Bergwerke bei Petsamo und die Verbindung zu den finnischen Verbündeten.

Besonders bemerkenswert an diesem Konvolut sind die Dokumente aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die eingeklebten Besitzblätter vom 14. Juli 1945 und die Verleihungsurkunde vom 13. August 1945, ausgestellt in Solberg (Norwegen), zeigen, dass dieser Soldat nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 noch im Dienst blieb. Dies war keine Seltenheit: Deutsche Truppen in Norwegen wurden nach der Kapitulation zur Räumung von Minen, zum Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur und zu anderen Arbeiten eingesetzt, bevor sie repatriiert wurden.

Die systematische Entfernung oder Übermalung der Hakenkreuze auf den Dokumenten ist ein direktes Zeugnis der Entnazifizierung. Diese Maßnahme war notwendig, damit die Dokumente weiterhin als Identifikationspapiere genutzt werden konnten, ohne nationalsozialistische Symbole zu zeigen. Die Tatsache, dass dies "offiziell" geschah, deutet auf eine geordnete Übergangsverwaltung hin.

Das Soldbuch, ausgestellt am 26. Juni 1940, ergänzt den Wehrpass um detailliertere militärische Informationen. Es enthielt Einträge über Sold, Ausrüstung, Impfungen, Kampfeinsätze und Auszeichnungen. Die noch vorhandene Bescheinigung über empfangene Dienstbekleidung vom 22. August 1945 als Angehöriger der 5. Kompanie/Luftwaffen-Lagerbereich Oysand zeigt die administrative Abwicklung der Demobilisierung.

Die zahlreichen Lehrgänge und Ausbildungen, die im Wehrpass vermerkt sind, belegen die kontinuierliche militärische Weiterbildung. Der Aufstieg vom einfachen Soldaten zum Feldwebel (Unteroffiziersrang) spiegelt sowohl die Dauer des Dienstes als auch die erworbenen Fähigkeiten wider. Feldwebel waren das Rückgrat der Wehrmacht, verantwortlich für die praktische Ausbildung und Führung kleinerer Einheiten.

Zusammenfassend dokumentiert dieser Konvolut nicht nur die individuelle militärische Karriere eines Soldaten, sondern auch die größeren historischen Zusammenhänge: die militärische Organisation der Luftwaffe, die Bedeutung der arktischen Kriegsschauplätze, die Bedingungen der deutschen Kapitulation und die komplexe Übergangsperiode von Krieg zu Frieden in Norwegen 1945. Die Dokumente sind wertvolle Primärquellen für die Militär- und Sozialgeschichte des Zweiten Weltkriegs.