NSFK Einzel Kragenspiegel für einen Führer im Stab der NSFK Gruppe 17 "Ostrmark"

auf Gabardine, Metallfaden gewebt, Zustand 2
493313
385,00

NSFK Einzel Kragenspiegel für einen Führer im Stab der NSFK Gruppe 17 "Ostrmark"

Das hier beschriebene Objekt ist ein einzelner Kragenspiegel für einen Führer im Stab der NSFK Gruppe 17 “Ostrmark”. Dieses Abzeichen aus Metallfaden auf Gabardine gewebt, repräsentiert ein bedeutendes Beispiel der Uniformabzeichen des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) während der Zeit des Nationalsozialismus.

Das NSFK wurde am 15. April 1937 als offizielle Organisation der NSDAP gegründet und diente der fliegerischen Vorschulung und Förderung des Luftfahrtgedankens im Deutschen Reich. Es ging aus dem Deutschen Luftsportverband (DLV) hervor und unterstand dem Korpsführer, zunächst Friedrich Christiansen und ab 1943 Alfred Keller. Das NSFK war paramilitärisch organisiert und gliederte sich in verschiedene Gruppen, die geografischen Bereichen entsprachen.

Die NSFK-Gruppe 17 “Ostrmark” wurde nach der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938, dem sogenannten “Anschluss”, etabliert. Der Begriff “Ostrark” war die nationalsozialistische Bezeichnung für das ehemalige österreichische Staatsgebiet. Die Gruppe 17 umfasste somit die NSFK-Einheiten auf dem Gebiet des früheren Österreich und hatte ihren Hauptsitz in Wien. Sie war für die fliegerische Ausbildung und Organisation in diesem gesamten Bereich verantwortlich.

Die Rangabzeichen des NSFK waren streng geregelt und folgten einem hierarchischen System. Kragenspiegel wurden paarweise auf beiden Seiten des Uniformkragens getragen und zeigten durch ihre Gestaltung den Rang und die Zugehörigkeit des Trägers an. Die hier vorliegende Ausführung in Metallfadenwebung auf Gabardine entspricht der hochwertigen Herstellungsweise für Führerränge. Gabardine war ein dichtes, strapazierfähiges Gewebe, das als Grundlage für die aufwendige Stickerei diente.

Ein Führer im Stab gehörte zur mittleren Führungsebene des NSFK. Die Stabsangehörigen waren für administrative, organisatorische und planerische Aufgaben auf Gruppenebene zuständig. Sie koordinierten die Ausbildungsprogramme, verwalteten die Ressourcen und sorgten für die Umsetzung der Anweisungen der höheren Führungsebenen. Die genaue Rangbezeichnung konnte von NSFK-Truppführer bis NSFK-Oberführer reichen, wobei jeder Rang spezifische Kennzeichen auf den Kragenspiegeln aufwies.

Die Herstellung solcher Kragenspiegel erfolgte durch spezialisierte Firmen, die von der NSFK-Führung autorisiert waren. Die Metallfadenstickerei erforderte handwerkliches Geschick und bestand meist aus Aluminium- oder versilberten Fäden, die auf dem Gabardine-Untergrund ein präzises Muster bildeten. Die Farbgebung und Gestaltung waren in den Bekleidungsvorschriften des NSFK detailliert festgelegt.

Das NSFK spielte eine wichtige Rolle in der Vorbereitung junger Männer auf den Dienst in der Luftwaffe. Durch Segelflugausbildung, motorische Flugschulung und theoretischen Unterricht wurden Tausende von Flugschülern vorgebildet, die später in die militärische Luftwaffe übernommen wurden. Die Organisation verfügte über zahlreiche Flugschulen, Werkstätten und Flugplätze im gesamten Reichsgebiet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das NSFK zusammen mit allen anderen NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst und verboten. Die Uniformen und Abzeichen wurden größtenteils vernichtet oder von Sammlern aufbewahrt. Heute sind solche Objekte wichtige historische Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen Geschichte.

Der Erhaltungszustand “Zustand 2” deutet auf ein gut erhaltenes Stück hin, das möglicherweise getragen wurde, aber keine wesentlichen Beschädigungen aufweist. Dies ist bemerkenswert, da textile Objekte aus dieser Zeit oft durch Verschleiß, unsachgemäße Lagerung oder bewusste Zerstörung verloren gingen.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient der historischen Aufarbeitung und dem Verständnis der organisatorischen Strukturen des NS-Regimes. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen und die Vorbereitung der Gesellschaft auf den Krieg. Für die militärhistorische Forschung sind sie unverzichtbare Quellen zum Verständnis der Uniformkunde und Organisationsgeschichte dieser Zeit.

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