NS Kyffhäuserbund Eichenlaubkranz und Kokarde für die Schirmmütze
Der Kyffhäuserbund war eine der bedeutendsten Veteranenorganisationen in Deutschland, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hatte. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde der Bund grundlegend reorganisiert und in die neue politische Struktur des Dritten Reiches eingegliedert.
Das hier beschriebene Objekt – ein Eichenlaubkranz mit Kokarde für die Schirmmütze – repräsentiert eine interessante Übergangsphase in der Geschichte dieser Organisation. Es handelt sich um das erste Modell ohne Hakenkreuz, das um 1933 verwendet wurde. Diese zeitliche Einordnung ist von erheblicher historischer Bedeutung, da sie die komplexen Veränderungen widerspiegelt, die deutsche Veteranenorganisationen in den ersten Monaten nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 durchliefen.
Der ursprüngliche Kyffhäuserbund, offiziell als “Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände” bekannt, wurde 1900 gegründet und vereinigte zahlreiche lokale und regionale Veteranenvereine des Deutschen Kaiserreichs. Die Organisation benannte sich nach dem legendären Kyffhäuser-Berg in Thüringen, wo sich das monumentale Kaiser-Wilhelm-Denkmal befindet. Bis 1933 war der Bund eine unpolitische Organisation, die sich der Pflege kameradschaftlicher Beziehungen, der Unterstützung von Veteranen und ihren Familien sowie der Ehrung gefallener Soldaten widmete.
Mit der Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Organisationen nach 1933 wurde auch der Kyffhäuserbund umgestaltet. Im März 1933 wurde die Organisation unter die Führung von SA-Gruppenführer gestellt und begann einen Transformationsprozess. Der Bund wurde in “NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund)” umbenannt und verlor seine Unabhängigkeit vollständig.
Die Kopfbedeckungen und Abzeichen des Kyffhäuserbundes waren traditionell reich verziert und trugen verschiedene Symbole deutscher militärischer Tradition. Der Eichenlaubkranz ist ein klassisches Symbol militärischer Ehre und wurde in der deutschen militärischen Ikonographie seit dem 19. Jahrhundert verwendet. Die Eiche galt als Symbol für Stärke, Beständigkeit und deutsche Tugenden.
Die Kokarde – ein kreisförmiges Abzeichen – hatte in Deutschland eine lange Tradition als Erkennungszeichen nationaler Zugehörigkeit. Während der Weimarer Republik verwendeten Veteranenorganisationen üblicherweise die schwarz-weiß-roten Farben des Kaiserreichs oder die schwarz-rot-goldenen Farben der Republik, je nach politischer Ausrichtung.
Das besondere Merkmal dieses ersten Modells von 1933 ist das Fehlen des Hakenkreuzes. Dies deutet auf die unmittelbare Übergangszeit hin, bevor die vollständige nationalsozialistische Symbolik obligatorisch wurde. In den ersten Monaten nach der Machtübernahme existierten noch Uniformteile und Abzeichen, die die traditionellen kaiserlichen oder republikanischen Symbole trugen, bevor sie durch nationalsozialistische Embleme ersetzt wurden.
Die spätere Entwicklung sah vor, dass alle Abzeichen des NS-Reichskriegerbundes das Hakenkreuz als zentrales Element tragen mussten. Dies wurde durch verschiedene Uniformvorschriften und Erlasse geregelt, die die Standardisierung aller Abzeichen und Uniformteile innerhalb der nationalsozialistischen Organisationen vorschrieben.
Solche Mützenabzeichen wurden typischerweise aus verschiedenen Materialien hergestellt, darunter versilbertes oder vergoldetes Metall, und waren von unterschiedlicher Qualität je nach Hersteller und Bestimmung. Die Befestigung erfolgte meist durch Schraubbolzen oder Splinte auf der Rückseite des Abzeichens.
Die Schirmmütze selbst war ein wesentlicher Bestandteil der Uniform von Kyffhäuserbund-Mitgliedern bei offiziellen Anlässen, Gedenkfeiern und Paraden. Die Mitglieder trugen diese Uniformen mit Stolz als Zeichen ihrer militärischen Vergangenheit und ihrer Verbundenheit mit der Kameradschaft.
Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Objekte die schrittweise Nazifizierung der deutschen Gesellschaft. Die Existenz von Modellen “ohne Hakenkreuz” aus dem Jahr 1933 zeigt, dass die Transformation nicht über Nacht geschah, sondern ein Prozess war, der sich über Monate erstreckte.
Für Sammler und Historiker sind solche Übergangsstücke von besonderem Interesse, da sie seltener sind als die späteren standardisierten Versionen. Sie bieten einen materiellen Beweis für die historischen Veränderungen und die Dynamik der politischen Umgestaltung Deutschlands in dieser Zeit.
Der Zustand 2 deutet darauf hin, dass das Objekt gut erhalten ist, aber Gebrauchsspuren aufweist, was bei einem fast 90 Jahre alten Gegenstand zu erwarten ist.