Preußen kleines Kabinettfoto eines Gefreiten im Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5, II. Bataillon, 2. Kompanie

Sehr schöne Aufnahme, handkoloriert, aufgenommen in Spandau.
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25,00

Preußen kleines Kabinettfoto eines Gefreiten im Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5, II. Bataillon, 2. Kompanie

Das vorliegende Kabinettfoto zeigt einen Gefreiten des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 5, der dem II. Bataillon, 2. Kompanie angehörte. Die Aufnahme entstand in Spandau und wurde nachträglich handkoloriert, eine in der wilhelminischen Ära beliebte Praxis, um militärische Porträts lebendiger wirken zu lassen.

Das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 wurde am 18. Januar 1897 aus dem Grenadier-Regiment Königin Victoria von Schweden Nr. 6 gebildet und war nach König Friedrich Wilhelm II. benannt. Das Regiment gehörte zur preußischen Garde und war in Spandau bei Berlin stationiert, was die Entstehung dieser Fotografie in diesem bedeutenden Garnisonsstandort erklärt. Spandau war seit dem 17. Jahrhundert ein wichtiges militärisches Zentrum mit seiner imposanten Zitadelle und umfangreichen militärischen Einrichtungen.

Die Rangbezeichnung Gefreiter bezeichnete in der preußischen Armee den niedrigsten Unteroffiziersrang, der durch besondere Zuverlässigkeit und Dienstleistung erworben wurde. Ein Gefreiter stand hierarchisch zwischen dem einfachen Soldaten und dem Unteroffizier und genoss gewisse Privilegien, wie die Befreiung von bestimmten Wachdiensten. Die Ernennung zum Gefreiten war oft der erste Schritt auf der militärischen Karriereleiter.

Kabinettfotos waren zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg das Standardformat für professionelle Porträtfotografie. Mit Abmessungen von etwa 10 x 15 cm auf Karton montiert, waren sie größer als die früheren Visitkartenfotos und boten mehr Details. Die Handkolorierung solcher Aufnahmen war ein aufwendiger Prozess, bei dem Fotografen oder spezialisierte Koloristen mit feinen Pinseln und Aquarellfarben die schwarzweißen Abzüge nachträglich bemalten. Besonders die Uniformdetails - goldene Knöpfe, farbige Kragenspiegel, Achselklappen und Auszeichnungen - wurden sorgfältig hervorgehoben.

Die Uniform eines Soldaten des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 5 folgte den Allerhöchsten Kabinetts-Ordre und den detaillierten Uniformvorschriften der preußischen Armee. Die Garde-Grenadiere trugen den charakteristischen dunkelblauen Waffenrock mit den für Grenadiere typischen roten Aufschlägen und Kragenpatten. Die Schulterstücke zeigten die Regimentsnummer und die Kompaniezugehörigkeit. Das II. Bataillon verwendete dabei spezifische Kennzeichnungen zur Unterscheidung von anderen Bataillonen des Regiments.

Die Stationierung in Spandau bedeutete, dass das Regiment in unmittelbarer Nähe zur Reichshauptstadt Berlin diente und bei Paraden, Wachaufzügen und zeremoniellen Anlässen regelmäßig zum Einsatz kam. Die Garde-Regimenter genossen hohes Prestige und unterlagen strengeren Auswahlkriterien als Linienregimenter. Soldaten mussten eine Mindestgröße aufweisen und galten als Elite der preußischen Streitkräfte.

Das tägliche Leben eines Gefreiten in einem Garde-Regiment war von strengem Drill und Disziplin geprägt. Die Ausbildung umfasste Exerzieren, Schießübungen, Gefechtsausbildung und die Pflege der umfangreichen Ausrüstung. Die Kasernierung erfolgte in den modernen Militäranlagen Spandaus, wo die Soldaten in großen Schlafsälen untergebracht waren. Der Tagesablauf war streng reglementiert und begann früh am Morgen mit dem Wecken durch Trompetensignale.

Solche Fotografien hatten für die Soldaten einen hohen emotionalen Wert. Sie wurden an Familienangehörige geschickt oder als Andenken aufbewahrt. Die Militärfotografie erlebte im Kaiserreich eine Blütezeit, und in jeder größeren Garnison gab es spezialisierte Fotografen, die sich auf militärische Porträts verstanden. Diese Aufnahmen dokumentieren nicht nur individuelle Lebensläufe, sondern sind wichtige historische Quellen für die Uniformkunde, die Sozialgeschichte des Militärs und die Alltagskultur der wilhelminischen Epoche.

Das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 nahm später am Ersten Weltkrieg teil und kämpfte an verschiedenen Fronten. Die friedliche Garnisonszeit, die dieses Foto dokumentiert, endete mit dem Ausbruch des Krieges 1914. Viele der jungen Männer, die stolz in Uniform fotografiert wurden, sollten in den kommenden Jahren nicht zurückkehren. Diese Fotografien sind damit auch Zeugnisse einer untergegangenen Welt - der des preußischen Militärstaates und seiner gesellschaftlichen Ordnung.

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