Deutscher Adlerorden Großkreuz mit Schwertern
Der Deutsche Adlerorden gehört zu den bedeutendsten und ranghöchsten Auszeichnungen des Deutschen Reiches in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Als höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschlands wurde er am 1. Mai 1937 durch Adolf Hitler gestiftet und diente primär der Ehrung ausländischer Staatsoberhäupter, Diplomaten und herausragender Persönlichkeiten, die sich um Deutschland verdient gemacht hatten.
Das vorliegende Großkreuz mit Schwertern stellt die höchste Stufe dieser Auszeichnung dar. Der Orden wurde in insgesamt acht Stufen verliehen, wobei das Großkreuz die ranghöchste war. Die Ergänzung “mit Schwertern” kennzeichnete dabei eine besondere Variante, die für militärische Verdienste oder in Kriegszeiten verliehen wurde, was diese Version besonders selten und bedeutsam macht.
Die Firma Godet & Sohn aus Berlin gehörte zu den renommiertesten Herstellern von Orden und Ehrenzeichen im Deutschen Reich. Das 1827 gegründete Unternehmen hatte sich über mehr als ein Jahrhundert einen exzellenten Ruf für höchste handwerkliche Qualität erarbeitet. Die Werkstattmarke “L/50” identifiziert eindeutig diese Manufaktur als Hersteller. Die Punzierung mit “900” weist auf den hohen Silbergehalt von 900/1000 hin, was der damaligen Standard für hochwertige staatliche Auszeichnungen entsprach.
Die künstlerische Gestaltung des Ordens folgt einem präzisen ikonographischen Programm: Im Zentrum befindet sich ein Hakenkreuz als Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Staates, umgeben von einem Kranz und dem deutschen Adler. Der Durchmesser von 60 mm entspricht den offiziellen Vorgaben für das Großkreuz. Die beidseitige feine Emaillierung in den charakteristischen Farben – typischerweise weiß und rot – demonstriert die hohe handwerkliche Kunstfertigkeit der Berliner Manufaktur. Die Vergoldung des Silbers unterstreicht den repräsentativen Charakter dieser höchsten Ordensstufe.
Das große Schulterband, an dem das Kleinod getragen wurde, ist bei diesem Exemplar noch unkonfektioniert erhalten. Dies bedeutet, dass es nie für einen spezifischen Träger angepasst wurde. Das Schulterband des Deutschen Adlerordens war in einem charakteristischen hellblauen Farbton gehalten und wurde von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen, wobei das Ordenskreuz auf der Hüfte ruhte.
Die Verleihungspraxis des Deutschen Adlerordens folgte strengen diplomatischen Protokollen. Zwischen 1937 und 1945 wurde der Orden an zahlreiche ausländische Würdenträger verliehen, darunter Staatsoberhäupter, Minister und Diplomaten verschiedener Nationen. Die Verleihung diente sowohl der Anerkennung persönlicher Verdienste als auch außenpolitischen Zwecken zur Pflege diplomatischer Beziehungen.
Die Version “mit Schwertern” wurde ab 1939, mit Beginn des Zweiten Weltkrieges, für militärische Verdienste oder an Personen in militärischen Funktionen verliehen. Diese Variante ist wesentlich seltener als die Friedensstufe ohne Schwerter, da sie nur unter spezifischen Umständen zur Verleihung kam.
Der angegebene Erhaltungszustand 2 (“leicht getragen”) deutet darauf hin, dass dieses Exemplar tatsächlich verliehen und getragen wurde, jedoch nur bei wenigen Anlässen. Dies ist bei Großkreuzen nicht ungewöhnlich, da sie ausschließlich bei höchsten staatlichen Zeremonien angelegt wurden.
Aus historischer Perspektive sind Objekte wie dieses Großkreuz heute wichtige Zeugnisse der diplomatischen Geschichte und der Ordenskunde des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentieren die Auszeichnungspraxis des nationalsozialistischen Regimes und dessen Bemühungen um internationale Anerkennung. Gleichzeitig werfen sie Fragen nach der Rolle derjenigen auf, die solche Auszeichnungen akzeptierten.
Die handwerkliche Qualität der Ausführung durch Godet macht dieses Stück auch zu einem Zeugnis der hohen Goldschmiedekunst, die in den traditionellen Berliner Manufakturen gepflegt wurde. Die feine Emaillierungsarbeit, die präzise Punzierung und die sorgfältige Verarbeitung entsprechen den höchsten Standards der deutschen Ordensherstellung dieser Epoche.