Kaiserliche Marine Paar kleine Knöpfe für die Paradejacke der Mannschaften  

17 mm, identischer Hersteller, leicht getragen, Zustand 2-.

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30,00

Kaiserliche Marine Paar kleine Knöpfe für die Paradejacke der Mannschaften  

Die beiden kleinen Knöpfe mit einem Durchmesser von 17 mm repräsentieren ein faszinierendes Fragment der maritimen Militärgeschichte des Deutschen Kaiserreichs. Diese Uniformknöpfe wurden speziell für die Paradejacken der Mannschaften der Kaiserlichen Marine gefertigt und stellen ein wichtiges Zeugnis der strengen Uniformvorschriften und der maritimen Tradition des wilhelminischen Zeitalters dar.

Die Kaiserliche Marine, gegründet im Jahr 1871 mit der Reichsgründung, entwickelte sich unter Kaiser Wilhelm II. zu einer bedeutenden Seemacht. Die Flottengesetze von 1898 und 1900 markierten den Beginn einer ehrgeizigen Aufrüstungspolitik, die Deutschland zu einer maritimen Großmacht machen sollte. Mit dieser Expansion ging eine zunehmende Professionalisierung und Standardisierung der Uniformierung einher.

Die Uniformvorschriften der Kaiserlichen Marine waren in den Bekleidungsvorschriften detailliert geregelt. Diese Vorschriften unterschieden präzise zwischen verschiedenen Uniformarten: der Ausgehuniform, der Arbeitsuniform und der Paradeuniform. Die Paradejacke, für die diese Knöpfe bestimmt waren, stellte die höchste Form der zeremoniellen Bekleidung dar und wurde bei besonderen Anlässen, Flottenparaden, kaiserlichen Besuchen und offiziellen Empfängen getragen.

Die kleinen Knöpfe mit 17 mm Durchmesser wurden typischerweise an den Ärmeln und möglicherweise an Verschlüssen der Paradejacke verwendet, während größere Knöpfe (meist 23 mm) die vordere Knopfleiste zierten. Diese Größendifferenzierung war nicht zufällig, sondern entsprach einem durchdachten System der Uniformgestaltung, das Funktionalität mit repräsentativem Charakter verband.

Die Tatsache, dass beide Knöpfe vom identischen Hersteller stammen, ist von besonderer Bedeutung. Die Produktion von Marineknöpfen war in Deutschland streng reguliert und wurde nur von autorisierten Herstellern durchgeführt. Zu den bekanntesten Produzenten gehörten Firmen wie Gebrüder Bauer aus Hamburg, Friedrich Linden aus Lüdenscheid und verschiedene Berliner Manufakturen. Diese Unternehmen mussten hohe Qualitätsstandards erfüllen und ihre Produkte wurden regelmäßig inspiziert.

Die Knöpfe der Kaiserlichen Marine zeigten typischerweise den Reichsadler oder einen Anker als zentrales Motiv, häufig umgeben von einer Umschrift oder einem Eichenkranz. Das Design war nicht nur dekorativ, sondern diente auch der unmittelbaren Identifikation der Truppengattung. Im Gegensatz zu den Armeeknöpfen, die oft regimentsspezifische Symbole trugen, waren die Marineknöpfe einheitlicher gestaltet, was die geschlossene Struktur der Seestreitkräfte widerspiegelte.

Der angegebene Zustand “leicht getragen” erzählt seine eigene Geschichte. Diese Knöpfe wurden von einem Mannschaftsangehörigen getragen, einem der tausenden jungen Männer, die in der Kaiserlichen Marine dienten. Die Mannschaften bildeten das Rückgrat der Flotte und stammten oft aus maritimen Regionen wie der Nordseeküste, der Ostseeküste oder aus traditionellen Seefahrerfamilien.

Die Paradejacke selbst war ein Kleidungsstück von besonderem Prestige. Sie wurde aus hochwertigem dunkelblauen Tuch gefertigt und mit goldenen oder silbernen Applikationen versehen, je nach Rang und Truppenteil. Für die Mannschaften bedeutete die Paradeuniform nicht nur eine Dienstpflicht, sondern auch eine Quelle des Stolzes und der Zugehörigkeit zu einer der modernsten Seestreitkräfte ihrer Zeit.

Das Überleben solcher Knöpfe als Paar ist bemerkenswert. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 und der Auflösung der Kaiserlichen Marine wurden viele Uniformteile vernichtet, umgearbeitet oder verloren. Die Meuterei der Matrosen in Kiel im Oktober 1918, die den Beginn der Novemberrevolution markierte, führte zu einem abrupten Ende der kaiserlichen Marinetraditionen. Viele Marineangehörige entfernten ihre Rangabzeichen und Uniformteile aus politischen Gründen.

Heute sind solche authentischen Uniformknöpfe wichtige Sammlerstücke und Forschungsobjekte. Sie ermöglichen Historikern und Museen, die materielle Kultur der Kaiserlichen Marine zu rekonstruieren und zu verstehen. Jeder Knopf trägt Informationen über Herstellungstechniken, Materialien, Design-Entwicklungen und die soziale Organisation der Marine in sich.

Die Erhaltung dieses Paares als zusammengehörige Einheit vom selben Hersteller erhöht ihren historischen und wissenschaftlichen Wert erheblich, da sie einen authentischen Einblick in die Uniformierung der Mannschaften der Kaiserlichen Marine bieten.

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