Preußen Fahnenband für Bataillonsfahnen mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1813 und 1870

Doppeltes Fahnenband in den Farben des Eisernen Kreuzes in schwarz/weiß. Auf beiden Fahnenbändern beidseitig aufgelegt jeweils das Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1813 und 1870. Oben das Band zur Schleife genäht mit aufgelegtem silbernen Fahnennagel mit dem gekrönten preußischen Wappen, rückseitig lange Befestigungsschraube zum anbringen auf die Fahnenstange. Die Fahnenbänder unten mit silbernen Quasten. Gesamtlänge ca. 82 cm. Nur leichte Gebrauchs- und Altersspuren, in wunderschönem unberührten Originalzustand. 

Nach dem Feldzug 1870/71 verlieh der Kaiser allen preußischen Bataillonsfahnen, die "im feindlichem Feuer" standen als Auszeichnung die neuen Fahnenspitzen mit dem Eisernen Kreuz von 1870. Die Bataillone, die bereits 1813-1815 "im feindlichen Feuer" sich das Eiserne Kreuz verdient haben, hatten das Eiserne Kreuz von 1813 in der Fahnenspitze und erhielten nach 1870 als 2-malige Auszeichnung dieses besondere Fahnenband .

Extrem selten, in über 35 Geschäftsjahren ist dies erst das 2. Fahnenband, welches wir anbieten können. Die meisten preußischen Bataillonsfahnen wurden 1945 von der Roten 
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Preußen Fahnenband für Bataillonsfahnen mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1813 und 1870

Das preußische Fahnenband für Bataillonsfahnen mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes von 1813 und 1870 stellt eine der seltensten und historisch bedeutsamsten militärischen Auszeichnungen des Königreichs Preußen dar. Diese besonderen Fahnenbänder wurden nur an jene Bataillone verliehen, die sich in zwei der wichtigsten Konflikte der preußischen Militärgeschichte ausgezeichnet hatten: den Befreiungskriegen 1813-1815 und dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

Die Tradition der Auszeichnung von Truppenfahnen geht auf die preußischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. König Friedrich Wilhelm III. stiftete am 10. März 1813 das Eiserne Kreuz als militärische Auszeichnung während der Befreiungskriege gegen Napoleon. Bataillone, die sich im feindlichen Feuer besonders bewährt hatten, erhielten das Eiserne Kreuz von 1813 als Fahnenspitze – eine Ehre, die nur wenigen Einheiten zuteil wurde.

Nach dem siegreichen Feldzug 1870/71 gegen Frankreich erneuerte Kaiser Wilhelm I. das Eiserne Kreuz und verlieh allen preußischen Bataillonsfahnen, die im feindlichen Feuer gestanden hatten, die neuen Fahnenspitzen mit dem Eisernen Kreuz von 1870. Jene besonders traditionsreichen Bataillone jedoch, die bereits in den Befreiungskriegen das Eiserne Kreuz verdient hatten, erhielten eine zweifache Auszeichnung: Sie behielten das Eiserne Kreuz von 1813 in ihrer Fahnenspitze und erhielten zusätzlich dieses außergewöhnliche doppelte Fahnenband.

Die Gestaltung dieser Fahnenbänder folgte strengen heraldischen und symbolischen Vorgaben. Die Farben Schwarz und Weiß entsprachen den Farben des Eisernen Kreuzes und symbolisierten zugleich die preußischen Nationalfarben. Das doppelte Band trug auf beiden Seiten jeweils das Großkreuz des Eisernen Kreuzes von 1813 und 1870, wodurch die zweifache Kampfauszeichnung für jeden Betrachter unmittelbar erkennbar war.

Der obere Abschluss wurde durch eine Schleife gebildet, auf der ein silberner Fahnennagel mit dem gekrönten preußischen Wappen angebracht war. Dieser Fahnennagel diente nicht nur der Befestigung an der Fahnenstange mittels einer rückseitigen Schraube, sondern war selbst ein Symbol der königlichen Autorität und Anerkennung. Die unteren Enden der Bänder waren mit silbernen Quasten verziert, die der würdevollen Erscheinung des Ganzen entsprachen.

Die Verleihung solcher Fahnenbänder war streng reglementiert und erfolgte durch Allerhöchste Kabinetts-Order. Nur Bataillone, die nachweislich in beiden Kriegen im direkten Gefecht mit dem Feind gestanden hatten, kamen für diese Ehre in Frage. Dies betraf hauptsächlich die älteren Linienregimenter der preußischen Armee, deren Tradition bis in die Napoleonischen Kriege zurückreichte.

Die Seltenheit dieser Fahnenbänder erklärt sich aus mehreren Faktoren. Erstens war die Anzahl der berechtigten Bataillone von vornherein begrenzt – nur wenige Einheiten hatten an beiden Konfliktperioden teilgenommen. Zweitens überdauerten nur wenige dieser Stücke die Wirren des 20. Jahrhunderts. Viele preußische Regimentsfahnen und ihre Auszeichnungen wurden 1918 nach der Abdankung des Kaisers eingelagert oder gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren. Die Rote Armee beschlagnahmte 1945 zahlreiche militärische Trophäen, darunter auch viele Fahnen mit ihren Bändern, die nach Moskau verbracht wurden.

Das Fahnenband verkörpert nicht nur militärische Tradition, sondern auch die Kontinuität preußischer Staatsauffassung. Die Ehre der Truppe, symbolisiert durch ihre Fahne, stand im Zentrum des preußischen Militärethos. Die Fahne galt als heilig, ihre Verteidigung als höchste Pflicht. Die Auszeichnung der Fahne durch Bänder und Ordensdekorationen ehrte nicht einzelne Soldaten, sondern die gesamte Einheit und ihre generationenübergreifende Tradition.

In der preußischen Armee wurden die Fahnenbänder bei Paraden und feierlichen Anlässen präsentiert. Die Fahnenkompanie eines jeden Bataillons hatte die Ehre und Pflicht, die Fahne zu tragen und zu schützen. Die Fahnenjunker und später Fahnenoffiziere bildeten eine besondere Gruppe innerhalb der Offizierskorps, für die die Führung der Fahne eine der höchsten militärischen Ehren darstellte.

Die militärhistorische Bedeutung solcher Fahnenbänder kann kaum überschätzt werden. Sie sind materielle Zeugnisse der preußischen Militärgeschichte, die von den entscheidenden Konflikten des 19. Jahrhunderts berichten – von der Niederwerfung Napoleons bis zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871. Jedes Band erzählt die Geschichte einer Einheit, die durch Jahrzehnte hindurch ihre Tradition bewahrte und sich zweimal im Kampf bewährte.

Heute sind diese Fahnenbänder von höchstem musealen und sammlerischen Wert. Sie gehören zu den seltensten Objekten der preußischen Militaria und finden sich nur in wenigen bedeutenden Sammlungen und Museen. Ihre Erhaltung ist von großer Bedeutung für das Verständnis der preußisch-deutschen Militärgeschichte und der symbolischen Praxis militärischer Auszeichnungen im 19. Jahrhundert.