Staatsforst 3. Reich Paradefeldbinde 

Schloß Aluminium, Assmann, Silbergespinstbinde mit grünen Durchzügen und grünem Samt unterfüttert, ca. 100 cm.
476114
450,00

Staatsforst 3. Reich Paradefeldbinde 

Die Paradefeldbinde der Staatsforstverwaltung aus der Zeit des Dritten Reiches stellt ein bemerkenswertes Beispiel für die uniformtechnische Ausgestaltung staatlicher Behörden im nationalsozialistischen Deutschland dar. Diese spezielle Feldbinde kombinierte funktionale und repräsentative Elemente und verdeutlicht die Bedeutung, die das NS-Regime der visuellen Darstellung staatlicher Autorität beimaß.

Die Staatsforstverwaltung erfuhr nach 1933 eine grundlegende Reorganisation. Mit dem Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 und dem Reichsforstgesetz wurde die Forstverwaltung zentralisiert und dem Reichsforstamt unter Hermann Göring als Reichsforstmeister unterstellt. Diese Umstrukturierung ging einher mit der Einführung neuer Uniformen und Ausrüstungsgegenstände, die den Beamten der Staatsforstverwaltung einen militärischen Charakter verliehen.

Die vorliegende Feldbinde zeichnet sich durch ihre hochwertige Verarbeitung aus. Das Schloss aus Aluminium, hergestellt von der renommierten Firma Assmann, zeigt die Qualitätsstandards, die bei offiziellen Uniformteilen angelegt wurden. Die Firma Assmann aus Lüdenscheid gehörte zu den führenden Herstellern von Militaria und Uniformzubehör im Dritten Reich und lieferte Produkte für verschiedene staatliche und militärische Organisationen.

Die Silbergespinstbinde mit grünen Durchzügen reflektiert die Farbsymbolik der Forstverwaltung. Grün als traditionelle Farbe der Jäger und Förster wurde bewusst gewählt und in die Uniformgestaltung integriert. Die grüne Samt-Unterfütterung unterstreicht nicht nur den repräsentativen Charakter, sondern gewährleistet auch einen angenehmen Tragekomfort. Mit einer Länge von etwa 100 Zentimetern entsprach die Feldbinde den damaligen Standardmaßen.

Paradefeldbinden wurden zu besonderen Anlässen getragen, insbesondere bei offiziellen Zeremonien, Paraden und repräsentativen Veranstaltungen. Sie dienten dazu, den Rang und die Zugehörigkeit des Trägers zu einer bestimmten Organisation sichtbar zu machen. Im Gegensatz zu den Alltagsdienstbinden waren Paradefeldbinden aufwendiger gearbeitet und mit höherwertigen Materialien ausgestattet.

Die Uniformierung der Staatsforstverwaltung fügte sich in das größere Konzept der Gleichschaltung ein, durch die alle Bereiche des öffentlichen Lebens nach nationalsozialistischen Prinzipien organisiert wurden. Die paramilitärische Erscheinung staatlicher Beamter sollte Disziplin, Ordnung und die Macht des Staates demonstrieren. Förster und Forstbeamte erhielten Uniformen, die in ihrer Gestaltung an militärische Vorbilder angelehnt waren, jedoch durch spezifische Farbgebung und Abzeichen ihre besondere Funktion kennzeichneten.

Das Reichsforstamt erließ detaillierte Vorschriften bezüglich der Dienstkleidung. Diese Regelungen umfassten genaue Spezifikationen zu Materialien, Farben, Abzeichen und Trageweise. Die Einhaltung dieser Vorschriften wurde streng überwacht und war Ausdruck der hierarchischen Ordnung innerhalb der Behörde.

Historisch betrachtet steht die Paradefeldbinde im Kontext der nationalsozialistischen Forst- und Jagdpolitik. Göring, selbst ein passionierter Jäger, nutzte seine Position als Reichsforstmeister, um umfangreiche Jagdreviere zu kontrollieren und die Forstverwaltung als Machtinstrument auszubauen. Die prachtvolle Ausstattung der Forstbeamten spiegelte auch Görings Vorliebe für pompöse Selbstdarstellung wider.

Nach 1945 wurden solche Uniformteile nicht mehr verwendet. Die Entnazifizierung führte zur Auflösung der nationalsozialistischen Organisationsstrukturen, und neue Forstverwaltungen in den deutschen Nachkriegsstaaten entwickelten eigene, vom NS-Erbe distanzierte Uniformtraditionen. Heute sind solche Objekte von historischem Interesse und werden in Sammlungen bewahrt, um die Uniformgeschichte und die Organisationsstruktur des Dritten Reiches zu dokumentieren.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten ermöglicht ein besseres Verständnis der Mechanismen, durch die das NS-Regime versuchte, durch visuelle Symbolik und Uniformierung Autorität zu etablieren und gesellschaftliche Strukturen zu kontrollieren.