Der Weltkrieg 1914/18 : Der Krieg der Kolonien II K - Zigaretten Sammelbilderalbum

Immalin-Werke Mettmann, kartoniert, 51 von 52 Bildern ( es fehlt Serie III Bild 8 ), Zustand 2.
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150,00

Der Weltkrieg 1914/18: Der Krieg der Kolonien II – Ein Zigaretten-Sammelbilderalbum der Immalin-Werke

Das vorliegende Album gehört zu einer bemerkenswerten Kategorie historischer Sammelobjekte, die in Deutschland während der 1930er Jahre eine enorme Popularität erlangten: den Zigaretten-Sammelbilderalben. Unter dem Titel „Der Weltkrieg 1914/18 – Der Krieg der Kolonien“ dokumentiert dieses Werk die deutschen Militärkampagnen in den ehemaligen Kolonien – in Afrika, im Pazifik und in China – während des Ersten Weltkriegs. Herausgegeben wurde es von den Immalin-Werken GmbH in Mettmann (Rheinland), einer Chemiefabrik, die vor allem für ihre Schuhpolituren und Lederfarbstoffe bekannt war.

Das Album ist Teil einer vierbändigen Serie über den Ersten Weltkrieg, die von den Immalin-Werken zwischen etwa 1933 und 1939 veröffentlicht wurde. Die Reihe umfasste Band I („Der Weltkrieg“) mit 192 Bildern, organisiert in 24 Serien zu je 8 Bildern; Band II („Luftkrieg“) mit 56 Bildern; Band III („Seekrieg“) mit 53 Bildern; sowie Band IV („Der Krieg in den Kolonien“) mit 52 Bildern. Das hier beschriebene Album enthält 51 von 52 Bildern – es fehlt Serie III, Bild 8.

Inhalt und Quellenbasis

Das fotografische Material für dieses Album wurde aus den Beständen des Reichsarchivs in Potsdam zusammengestellt. Die redaktionelle Bearbeitung lag in den Händen von Archivrat Danz, was dem Werk einen offiziellen, dokumentarischen Charakter verlieh. Das Album selbst weist in seinem Text darauf hin, dass „die Kämpfe in den Kolonien während des großen Krieges 1914–1918 nur wenigen bekannt gewesen“ sind – ein Hinweis darauf, dass der Kolonialkrieg im öffentlichen Bewusstsein Deutschlands weniger präsent war als die Kämpfe an der West- und Ostfront.

Physisch handelt es sich um ein kartoniertes Album mit illustriertem Einband, in das schwarzweiße Sammelbilder eingeklebt wurden. Diese Bilder waren als Beilagen in Zigarettenpackungen enthalten und mussten von den Sammlern selbst in das vorbereitete Album eingesetzt werden.

Das Phänomen der Zigarettenbilder-Sammlungen

Das Sammeln von Zigarettenbildern wurde in Deutschland während der 1930er und 1940er Jahre zu einer regelrechten Mode. Zigarettenhersteller und andere Unternehmen legten ihren Produkten kleine Sammelkarten bei, und die Öffentlichkeit war dazu eingeladen, komplette Serien zusammenzustellen und in eigens dafür hergestellte Alben einzukleben. Diese Praxis stellt einen wichtigen Aspekt der Alltagskultur jener Epoche dar. Die Alben fungierten gewissermaßen als Nachschlagewerke in Bildern, die dem Betrachter eine fotografische Dokumentation des Ersten Weltkriegs aus deutscher Perspektive boten.

Das Kriegsthema war in den 1930er Jahren besonders prominent vertreten und wurde zunehmend auch für propagandistische Zwecke durch die Nationalsozialisten instrumentalisiert. Die Produktion dieser Sammelbilderalben setzte sich fort, bis der Zweite Weltkrieg dem ein Ende bereitete.

Das Ende der Zigarettenbilder-Ära

Am 1. Mai 1942 wurde die Produktion von Zigarettenbildern und -alben aufgrund kriegswirtschaftlicher Erwägungen eingestellt. Die Reichsstelle für Papier- und Verpackungswesen erließ ein allgemeines Verbot von Zigarettenbildern, Kartengutscheinen und Sammleralben. Die Papierknappheit im Krieg ließ keinen Raum mehr für solche „Luxusgüter“.

Nach dem Krieg kehrten Sammelbilder in veränderter Form zurück – nun als Margarinebilder. Doch auch diese Tradition war zeitlich begrenzt: 1955 verbot die westdeutsche Regierung die Beilage von Sammelbildern bei Tabakprodukten, und 1957 entschied der Bundesgerichtshof, dass nur reine Werbebilder zulässig seien. In den 1960er Jahren wurden die klassischen Sammelbilder schließlich durch Fußball-Sticker und ähnliche Formate ersetzt, was das endgültige Ende einer Ära markierte.

Bedeutung für Sammler heute

Heute sind vollständige Alben der Immalin-Werke begehrte Sammlerstücke, die über antiquarische Buchhändler und Auktionshäuser gehandelt werden. Ihr Wert liegt sowohl in der historischen Dokumentation als auch in der kulturgeschichtlichen Bedeutung als Zeugnisse einer vergangenen Sammelkultur. Für Militärhistoriker und Sammler bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Art und Weise, wie der Erste Weltkrieg – und insbesondere die weniger bekannten Kolonialkriege – in der deutschen Zwischenkriegszeit einem breiten Publikum vermittelt wurden. Das vorliegende Exemplar mit 51 von 52 Bildern stellt dabei einen nahezu vollständigen Bestand dar, der den dokumentarischen Wert des Albums weitgehend bewahrt.

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