III. Reich - nichttragbare Erinnerungsmedaille - " Deutsch ist die Saar immerdar - Volksabstimmung im Saargebiet 13.1.1935 "

bronzene Medaille getönt, 36 mm, mit Randprägung : Bayr. Hauptmünzamt, komplett im roten Etui, im Boden gestempelt : Bronce, Zustand 2.
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140,00

III. Reich - nichttragbare Erinnerungsmedaille - " Deutsch ist die Saar immerdar - Volksabstimmung im Saargebiet 13.1.1935 "

Die Saarabstimmungsmedaille vom 13. Januar 1935 mit der Aufschrift "Deutsch ist die Saar immerdar" stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument dar, das an eines der wichtigsten plebiszitären Ereignisse der Zwischenkriegszeit erinnert. Diese bronzene Erinnerungsmedaille wurde vom Bayerischen Hauptmünzamt geprägt und dokumentiert die Volksabstimmung im Saargebiet, durch die das Schicksal dieser strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Region entschieden wurde.

Nach dem Versailler Vertrag von 1919 war das Saargebiet für 15 Jahre unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt worden. Die wirtschaftliche Ausbeutung der reichen Kohlevorkommen wurde Frankreich als Kompensation für die Zerstörungen im Ersten Weltkrieg zugesprochen. Artikel 49 des Vertrages sah vor, dass nach Ablauf dieser Frist die Bevölkerung in einer Abstimmung über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit entscheiden sollte. Zur Wahl standen: die Angliederung an Frankreich, die Rückkehr zum Deutschen Reich oder die Beibehaltung des Status quo unter Völkerbundverwaltung.

Die Abstimmung am 13. Januar 1935 fand bereits unter den veränderten politischen Verhältnissen nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 statt. Trotz der Befürchtungen vieler Saarländer hinsichtlich der Entwicklungen im nationalsozialistischen Deutschland stimmten 90,73 Prozent der Bevölkerung für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Nur 8,87 Prozent votierten für den Verbleib beim Völkerbund und 0,40 Prozent für Frankreich. Von 528.105 Stimmberechtigten beteiligten sich 98 Prozent an der Abstimmung. Dieses eindeutige Ergebnis wurde international als Ausdruck des Selbstbestimmungswillens der deutschen Saarbevölkerung anerkannt.

Die vorliegende Medaille gehört zu den zahlreichen Erinnerungsstücken, die anlässlich dieses Ereignisses geschaffen wurden. Als nichttragbare Medaille – im Gegensatz zu militärischen Orden oder Ehrenzeichen – diente sie ausschließlich der Erinnerung und Commemoration. Die Prägung durch das Bayerische Hauptmünzamt, kenntlich an der Randprägung, weist auf die offizielle oder halboffizielle Natur dieser Gedenkmedaille hin. Das Hauptmünzamt in München war eine der renommiertesten Prägeanstalten und garantierte hohe technische und künstlerische Qualität.

Der Slogan "Deutsch ist die Saar immerdar" war während der Abstimmungskampagne allgegenwärtig und drückte den Wunsch nach Rückkehr ins Deutsche Reich aus. Er wurde von der Deutschen Front, einem überparteilichen Zusammenschluss aller pro-deutschen Parteien im Saargebiet, propagiert. Diese Organisation führte eine intensive Kampagne, die von nationalen und emotionalen Argumenten geprägt war und die kulturelle und sprachliche Verbundenheit mit Deutschland betonte.

Die Präsentation im roten Etui unterstreicht den offiziellen Charakter und die Wertschätzung dieser Medaille. Solche Etuis waren typisch für offizielle Auszeichnungen und Gedenkstücke der Zeit. Die Stempelung "Bronce" im Boden des Etuis dient der Materialidentifikation und war bei hochwertigen Medaillen üblich.

Die Rückgliederung des Saargebietes erfolgte am 1. März 1935 und wurde vom NS-Regime propagandistisch ausgeschlachtet. Sie galt als erster großer außenpolitischer Erfolg Hitlers und als Korrektur der als ungerecht empfundenen Bestimmungen von Versailles. Die Abstimmung wurde international überwacht und galt als demokratisch durchgeführt, obwohl die Kampagne selbst von massivem Druck und Einschüchterung durch nationalsozialistische Organisationen geprägt war.

Aus heutiger historischer Perspektive zeigt die Saarabstimmung die Komplexität nationaler Identität und Selbstbestimmung in der Zwischenkriegszeit. Während das Ergebnis zweifellos den Mehrheitswillen der Bevölkerung wiedergab, erfolgte es in einem Kontext zunehmender nationalsozialistischer Repression. Viele Gegner des NS-Regimes, besonders Sozialisten und Kommunisten, hatten das Saargebiet bereits vor der Abstimmung verlassen oder flohen unmittelbar danach.

Solche Medaillen wie die vorliegende sind heute wichtige historische Zeugnisse, die die Erinnerungskultur und Propaganda der NS-Zeit dokumentieren. Sie ermöglichen Einblicke in die visuelle und symbolische Sprache der Epoche und zeigen, wie politische Ereignisse in materielle Erinnerungsobjekte transformiert wurden. Für Sammler und Historiker stellen sie wertvolle Quellen zur Erforschung der politischen Kultur des Dritten Reiches dar.