Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber

Eisenblech versilbert, mit eiserner Rückenscheibe, mit der bedruckten Tüte des Herstellers "Rudolf Souval Wien VII/62", Zustand 2
511015
125,00

Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht für Kraftfahrer während des Zweiten Weltkrieges. Diese besondere Leistungsauszeichnung wurde am 1. Oktober 1942 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen und die Bewährung von Kraftfahrpersonal im Frontdienst würdigen.

Die Einführung dieses Abzeichens erfolgte zu einem Zeitpunkt, als motorisierte Verbände eine immer wichtigere Rolle in der Kriegsführung spielten. Der logistische Aufwand und die Belastungen für Kraftfahrer an allen Fronten hatten enorme Ausmaße erreicht, und die Wehrmacht sah die Notwendigkeit, diese oft unterschätzte Leistung offiziell anzuerkennen.

Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: in Bronze, Silber und Gold. Die silberne Ausführung, wie das hier vorliegende Exemplar, stellte die mittlere Stufe dar und erforderte bedeutende Leistungsnachweise. Für die Verleihung des silbernen Abzeichens musste der Bewerber eine Fahrleistung von 25.000 Kilometern unter Frontbedingungen nachweisen oder bereits im Besitz des bronzenen Abzeichens sein und zusätzliche 15.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Die gestalterische Form des Abzeichens war symbolträchtig: Ein ovaler Eichenlaubkranz umschloss ein stilisiertes Kraftfahrzeug-Steuerrad, in dessen Zentrum ein Hoheitsadler mit Hakenkreuz angebracht war. Die Ausführung in versilbertem Eisenblech entsprach den kriegsbedingten Materialknappheiten, die zunehmend den Verzicht auf Edelmetalle erforderten.

Der Hersteller Rudolf Souval in Wien gehörte zu den bedeutendsten Produzenten militärischer Auszeichnungen während der NS-Zeit. Die Firma mit Sitz in Wien VII/62 war für ihre qualitativ hochwertigen Arbeiten bekannt und belieferte die Wehrmacht mit verschiedensten Orden und Abzeichen. Die Aufbewahrung der Auszeichnung in der originalen bedruckten Herstellertüte ist heute ein besonderes Merkmal für Sammler und erhöht die historische Authentizität des Stückes erheblich.

Die Trageweise des Abzeichens war genau reglementiert: Es wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb anderer Auszeichnungen. Die eiserne Rückenscheibe diente der stabilen Befestigung am Uniformstoff und war typisch für viele deutsche Militärabzeichen dieser Periode.

Die Verleihungskriterien gingen über reine Kilometerleistungen hinaus. Berücksichtigt wurden auch besondere Umstände wie Einsätze unter Feindeinwirkung, schwierige Witterungsverhältnisse, Geländebedingungen und die allgemeine Bewährung im Frontdienst. Die Vergabe erfolgte durch die jeweiligen Truppenkommandeure nach Prüfung der Fahrtenbücher und entsprechender Dokumentation.

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen dokumentiert einen wichtigen Aspekt der Kriegsführung des Zweiten Weltkrieges: die zunehmende Motorisierung und die damit verbundene Abhängigkeit von funktionierendem Nachschub und qualifiziertem Fahrpersonal. Kraftfahrer mussten unter extremen Bedingungen operieren – von der sengenden Hitze Nordafrikas bis zur bitteren Kälte der Ostfront, oft unter Feindfeuer und bei völlig unzureichender Infrastruktur.

Nach Kriegsende 1945 wurden alle nationalsozialistischen Symbole und Auszeichnungen durch die Alliierten verboten. Das Tragen solcher Abzeichen war in Deutschland bis 1957 untersagt. Heute haben diese Objekte ausschließlich historischen und sammlungstechnischen Wert und dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Militärgeschichte.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Bewertungsskala für militärische Sammlerstücke einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das unter Kriegsbedingungen produziert und potenziell im Feld getragen wurde.

Für Militärhistoriker und Sammler bietet ein solches Stück mit Originalverpackung einen authentischen Einblick in die Auszeichnungspraxis der Wehrmacht und die industrielle Produktion von Orden und Ehrenzeichen während des Zweiten Weltkrieges. Es dokumentiert sowohl handwerkliche Traditionen als auch die spezifischen materiellen Beschränkungen der Kriegsjahre.