Preussen Großkreuz zum Eisernen Kreuz 1914

Es handelt sich hierbei um eine Fertigung der Fa. C.F. Zimmermann in Pforzheim aus den 1920er Jahren für Ausstellungen etc. . Der geschwärzte Kern ist nicht magnetisch, die Silberzarge fein geprägt, mit Bandring. Maße ca. 58 x 63 mm, Gewicht 43,4 g. Komplett mit dem originalen Halsbandabschnitt. Ein Stück mit sehr schöner Patina, Zustand 2.
Im Ersten Weltkrieg wurde das Großkreuz nur 4 x verliehen. Träger waren:
Paul von Hindenburg (9. Dezember 1916)
August von Mackensen (9. Januar 1917)
Leopold von Bayern (4. März 1918)
Erich Ludendorff (24. März 1918)
Kaiser Wilhelm II. trug das Stück ehrenhalber.
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8.500,00

Preussen Großkreuz zum Eisernen Kreuz 1914

Das Großkreuz zum Eisernen Kreuz repräsentiert die höchste Stufe einer der bedeutendsten deutschen militärischen Auszeichnungen. Das Eiserne Kreuz, ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet, wurde in verschiedenen Klassen verliehen und bei jedem großen Konflikt erneuert.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz durch königliche Verordnung vom 5. August 1914 neu aufgelegt. Die Auszeichnung umfasste mehrere Stufen: das Eiserne Kreuz 2. Klasse, das Eiserne Kreuz 1. Klasse, und an der Spitze das außerordentlich seltene Großkreuz. Diese höchste Auszeichnung war Generälen und Feldmarschällen für herausragende strategische Leistungen von größter Bedeutung vorbehalten.

Während des gesamten Ersten Weltkriegs wurde das Großkreuz nur an vier Militärführer verliehen, was seine außergewöhnliche Exklusivität unterstreicht. Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg erhielt es am 9. Dezember 1916 nach seinen Erfolgen an der Ostfront, insbesondere nach der Schlacht von Tannenberg. Generalfeldmarschall August von Mackensen wurde am 9. Januar 1917 für seine Siege auf dem Balkan ausgezeichnet. Prinz Leopold von Bayern erhielt das Großkreuz am 4. März 1918 für seine Führung der deutschen Truppen im Osten. Schließlich wurde General Erich Ludendorff am 24. März 1918 während der Frühjahrsoffensive geehrt. Kaiser Wilhelm II. trug das Großkreuz ehrenhalber als oberster Kriegsherr, ohne dass es ihm formell verliehen wurde.

Die Herstellung solcher hochrangiger Auszeichnungen oblag ausgewählten Juwelieren und Medailleuren. Die Firma C.F. Zimmermann in Pforzheim gehörte zu den renommierten Herstellern militärischer Auszeichnungen. Nach dem Ersten Weltkrieg fertigte diese Firma in den 1920er Jahren Repliken und Ausstellungsstücke an, da originale Großkreuze äußerst selten waren und für museale Zwecke, Veteranenvereinigungen und historische Ausstellungen Bedarf an qualitativ hochwertigen Nachbildungen bestand.

Das vorliegende Exemplar zeigt die charakteristischen Merkmale eines Großkreuzes zum Eisernen Kreuz 1914: einen geschwärzten, nicht-magnetischen Kern, umrahmt von einer fein geprägten Silberzarge. Der Bandring deutet auf die Trageweise am Halsband hin, wie es für das Großkreuz üblich war. Mit Abmessungen von etwa 58 x 63 mm und einem Gewicht von 43,4 Gramm entspricht es den typischen Proportionen dieser Auszeichnung. Die schöne Patina zeugt von der handwerklichen Qualität und dem Alter des Stücks.

Die Ikonographie des Eisernen Kreuzes blieb über die verschiedenen Verleihungsperioden weitgehend konstant: ein schwarzer Kern in Form eines Tatzenkreuzes, eingefasst von einem Silberrahmen. Auf der Vorderseite befand sich im unteren Arm die Jahreszahl “1914”, auf der Rückseite im unteren Arm das “W” für Kaiser Wilhelm II. sowie oben die Initialen “FW” für Friedrich Wilhelm III. mit der Jahreszahl “1813”, was die historische Kontinuität der Auszeichnung symbolisierte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Abdankung des Kaisers 1918 bestand unter Veteranen, Sammlern und in der Gesellschaft weiterhin großes Interesse an diesen militärischen Symbolen. Firmen wie C.F. Zimmermann produzierten daher in den 1920er Jahren qualitativ hochwertige Stücke für nicht-offizielle Zwecke. Diese Fertigungen dienten historischen Ausstellungen, privaten Sammlungen und der Erinnerungskultur einer Generation, die den Weltkrieg erlebt hatte.

Das Großkreuz zum Eisernen Kreuz verkörpert einen bedeutenden Abschnitt deutscher Militärgeschichte und steht zugleich für die handwerkliche Tradition der deutschen Ordensherstellung. Stücke aus der Produktion der 1920er Jahre sind heute wichtige Zeugnisse sowohl der militärischen als auch der kulturellen Geschichte der Weimarer Republik, als die Gesellschaft mit dem Erbe des Weltkriegs rang.