Die Medalla de la Campaña 1936–1939: Francos Feldzugsmedaille des Spanischen Bürgerkriegs
Unter den militärischen Auszeichnungen des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) nimmt die Medalla de la Campaña eine besondere Stellung ein. Sie wurde durch das Dekret 192 vom 26. Januar 1937 (veröffentlicht im Boletín Oficial del Estado, Nummer 99) von der franquistischen Regierung ins Leben gerufen und diente der Anerkennung jener Personen, die auf nationalistischer Seite an den Kriegsoperationen teilgenommen oder an der Frontlinie gedient hatten. Das hier vorliegende Exemplar stellt die Variante für Nichtkombattanten dar – die sogenannte Retaguardia-Ausführung für den rückwärtigen Dienst –, erkennbar an der spezifischen Bandgestaltung.
Historischer Hintergrund
Der Spanische Bürgerkrieg begann am 17. Juli 1936 mit dem bewaffneten Aufstand gegen die republikanische Regierung und dauerte bis zum 1. April 1939. In diesem blutigen Konflikt standen sich die nationalistische Bewegung unter General Francisco Franco und die Verteidiger der Spanischen Republik gegenüber. Bereits während des Krieges begannen die Nationalisten, ein eigenes Auszeichnungswesen aufzubauen, um die Verdienste ihrer Kämpfer zu würdigen.
Die Stiftung der Feldzugsmedaille im Januar 1937 fiel in eine Phase, in der die franquistische Seite zunehmend ihre staatlichen Strukturen konsolidierte. Ein durch die Anordnung vom 17. Oktober 1937 (BOE Nummer 362) ausgeschriebener Gestaltungswettbewerb wurde am 27. November 1937 für nichtig erklärt. Die Rundverfügung vom 26. März 1938 (BOE Nummer 522) genehmigte daraufhin eine Beschaffungsausschreibung für die bereits fertig entworfene Medaille. Am 5. Mai 1938 wurde der Herstellungsauftrag an die Firma Industrias Egaña vergeben.
Herstellung durch Industrias Egaña
Die Industrias Egaña aus Motrico (Mutriku) in der Provinz Guipúzcoa war ein traditionsreiches Unternehmen, das seit 1870 militärische Embleme und Auszeichnungen fertigte. Die Firma war damit bestens geeignet, die Produktion der Feldzugsmedaille zu übernehmen. Insgesamt wurden 50.000 Medaillen beschafft, wobei 48.000 Exemplare für den Frontdienst (Vanguardia) und lediglich 2.000 Exemplare für den rückwärtigen Dienst (Retaguardia) bestimmt waren. Diese Aufteilung unterstreicht die relative Seltenheit der hier vorliegenden Nichtkombattanten-Variante. Die Medaillen wurden von 1938 bis in die frühen 1990er Jahre hergestellt, was auf eine fortgesetzte Produktion für Gedenk- und Sammlerzwecke hindeutet. Das Unternehmen verlegte seinen Sitz 1972 von Motrico nach Eibar und schloss seine Tore endgültig im Jahr 1991.
Physische Beschreibung
Die Medaille ist kreisrund mit einem Durchmesser von 37 Millimetern und einer Stärke von 3 Millimetern. Sie besteht aus vergoldeter Bronze mit schwarzer Mattierung (Buntmetall). Die Vorderseite zeigt einen Löwen im Kampf mit einem Drachen, der Hammer und Sichel als Symbol des Kommunismus trägt. Hinter den Figuren erhebt sich das vergoldete Cruz Laureada de San Fernando. Im oberen Bereich ist eine aufgehende Sonne dargestellt, und im oberen linken Quadranten findet sich die Inschrift “17 JULIO 1936”. Der Rand ist mit zwei Zweigen geschmückt – einem Lorbeer- und einem Eichenzweig. Die Herstellermarke “EGAÑA” befindet sich zwischen den Sonnenstrahlen im unteren linken Quadranten.
Die Rückseite zeigt das franquistische Staatswappen mit dem fliegenden Adler des Heiligen Johannes in vergoldetem Metall, das Joch und das Pfeilbündel, einen Kriegshelm sowie den Wahlspruch “Arriba España”. Auf dem Rand verläuft die Legende “GENESSMO FRANCO, VICTOR, UNA GRANDE LIBRE IMPERIAL ML.HSP.GLOR.” – eine lateinische Abkürzung, die sinngemäß “Zum höheren Ruhm Spaniens” bedeutet.
Das Band zeigt die Farben der spanischen Flagge, wobei die äußeren Ränder bei der vorliegenden Nichtkombattanten-Variante in Grün gehalten sind – im Gegensatz zu Schwarz bei der Frontversion. Das hier beschriebene Exemplar ist komplett mit Band und Tragespange erhalten und wird zusammen mit dem originalen Packpapier und Pappkarton angeboten.
Verleihungskriterien und Varianten
Die Medalla de la Campaña wurde in einer einzigen Klasse verliehen, unterschied sich jedoch durch zwei Bandvarianten: eine für den Frontdienst (Vanguardia) und eine für den rückwärtigen Dienst (Retaguardia). Verleihungsvoraussetzung war die aktive Teilnahme an Operationen oder der Dienst an der Frontlinie für eine festgelegte Mindestdauer je Sektor. Ein späteres Gesetz präzisierte, dass als Frontlinie ein 30 Kilometer breiter Streifen ab der Berührungslinie mit dem Feind galt. Generalhauptquartiere wurden stets der Vanguardia zugerechnet, alle übrigen Bereiche galten als Retaguardia.
Die Medaille wurde nicht nur an spanische Nationalisten verliehen, sondern auch an ausländische Freiwillige. Zu den Empfängern zählten Angehörige der deutschen Legion Condor, der italienischen Corpo Truppe Volontarie (CTV) und der spanischen falangistischen Streitkräfte.
Bedeutung für Sammler
Das vorliegende Exemplar mit der Herstellermarke “EGANA” (ohne Tilde, wie in der Objektbeschreibung als Stempelschneider-Markierung angegeben) und der Nichtkombattanten-Bandausführung ist von besonderem Sammlerwert. Mit nur 2.000 Exemplaren der Retaguardia-Variante gegenüber 48.000 Frontmedaillen ist diese Ausführung deutlich seltener. Die Vollständigkeit mit Tragespange, Packpapier und Originalkarton erhöht den dokumentarischen Wert dieses Stückes zusätzlich. Es existieren zahlreiche Herstellervarianten, da die Medaillen über einen langen Zeitraum von 1938 bis in die frühen 1990er Jahre produziert wurden.